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»Hoteldorf Zell«: TUI zieht sich als Betreiber zurück

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Ruhpolding. Der Reisekonzern TUI zieht sich als Betreiber des »Hoteldorfs Zell« zurück. Dies teilte Bürgermeister Claus Pichler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mit. »Das hängt aber nicht mit Ruhpolding zusammen, sondern ist Auswirkung der Umstrukturierung im Konzern.«


Wie in dem Schreiben von Konzerngeschäftsführer Michael Franke und Direktor Thomas Pietzka aufgeführt wird, habe der Reiseunternehmer nach dem Vorstandswechsel sein Konzept geändert. »Wir stehen weder als Betreiber noch Garantiegeber für das Dorfhotel/TUI AG zur Verfügung«, wird in dem kurz gehaltenen Brief angeführt. Der Strukturwandel habe allerdings nichts mit Ruhpolding selbst zu tun, erläuterte der Rathauschef. Eine Projektgesellschaft mit Investoren sei aber weiterhin zum Bau der Anlage bereit, wie Pichler auf Anfrage der Heimatzeitung erklärt. Nun gehe es darum, einen neuen Betreiber zu finden.

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Münchens OB schrieb an die Gemeinde

Des Weiteren verkündete Pichler, dass sich München 2022 erneut für die Olympischen Spiele bewerben wolle. Dazu liege ein Brief von Oberbürgermeister Christian Ude der Gemeinde vor. Darin ist Ruhpolding als Austragungsort für Biathlon und eventuell auch für die Langlaufdisziplinen vorgesehen. »Das ist die Wendung hin zu einer vernünftigen Lösung«, betonte Pichler, denn »Ruhpolding hat beste Voraussetzungen«. Bis Mitte November müsse die Bewerbung stehen, so das Gemeindeoberhaupt. Genaueres werde er mitteilen, sobald detaillierte Informationen aus München vorliegen.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Ortskernumfahrung. Nach dem Abschluss des Zuwendungsverfahrens seien die formellen Voraussetzungen für die Aufstufung zur Staatsstraße 2098 geschaffen. Dies teilte der geschäftsführende Beamte Norbert Wagner mit. Dazu habe das Staatliche Bauamt Traunstein die entsprechenden Umstufungsvereinbarungen nach dem Bayerischen Strassen- und Wegegesetz ausgearbeitet und den Gemeinderäten nun zur Entscheidung vorgelegt.

Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 23 Millionen Euro. Davon sind laut Regierung von Oberbayern rund 19,1 Millionen Euro zuwendungsfähig. Bei der baufachlichen Prüfung seien aber bei verschiedenen Kostengruppen Kürzungen vorgenommen worden. »Der größte Anteil an Kürzungen von 572 028 Euro sind die Kosten für die Wasserleitungsbaumaßnahmen im Bereich Schlosstunnel und die Verlegung der Abwasserkanäle mit dem Düker-Bauwerk im Bereich der Wiesenstraße«, führte Wagner weiter aus. Diese Kosten müssten nun in den nächsten Jahren über die Wasser- und Kanalgebühren refinanziert werden. »Das entspricht rund drei Cent pro Kubikmeter Wasserverbrauch«.

In den intensiven Verhandlungen mit der Regierung von Oberbayern und der Obersten Baubehörde konnte seitens der Gemeinde bereits eine Aufstufung der Ortskernumfahrung ab Mitte dieses Jahres erreicht werden. Ursprünglich war das für Mitte 2014 geplant. Damit stünden den Kürzungen Einsparungen bei den Betriebskosten von rund 140 000 Euro pro Jahr gegenüber. »Außerdem erklärte sich das Staatliche Bauamt bereit, die Kosten für die im Januar 2014 an die Südostbayernbahn zu zahlende Ablösesumme für das Kreuzungsbauwerk in Höhe von insgesamt 208 000 Euro zu übernehmen«, so der Verwaltungschef. Aufgrund dieses Sachverhaltes wurden die Kürzungen vom Gemeinderat einstimmig anerkannt und auf Rechtsmittel gegen den Zuwendungsbescheid verzichtet, um die Aufstufung nicht zu verzögern.

Bürgermeister Pichler tritt wieder an

Bei der Bestellung eines Wahlleiters für die Kommunalwahl am 16. März des kommenden Jahres wurde einstimmig der geschäftsführende Beamte der Gemeinde, Norbert Wagner, bestellt. Stellvertreterin ist Standesbeamtin Christine Haase. Normalerweise ist nach dem Kommunalwahlgesetz der Bürgermeister als Wahlleiter vorgesehen. Da aber Claus Pichler erneut als Kandidat antritt, bestellte der Gemeinderat Wagner als Wahlleiter und Haase als seine Vertreterin. hab

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