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Neuer Staatsminister für Unterricht und Kultus Bernd Sibler informierte sich über das Angebot der Stadtbücherei

Hörbuchangebot für Sehbehinderte gewürdigt

Traunstein – Bevor er gestern Nachmittag offiziell als neuer Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus vereidigt wurde, besuchte Bernd Sibler – noch in seiner Funktion als Staatssekretär im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst in Bayern – die Traunsteiner Stadtbücherei. Dort informierte er sich umfassend über das Hörbuchangebot für Blinde und Sehbehinderte.

Im Dialog mit Hörbuch-Sprecher Klaus Haderer (von links), Ruth Tiedge (Geschäftsführerin der Bayerischen Blindenhörbuchbücherei) und Bücherei-Leiterin Anette Hagenau war gestern Bernd Sibler. (Foto: Wittenzellner)

Als Vorsitzender des Bibliotheksverbands Bayern war er auf das Traunsteiner Angebot aufmerksam geworden. So startete man in Traunstein das Pilotprojekt mit dem Ziel, ein umfassendes Angebot für Sehbehinderte und Blinde zu schaffen. Siblers Besuch stand unter dem Motto der Veranstaltungsreihe »Bibliotheken im Lebensbogen«. Der Fokus liegt dabei auf dem Ansatz des Lebenslangen Lernens quer durch alle Altersgruppen.

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Menschen in vielen Lebensphasen begleiten, das ist eines der Ziele, die die Stadtbücherei Traunstein verfolgt. So sehen sich die Verantwortlichen um die Leiterin Anette Hagenau im Selbstverständnis als Bildungspartner für Kindergärten und Schüler. Aber auch für Senioren, für Blinde und Sehbehinderte Menschen versucht man unter dem Motto »soziale Bibliotheksarbeit« ein Angebot zu schaffen, das für die Betroffenen nutzbar ist. Acht Prozent der 2458 im vergangenen Jahr aktiven Nutzer waren Kinder bis 12 Jahre, 5,3 Prozent Senioren ab 60 Jahre.

Sibler ließ sich beim Rundgang durch die Bücherei das Angebot zeigen und suchte das Gespräch mit den anwesenden jungen Leuten, die er alle einzeln mit Handschlag begrüßte. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, dass sich gerade junge Menschen um Ältere kümmern. Deshalb freue ihn auch die Anwesenheit der Schüler, die im sozialen Bereich eine Ausbildung angehen. Er lobte das Engagement der Stadt und der Büchereimitarbeiter für ihre engagierten Zukunftspläne, man setze mit dem Angebot für Blinde und Sehbehinderte ein Zeichen für die Leseförderung und gebe ein wichtiges Signal der Inklusion, Bibliotheken und Büchereien seien Lernbegleiter und ermöglichten »kulturelle Teilhabe jenseits jeglicher Schranken«.

»Wir kümmern uns um alle Bevölkerungsgruppen« betonte Oberbürgermeister Christian Kegel und drückte seine Freude aus, dass an dem Vormittag sowohl junge Menschen wie auch ältere Bürger zusammengekommen waren. Bibliotheken seien Begleiter im Lebensbogen der Menschen. Die Freude über den Besuch des Staatssekretärs verband er mit der Würdigung der erfolgreichen Arbeit der Stadtbücherei.

Stadtrat Karl Schulz sagte in seiner Funktion als Referent für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, lesen sei ein Tor zu einer anderen Welt. Für Menschen mit einer Sehbehinderung oder Blinden sei die Blindenhörbücherei eine »Brücke, um mit Hilfe der Sprachkunst in eine andere Welt abtauchen zu können.«

Anschließend stellte Ruth Tiedge, Geschäftsführerin der Bayerischen Blindenhörbücherei, deren Angebot vor, mit der die Stadtbücherei vernetzt ist und eine Kooperation eingegangen ist. Hagenau, Tiedge und Klaus Haderer, Sprecher der Bayerischen Blindenhörbücherei, standen den anwesenden Schülern anschließend für einen lockeren Dialog zur Verfügung. awi