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Hubert Steiner ist der 15. Max-Fürst-Preisträger

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Zusammen mit Vorstandsmitglied Dr. Alfred Kotter (links) übergab der Vorsitzende des Historischen Vereins, Hans Helmberger (Zweiter von links), den Max-Fürst-Preis an Hubert Steiner (rechts). Zu den ersten Gratulanten zählte unter anderem Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika.
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Den Max-Fürst-Jugendpreis übergab Landrat Siegfried Walch (links) an Maximilian Hußlein (Zweiter von links) vom Chiemgau Gymnasium Traunstein und Florian Seehuber (Mitte) vom Rottmayr-Gymnasium Laufen. Ihnen gratulierten der Vorsitzende des Historischen Vereins, Hans Helmberger (rechts) und Vorstandsmitglied Dr. Alfred Kotter. (Fotos: Buthke)

Traunstein – Der Chieminger Ortsheimatpfleger und Vorsitzende des Freundeskreises Heimathaus Chieming, Hubert Steiner, ist der 15. Träger des Max-Fürst-Preises, mit dem der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein verdiente Heimatforscher auszeichnet. Vorsitzender Hans Helmberger übergab die Auszeichnung im Ratssaal zusammen mit dem Geschäftsführer der Adelholzener Alpenquellen, Franz Demmelmair, die jedes Jahr die finanzielle Ausstattung übernehmen. Landrat Siegfried Walch übergab die von ihm »gesponserten« Max-Fürst-Jugendpreise an den forschenden Nachwuchs.


Steiner ist seit 40 Jahren in der Heimatpflege tätig

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Der Heimatpfleger des Landkreises Traunstein, Dr. Christian Soika, hob in seiner Laudatio die breite Palette der heimatpflegerischen Arbeit Steiners mit Betreuung des Heimathauses, schriftstellerischer Tätigkeit, Vorträgen, Dokumentationen, Beiträgen zur Heimatgeschichte, Hoagarten und Volkstänzen hervor. Seit 40 Jahren sei er in der Heimatpflege tätig. Damals habe er es mit einem Berg von Vorurteilen zu tun gehabt.

Es sei eine gewaltige Arbeitsleistung, die er in sein Ehrenamt investiert habe. Dabei sei er im Ort fest verwurzelt gewesen, habe dessen Entwicklung verfolgt und kenne die Hintergründe. Ein wichtiger Aspekt sei nämlich, dass ein Heimatpfleger gut Kontakt halte und überzeuge. Auf alle Anfragen könne Steiner deshalb sachkundig Auskunft geben. Soika stellte bei ihm kein »Schwammerlsuchersyndrom« fest. Steiner lasse nämlich andere an seinen Erfahrungen teilnehmen.

Als Heimatpfleger sei er auch das kulturelle Gewissen bei der Denkmalpflege, Anwalt gegen unschöne Entwicklungen sowie unermüdlicher Verfasser von Stellungnahmen. Aufgabe eines Heimatpflegers sei es, die Stimme und den Zeigefinger zu erheben. Chieming könne froh sein, dass beides zur rechten Zeit sichtbar gewesen sei. Die Heimatpfleger stünden vor neuen Herausforderungen, denn sie bräuchten Augenmaß und Sachverstand, um sich mit Windrädern, Fotovoltaikanlagen und Gewerbegebieten zu arrangieren.

»Geschichte der Heimat begreifbar machen«

Hubert Steiner erklärte, der Preis bestärke ihn, sich für die Belange der Heimatpflege weiter einzusetzen. Sein Ziel sei es, die Geschichte der Heimat begreifbar und erfahrbar zu machen. Dadurch bestehe die Möglichkeit, Geschichte zugänglich zu machen. Sein Dank galt seiner Familie, die ihm für seine Tätigkeit den Freiraum lasse, und die die musikalische Umrahmung der Preisverleihung übernommen habe.

Eine Gesellschaft werde von ihrer Geschichte geprägt, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Um die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft zu gestalten, sei ein klarer Blick auf die Vergangenheit unverzichtbar. Die Beschäftigung mit Geschichte und Kultur ermögliche die Ausbildung und Entwicklung eines spezifischen Heimatbewusstseins, das wiederum dem Menschen erst ermögliche, seine Identität zu wahren und sich in seiner unmittelbaren Lebenswelt zu verorten.

Als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit von Heimatforschern vergebe der Historische Verein seit 2002 den Max-Fürst-Preis, der Personen würdige, die sich um die Erforschung der Kultur und der Geschichte des Chiemgaus verdient gemacht hätten. Der Max-Fürst-Jugendpreis für hervorragende Schülerarbeiten in der Heimatforschung solle Lob und Ansporn zugleich sein.

Der Historische Verein beweise immer wieder das richtige Gespür bei der Auswahl der Preisträger, meinte Landrat Siegfried Walch. Steiner habe sich durch sein jahrzehntelanges Wirken für den Landkreis verdient gemacht. Erfreulicherweise gebe es viele junge Menschen, die sich mit der Heimatgeschichte beschäftigten. Wer nicht wisse, woher er komme, könne nicht wissen, wohin er wolle. Unsere Heimat braucht deshalb engagierte, junge Menschen, die sich mit ihr beschäftigten, so Walch.

100 Jugendliche bekamen Max-Fürst-Jugendpreis

Vorstandsmitglied Dr. Alfred Kotter würdigte die rund 100 Max-Fürst-Jugendpreisträger. Die Jury des Historischen Vereins hatte nämlich entschieden, fünf Einzelarbeiten und vier Gruppenarbeiten mit einem Anerkennungspreis sowie je zwei Einzel- und Gruppenarbeiten mit dem Max-Fürst-Jugendpreis des Landrats auszuzeichnen. Anerkennungspreise erhielten Johannes Holzner vom Chiemgau-Gymnasium (CHG) Traunstein für seine W-Seminararbeit über Inzell »Wie Sport ein ganzes Dorf verändert«, Florian Krutzenbichler vom CHG für seine Arbeit »Gedenken an die Holzarbeit in Ruhpolding«, Muriel Mende und Julia Schwarz von der Beruflichen Oberschule Traunstein für einen »Kinder-Mitmach-Führer für den Hochfelln«, Simon Manzenberger vom Staatlichen Landschulheim (LSH) Marquartstein für seine W-Seminararbeit »Die Auswirkungen der britischen Seeblockade auf Traunstein und die Region«, Kilian Wörnle vom LSH Marquartstein für seine Arbeit »Der Erste Weltkrieg: Politische, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen in Traunstein«.

Weitere Anerkennungspreise gingen an das P-Seminar Geographie des Annette-Kolb-Gymnasiums (AKG) Traunstein für die Gestaltung von Schautafeln am Wasserkraftweg Triftweg, eine Projektgruppe der Maria-Ward-Mädchen-Realschule Sparz für einen heimatkundlichen Wanderführer zur Burg Stein an der Traun sowie eine zweite Projektgruppe der Realschule für eine Präsentation zum Thema »Traunstein – geprägt durch das weiße Gold«.

Mit dem Max-Fürst-Jugendpreis wurde die Klasse 6b der Reiffenstuel-Realschule Traunstein ausgezeichnet. Angeregt durch die Landesausstellung »Napoleon und Bayern« sei laut Kotter ein außergewöhnliches Panoptikum mit 29 Einzelbeiträgen herausgekommen. Einen Jugendpreis bekam auch das P-Seminar Geschichte des CHG, da es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Beschilderung des Historischen Vereins an historischen Gebäuden durch ein zeitgemäßes Informationssystem mit einem QR-Code zu ersetzen, über den man mit dem Mobiltelefon Zusatzinformationen abrufen kann (wir berichteten).

Auch zwei Einzelarbeiten wurden gewürdigt

Mit einem Max-Fürst-Jugendpreis wurden auch zwei Einzelarbeiten gewürdigt. Maximilian Hußlein vom CHG befasste sich mit dem Thema »Rupert Berger – Ein Traunsteiner im Widerstand gegen den Nationalsozialismus«, für das er ein sachkundiges Zeitzeugen-Interview mit dessen Sohn geführt und dies in seiner Arbeit gekonnt ausgewertet hat. Zweiter Einzelpreisträger war Florian Seehuber vom Rottmayr-Gymnasium in Laufen, der »Das Brauchtum der Totenbretter« in unserer Region untersucht hat. Bjr