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Hohe Investitionen in Kläranlage und Verbandsanlagen

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Für das neue Pumpwerk in Prien-Stock wird die Bewehrung eingebaut. (Foto: Thümmler)

Rimsting – »Mit fast zehn Millionen Euro ist es eine gewaltige Summe, die der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AZV) im Haushalt 2015 zu stemmen hat«, erklärte Vorsitzender Josef Mayer zu Beginn der Verbandsversammlung in Stiedering. Der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von über 9,8 Millionen Euro, wurde von den Verbandsräten einstimmig verabschiedet.


Zehn Chiemsee- Gemeinden legen zusammen

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Um den Haushalt finanzieren zu können, müssen die Chiemsee-Gemeinden Bernau, Breitbrunn, Chiemsee, Gstadt, Prien, Rimsting, Chieming, Grabenstätt, Seeon-Seebruck und Übersee, tief in die Taschen greifen. Mit Umlagen von 4,5 Millionen Euro – 888 600 Euro mehr als 2014 – müssen sie dazu beitragen. Der Haushalt wird außerdem mit Rücklagen und einer Kreditaufnahme von einer Million Euro finanziert. Dieser Betrag war zwar schon im Haushalt 2014 vorgesehen gewesen, brauchte aber nicht in Anspruch genommen werden. Der Verwaltungshaushalt beträgt 3,57 und Vermögenshaushalt 6,26 Millionen Euro.

Geschäftsführer Thomas Weimann erinnerte an die Inbetriebnahme der Ringkanalisation am 24. November 1989. Ergänzende Investitionen seien seither in jedem Jahr notwendig geworden. Ersatzinvestitionen würden jedoch mit zunehmender Betriebsdauer, besonders im Bereich der Kläranlage, immer dringender.

So seien 2015 im Vermögenshaushalt im Abwasserbereich – Kläranlage, Verbandspumpwerke und Ringkanal – 3,43 Millionen Euro notwendig. Die wichtigsten Investitionen seien der Neubau einer zweiten Pumpstation in Prien-Stock für 1,7 Millionen Euro mit Leitung zum Pumpwerk in Osternach. Begonnen im Oktober 2014 und Fertigstellung im Mai 2015, sehe der Haushalt dafür Restkosten von fast 1,4 Millionen Euro vor. Ferner seien Investitionen für das Fremdwasserkonzept enthalten, die Ermittlung von Grundwasser-Einbrüchen in die Leitungen soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Im Pumpwerk Bernau soll die Schaltung erneuert werden.

Größere Ausgaben bei Verbandspumpwerken und Ringkanal seien noch die Installierung einer Beleuchtung im Abwasserstollen von Westernach zur Kläranlage mit Verbesserung der Fernwirktechnik im Internet. Im Portalgebäude in Westernach soll unter anderem eine Elektrosteuerung eingebaut werden.

Zwölf Rührwerke müssen erneuert werden

Bei der Kläranlage selbst sei die größte Ausgabe die Restkosten für den Umbau der Heizung mit 290 000 Euro, die Erneuerung von Pumpen und des Rücklaufschlammhebewerkes. Zwölf energieeffiziente Rührwerke in den Belebungsbecken müssen erneuert werden. Diesen Austausch für 200 000 Euro genehmigte die Versammlung bereits. 14 kleinere Maßnahmen für eine Erneuerung von Geräten und Maschinen in Höhe von fast 300 000 Euro wurden ferner für die Kläranlage veranschlagt.

Investitionen im Umweltbereich seien mit 8000 Euro geplant, fuhr Weimann fort – Planungskosten für die Neukonzeption des Uferrundweges. Für den Weg selbst seien Investitionen in Höhe von 170 000 Euro veranschlagt. Davon machen 150 000 Euro begleitende Maßnahmen aus. Dafür sollen jedoch EU-Leader-Fördermittel beantragt werden. Geplant sind ferner der Bau naturnaher Rastplätze, naturpädagogischer Spielgeräte und der Fischlehrpfad in Übersee. Weimann erinnerte, dass trotz Einhaltung aller Werte nach dem Abwassergesetz eine Schmutzwasserabgabe zu entrichten sei. Diese belaufe sich bei der Jahresschmutzwassermenge von 4,2 Millionen Kubikmeter auf rund 120 000 Euro.

Bei den sieben Umlagen, die die Chiemseegemeinden in Höhe von 4,56 Millionen Euro entrichten müssen, mache die Betriebskostenumlage für den Abwasserbereich mit 2,8 Millionen Euro am meisten aus (456 500 Euro mehr als im Vorjahr). Die Investitionskostenumlage im Abwasserbereich beträgt 1,5 Millionen Euro (plus 320 000 Euro). Nur im Umweltbereich werde keine Investitionsumlage.

Einwohner-Gleichwerte und Frischwasserverbrauch

Umgelegt werden die Kosten auf die Gemeinden nach Einwohner-Gleichwerten und Frischwasserverbrauch. Dabei beinhalten die Einwohner-Gleichwerte unter anderem auch die Zahl der Sitzplätze in den Biergärten.

Um die Gemeinden künftig geringer zu belasten, wurde im Haushaltsbeschluss der Passus aufgenommen, dass ab dem Haushaltsjahr 2016 jährlich 200 000 Euro den Rücklagen zugeführt werden sollen. Dieses Rücklagen-Polster soll zur Finanzierung der in den nächsten Jahren zu erwartenden Investitionsausgaben verwendet werden.

Dass diese immer mehr werden und viele Bauwerke an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit seien, daran ließ Diplom-Ingenieur Anton Schmuck keinen Zweifel. Andererseits sei mit neuen Anlagen aber auch eine größere Energieeinsparung verbunden, die das Energiekonzept des Verbandes optimiere. (Über die Diskussion berichten wir noch). th