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Hotel in Zell darf gebaut werden

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Ruhpolding – Jetzt ist es amtlich: Wie das Landratsamt Traunstein am Mittwoch mitteilte, erteilte die Behörde am Montag die Baugenehmigung für das Ferienhotel mit 468 Betten in Zell.


Neben den Zimmern darf die Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding mbH auch ein öffentliches Restaurant mit 394 Gastplätzen, einen öffentlichen Wellness-Bereich sowie Ladengeschäfte samt externer Heizzentrale (Kessel- und Lagerhaus) und dazugehöriger Außenanlagen (Stellplätze, Schallschutzwälle, Verkehrs- und Verweilflächen sowie Flächen zur Kompensation Naturhaushalt) auf dem Grundstück bauen beziehungsweise anlegen.

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Gegen diesen Bescheid des Landratsamts können die Gegner des Projekts nun innerhalb eines Monats Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht in München erheben. Ein Widerspruch gegen den Bescheid ist nicht möglich. Allerdings hat die Klage nach Angaben des Landratsamts keine aufschiebende Wirkung. Etwaige Auflagen und Bedingungen zu der Baugenehmigung können Interessierte im Landratsamt während der allgemeinen Öffnungszeiten einsehen. Termine kann man auch vereinbaren unter Telefon 0861/58 266 oder Telefon 0861/58 270.

Die Gemeinde ist nach Angaben von Zweiter Bürgermeisterin Dr. Ulrike Pfeifer nun erleichtert, dass es weitergeht. »Aber wir haben das ja auch nicht anders erwartet. Das ist den ganz normalen Rechtsweg gegangen, es waren alle rechtlichen Fragen bearbeitet.« Ein Großteil der Gemeinde, so Pfeifer im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, erwarte sich vom Bau des Hotels eine deutliche Steigerung der Übernachtungszahlen sowie eine Belebung des Orts.

Ebenfalls so erwartet hatte das Ergebnis die Interessengemeinschaft Ruhpoldinger Bürger (IGRB), die sich von Anfang an gegen das Projekt ausgesprochen hatte. »Ich halte das nach wie vor für einen großen Fehler«, sagte dazu Christiane Gloede von der IGRB: »Wir haben jetzt schon ein Minus bei den Übernachtungszahlen, unser Ort stirbt. Wenn wir jetzt unseren Privatvermietern diesen Hotelkomplex vor die Nase setzen, wird das noch schlimmer werden«, ist sie überzeugt.

Außerdem  treibt sie die Sorge um, was mit dem Gebäude passiert, wenn die Rechnung des Betreibers nicht aufgeht. »Es  hätte  ja  einen Interessenten gegeben, der ein höherwertiges Hoteldorf da hingebaut hätte. Stattdessen setzen wir da jetzt so ein 'Plastikhotel' hin.« Dennoch, klagen werde die IGRB nicht: »Das Geld haben wir ja gar nicht.« coho