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Holzverkauf spülte gut 431 000 Euro in die Kasse

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Eine größere Baumfällaktion wird es zwischen dem Schwimmbad und der Kneippanlage geben. Schuld sind der Borkenkäfer und das Eschentriebsterben. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – 7014 Festmeter Holz ist im vergangenen Jahr im Traunsteiner Stadtwald geschlagen worden, 394 Festmeter davon im Wald der Stiftung Haßlberger.


»Das waren 97 Prozent vom Plansoll«, führte Stadtförster Gerhard Fischer in der jüngsten Sitzung des Stadtrats aus. Der Holzverkauf spülte insgesamt 431 499 Euro in die Kasse. Der städtische Forst umfasst eine Fläche von 612 Hektar und ist damit laut Fischer »so groß wie 750 Fußballfelder«.

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»Der Durchschnittspreis beim Holzverkauf betrug 2016 73 Euro pro Festmeter für ungerücktes Holz«, führte der Stadtförster aus. Fichten-Bauholz und Laubstammholz stellten mit 5119 Festmetern das Hauptsortiment dar. Außerdem vermarktete die Städtische Forstverwaltung 1281 Festmeter Hackgut und 614 Festmeter Brennholz. Dort sind, wie im Jahr zuvor, sechs Vollzeitkräfte – der Forstliche Leiter, der Revierleiter und vier Forstwirte – sowie eine Teilzeitkraft beschäftigt.

Da zwei Forstarbeiter durch Alter und Krankheit stark beeinträchtigt seien, wie Fischer sagte, hätte Arbeit zugekauft werden müssen. Bei einem weitgehend stabilen Holzpreis habe sich unter anderem auch dadurch   ein  Minus  in der Jahresbilanz ergeben; bei der Städtischen Forstverwaltung liegt es bei 10 753 Euro, bei der Stiftung Haßlberger bei 4990 Euro. Bei der Städtischen Forstverwaltung stehen Einnahmen von 485 425 Euro Ausgaben von 496 179 Euro gegenüber. Die Stiftung Haßlberger konnte 57 289 Euro einnehmen, auf der Ausgabenseite stehen 61 388 Euro.

»Vor 27 Jahren, als ich angefangen habe bei der Stadt Traunstein zu arbeiten, sind die Holzpreise genauso hoch gewesen wie jetzt«, erinnerte sich Fischer. Auch in letzter Zeit hätten sich die Holzpreise »kaum bewegt«. Die Kosten seien dagegen merklich gestiegen. »Alles ist teurer geworden«, so der Stadtförster.

Zehn Prozent Schadholz geschlagen

Zehn Prozent des geschlagenen Holzes war laut Fischer Schadholz. »Das Eschensterben greift um sich«, führte der Stadtförster aus. Dazu seien 679 Festmeter Fichtenholz geschlagen worden, die vom Borkenkäfer befallen waren. Eine »größere Aktion« stehe noch zwischen dem Schwimmbad und der Kneippanlage, auf Höhe des Autohauses Panzer, an: Dort würden nicht nur die Eschen absterben, sondern auch die Borkenkäfer wüten.

Das Eschentriebsterben hat laut Fischer auch negative Auswirkungen auf die Finanzen: »Durch Sicherungsmaßnahmen an Waldrändern entstehen hohe Kosten«, so Fischer. Das sei auch für die Zukunft eine große Herausforderung. Wie es mit der Esche weitergehe, sei ungewiss: »Wir wissen nicht, was am Ende herauskommt.« Allerdings sei das Eschentriebsterben mit dem Ulmensterben vergleichbar. »Und die Ulme ist bisher auch nicht ausgestorben.«

Zum Schluss kam der Stadtförster noch auf die Jagd zu sprechen. 94 Rehe sind im vergangenen Jahr im Stadtwald geschossen worden; 2015 waren es 59 Tiere gewesen. In drei Revieren erfolgt die Jagd in Eigenregie, dazu sind acht private Jäger im Stadtwald auf der Jagd. »Die Verbissbelastung ist tragbar, aber spürbar«, so Fischers Fazit.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner dankte Stadtförster Gerhard Fischer. »Es ist ein großer Verdienst von Herrn Fischer, dass unser Wald so dasteht, wie er dasteht.« Oberbürgermeister Christian Kegel schloss sich dem Dank an. Der Stadtrat nahm von den Ausführungen des Stadtförsters einstimmig Kenntnis. san