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Horst Köhler: Viel Lob für den Chiemgau

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Sr. Theodolinde (links) und Franz Ober jun. (Mitte) begrüßten den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Unter www.traunsteiner-tagblatt.de finden Sie weitere Bilder. (Foto: Krammer)

Siegsdorf. Einen bemerkenswerten Vortrag hielt der ehemalige Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler als Ehrengast beim Jahresempfang der heimischen Wirtschaft in den Räumen der Adelholzener Alpenquellen. Er sprach dabei viel Lob für seine »neue Heimat« aus und gab viele, interessante Anregungen für die regionalen Unternehmen.


Mehr als 350 Gäste waren bei Veranstaltung dabei

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Mehr als 350 Vertreter aus Handwerk, Industrie, Handel, Politik und Bildung begrüßte Landrat Hermann Steinmaßl im Namen der acht veranstaltenden Verbände. Er nutzte die Gelegenheit, die Wirtschaftskraft des Chiemgaus und die vielfältigen Bemühungen des Landkreises zum Aufbau einer lebenswerten Region hervorzuheben.

Franz Ober jun. als Vorsitzender des Gewerbeverbandes Traunstein & Umgebung blieb es vorbehalten, den Dank der Veranstalter an alle Organisatoren im Hintergrund auszusprechen. Er freute sich über die Bereitschaft der Adelholzener Alpenquellen, die Räume für den Jahresempfang zur Verfügung zu stellen. Er begrüßte in diesem Zusammenhang besonders die Generaloberin des Ordens, Sr. Theodolinde, und Sr. Theodora als »Hausherrinnen« der Veranstaltung. Der Geschäftsführer der Adelholzener Alpenquelle, Franz Demmelmaier, stellte in einem kurzen Statement neueste Innovationen seines Betriebes vor.

Mit einem kurzen Rückblick auf sein erstes Jahr als Wahl-Chiemgauer eröffnete Köhler seinen Festvortrag. Er sparte dabei nicht mit Lob für die heimischen Handwerker, »die den Umbau des Bichlhof in Unterwössen mit bester Qualität und Zuverlässigkeit durchgeführt haben«.

Aus der Überschrift »Wir bringen die Welt selbst hervor, in der wir leben«, leitete der ehemalige Bundespräsident die Vielfalt der unverwechselbaren, regionalen Eigenheiten Deutschlands ab. Er betonte die Bedeutung des »menschlichen Miteinanders« als Grundlage von Lebensqualität und liebenswerter Heimat. Der gelernte Ökonom und Finanzfachmann sah die regionale Vielfalt und den nachbarschaftlichen Wettbewerbsdruck als hervorragende Grundlage, um im internationalen Geschäft bestehen zu können. Vernünftige Leitbilder und fruchtbare Zusammenarbeit benachbarter Regionen seien dazu aber unbedingte Voraussetzung, betonte er. »Eine starke kommunale Selbstverwaltung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor«, bekräftigte Köhler. Er forderte eine angemessene Finanzausstattung der Gemeinden, Landkreise und Regionen sowie mehr Spielraum für die örtliche Kompetenz. Aber auch die kommunalen Verantwortungsträger forderte er auf, bürgerschaftliches Engagement zu stärken und die Kommunikation unter den ehrenamtlichen Kräften zu erleichtern.

In Anspielung auf die undurchsichtigen Transaktionen der internationalen Finanzwirtschaft brach Köhler auch eine Lanze für Regionalwährungen wie den Chiemgauer und das richtungsweisende Engagement der Chiemgauer Gemeinden im »Ökomodell Achental«.

»Es ist eine gute Investition«

»Die Chance der Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, eine Welt mit zu erschaffen, in der wir uns wohlfühlen, endet nicht am Werkstor«, schloss Köhler seinen Vortrag und ermunterte die Verantwortungsträger: »Geben sie dem Chiemgau, seiner Natur und den Menschen, die hier leben, auch weiterhin viel Aufmerksamkeit, möglichst viel von ihrer Zeit – es ist eine gute Investition!«

Wichtigster Aspekt des Jahresempfangs sind auch nach wie vor die Gespräche und der Austausch von Erfahrungen und Informationen. Im Anschluss an den offiziellen Teil, der musikalisch von der Traunsteiner Sängerin Frederike Duetsch und ihrer Begleiterin Maria Bittel am Flügel, gestaltet worden war, nutzen fast alle Gäste noch viele Stunden das Angebot, in angenehmer Atmosphäre neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende Beziehungen zu vertiefen. FK