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Hohes Niveau beim »Traunsteiner Lindl«

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Die »Uffinger Ziachmusi« mit Vroni Strunz, Wiggerl Feldmayer, Florian Asang und Christoph Feldmayer schnappte sich einen der begehrten »Traunsteiner Lindl«. Vorne sitzend im Bild: Fabian-Tobias Bolbinski aus Metten bei Deggendorf, mit 13 Jahren der jüngste Teilnehmer. Er überzeugte mit seinem reifen Akkordeonspiel. (Foto: Peter)

Traunstein – Gemeinsam musizieren, singen und tanzen sind wertvolle Teile des alpenländischen Brauchtums, hob Oberbürgermeister Christian Kegel beim 49. Traunsteiner Lindl-Singen und -Musizieren in der Aula der Berufsschule I hervor. Und wie hoch das Niveau beim Singen und Musizieren ist, zeigten die zwölf Solisten und Gruppen, die sich dem Wertungsspiel stellten und sich somit um den begehrten Volksmusikpreis »Traunsteiner Lindl« bewarben. Gleich vier Gruppen konnten sich über die Auszeichnung freuen und den »Lindl« mit nach Hause nehmen.


Das Vorsingen und Vorspielen hatte am Vormittag vor einer siebenköpfigen Fachjury stattgefunden. Insgesamt gehörten den zwölf verschiedenen Gesangs- und Musikgruppen 60 Teilnehmer an. Wobei die Gesangsgruppen erstmals seit 2002 die Musikgruppen zahlenmäßig übertrafen.

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Durch den Festabend führte Andreas Niedermaier aus Seebruck. Er stellte die Akteure in kurzen Worten vor. Welchen hohen Stellenwert der »Traunsteiner Lindl« in der alpenländischen Volksmusik hat und wie begehrt er ist, zeigten die verschiedenen Heimatorte, aus denen die Gruppen anreisten.

Kein Gewinner aus dem Landkreis Traunstein

Mit nach Hause nehmen konnten die Figur die »Uffinger Ziachmusi« aus Beuerberg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), das »Schindlberg Trio« aus Nußdorf am Inn (Landkreis Rosenheim), die »Knopf-Soatn-Musi« aus Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf) und die »Bernad Dirndl« aus Dietramszell (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Damit kam keiner der Gewinner aus dem Landkreis Traunstein.

Erwähnt sei noch Fabian-Tobias Bolbinski aus Metten bei Deggendorf, der jüngste Teilnehmer. Bei seinem reifen Akkordeonspiel und seinem Gesang wollte man nicht glauben, dass er noch keine 14 Jahre alt ist.

Bei dem Volksmusikkonzert wurde den Besuchern eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Klangwelt der traditionellen alpenländischen Volksmusik ist. So nahm der Wonneberger Andreas Fenninger mit seiner Diatonischen Ziach und den bewusst bekannten, melodischen Stücke wie dem Marsch »Blumen aus Tirol« von Gottlieb Weissbacher oder der »Aignberg Polka« von Anton Mooslechner jun. in die Welt der Musik mit. Das Harfenduo Magda Karl und Irmengard Posch zeigte auf, dass die Harfe nicht nur ein himmlisches Instrument ist, sondern ebenso ein Instrument, ohne das die Volksmusik um vieles an Klangfarbe ärmer wäre. Der »Wolfegger Zwoag'sang« aus Obing mit den Sängerinnen Magdalena und Katharina Mauerer begeisterte mit absoluter Harmonie.

Die ausgezeichnete Musik- und Gesangsgruppe »Schindelberg Trio«, die mit den frischen und fröhlichen Stimmen der Sängerinnen Vronal Schlagbauer und Marlies Huber ihre Lieder hinaustragen und dabei von Bene Mies mit der Tenor-Stimme und frischem Ziach-Spiel gestützt werden, überzeugten nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum. Die »Bernad Dirndl«, Maria, Anna und Barbara Thalhammer, konnten die Zuhören mit ihren zarten, aber nicht minder klaren und reinen Stimmen in den Bann ziehen, wobei der Gesang durch behutsame Harfenbegleitung herausgehoben wurde. Auch sie durften den Lindl mitnehmen.

Die dritten Lindl-Gewinner, die »Uffinger Ziachmusi«, erfreute die Besucher neben der »Nussi Polka« von Hans Pichler mit einer Eigenkomposition von Florian Asnag mit dem Titel »Im Reßl«. Florian Asnag spielt wie der Wiggerl Feldmayer Diatonische Ziach, begleitet werden sie von Vroni Strunz an der Gitarre und Christoph Feldmayer am Kontrabass.

Kegel: Volksmusik als »akustische Heimat«

Die vierten im Bunde der Gewinner war die »Knopf-Soatn-Musi«, ein Trio aus Vater und zwei Söhnen. Maxi Vogel spielte die Diatonische Ziach, das Führungsinstrument. Und da war es eine Freude zuzusehen, wie sein Bruder Felix am Kontrabass und sein Vater Ralf an der Gitarre ihm folgten und mit den Blicken an den Finger hingen, um melodisch eine absolute Einheit zu bilden.

Oberbürgermeister Kegel überreichte die Preise. Volksmusik bezeichnete er als akustische Heimat, die Identität stiftet und Menschen verbindet. Mit dem »Traunsteiner Lindl« würdige die Stadt Traunstein seit 1967 Sänger und Musikanten, die sich der echten und unverfälschten Volksmusik verschrieben hätten, hob Kegel hervor. Mit ihrer Begeisterung für die traditionelle Volksmusik würden die Teilnehmer am »Traunsteiner Lindl« einen wertvollen Beitrag zur Brauchtumpflege leisten, so der Oberbürgermeister.

Kegel verwies auch bereits auf das Jubiläumsjahr 2017. Da wird der »Traunsteiner Lindl« seien 50. Geburtstag feiern. Bei einem Festabend am 18. März 2017 werden alle noch aktiven Lindl-Gewinner zu hören sein; am Tag darauf finden ein Gottesdienst und ein »Wirtshaussingen« statt, bei dem die verschiedenen Gruppen in den Traunsteiner Gasthäusern aufsingen und aufspielen werden. MP