weather-image
25°

Höhepunkt des Trachtenjahrs wird das Gaufest in Atzing

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Mit dem Silbernen Gau-Verdienstzeichen ehrte Gauvorstand Miche Huber (rechts) Helga Seitz vom Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen. Sie war 25 Jahre lang Trachtenwartin und zehn Jahre lang Röckefrauen-Vertreterin in ihrem Verein. Die Ehrung übergab er zusammen mit seinem Stellvertreter Georg Westner. (Foto: Hötzelsperger)

Bernau – Ein ereignisreiches Trachtenjahr steht den knapp 8000 Mitgliedern in den 23 Trachtenvereinen des Chiemgau-Alpenverbands für Tracht und Sitte bevor.


Höhepunkt ist das Gautrachtenfest am 30. Juli in Prien-Atzing beim GTEV »Daxenwinkler«. Dies und viele weitere Termine gab die Vorstandschaft bei der Frühjahrsversammlung in Bernau bekannt.

Anzeige

Bürgermeister Philipp Bernhofer lobte die Trachtler mit den Worten: »Eure Bemühung, Tracht und Sitte zu erhalten und zu pflegen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden«. Als neue Vorstände stellten sich Otto Dufter junior aus Unterwössen, Andreas Greimel aus Oberwössen und Herbert Strauch aus Übersee vor. Gauschriftführer Jürgen Wiegmann aus Rottau gab viele Termine bekannt, unter anderem die Wallfahrt am Donnerstag, 25. Mai nach Raiten.

Helga Seitz erhält Silbernes Gau-Verdienstzeichen

Mit dem Silbernen Gau-Verdienstzeichen ehrte Gauvorstand Miche Huber Helga Seitz vom Trachtenverein Marquartstein-Piesenhausen. »Diese Ehrung hat sich Helga Seitz verdient, weil sie 25 Jahre lang Trachtenwartin und zehn Jahre lang Röckefrauen-Vertreterin in ihrem Verein war und in diesen Zeiten überaus viel für das Trachtengewand und für die Trachtler-Gemeinschaft geleistet hat«.

Von einem gut angenommenen Ranzenstickkurs, vom Trachtenmarkt-Besuch in Holzhausen, von neuen Bewertungs-Richtlinien für den Festzug beim Gaufest und von weiteren Aktivitäten berichtete Trachtenwartin Elisabeth Dengler aus Übersee. Viel los war im Winter bei den Musikanten. Wie Volksmusikwart Thomas Hiendl aus der Feldwies informierte, waren mehrere Singstunden gut besucht. Für »Frisch aufg'spuit und g'sunga« sollen neue Wege beschritten werden. Zusammen mit dem Bayerischen Trachtenverband und der Erzdiözese München-Freising wird es noch heuer ein gemeinsames Gottesdienst-Liederheft geben.

Zur Rundfunkreform sagte Blasmusikwart Andreas Hilger aus Rottau: »BR Heimat als digital zu empfangender Sender ist nicht nur eine Insel-Lösung für alle Volks- und Blasmusikfreunde, mit derzeit täglich 300 000 ist die Anzahl der Hörer rapid steigend«. In den Bus am Freitag zum »Boarischen Lenz« im Münchner Löwenbräukeller können Interessierte um 17 Uhr in Frasdorf zusteigen. Ein großes Ereignis wird das Jubiläum »100 Jahre Patrona Bavariae« am Samstag, 13. Mai in München. Dazu werden rund 30 000 Teilnehmer erwartet. Für 2018 kündigte Hilger eine Passions-Musik-Veranstaltung des Gauverbands an.

Alle Dirndln in einer Altersklasse

Gauvorplattler Thomas Stoib aus Wildenwart informierte, dass sich die Vorplattler entschieden haben, ab heuer beim Gaudirndldrahn (Freitag, 28. Juli, in Atzing) alle Teilnehmerinnen in einer einzigen Altersklasse starten zu lassen. Die besten 14 gehören dann der neuen Gaugruppe an. Geplant ist, dass alle bekannten Plattler und Tänze in einer Sammlung erfasst werden. Am Sonntag, 13. August, beteiligen sich die besten Schuhplattler am gauoffenen Preisplattln des Gauverbands I in Traunstein. Die Teilnehmer werden beim Gaupreisplattln eine Woche zuvor in Atzing ermittelt.

Jugendwart Christoph Bauer junior aus Sachrang wird sich mit der Gaujugendgruppe am 30. April in München beim dortigen Frühlingsfest sowie an Pfingsten bei den Feiern des Trachtenvereins Ratzingerhöhe in Greimharting beteiligen. Über den Winter malten viele Dirndln und Buam zu alten Begriffen. Die Ergebnisse sollen wieder zu einem Kalender werden. Für Herbst 2018 soll noch ein Verein gefunden werden, der sich – eventuell mit einem weiteren Verein – zur Ausrichtung des Gau-Jugendtags bereit erklärt.

Anja Voit, Brauchtumswartin aus Oberwössen, appellierte eindringlich, für den Erhalt der Sprache etwas zu tun. »Die Eltern, aber auch die Vereine sind gefordert, es schleichen sich immer mehr ungute Veränderungen ein. Was weg ist, ist weg, da gibt es keine Returntaste. Wenn wir unsere Sprache und unseren Dialekt verlieren, dann verlieren wird einen Teil unserer Identität, einen Teil unserer Wurzeln und damit einen Teil unserer Heimat«. Sie forderte, die Sprache wieder zum Thema zu machen, daheim, im Verein, im Kindergarten und der Schule.

Weiter gab Voit noch bekannt, dass am 30. April in Marquartstein mit dem »Tanz in den Mai« ein Abschlussball für Tanzkurse mit Gauvolkstanzwart Otto Zaiser stattfindet. Am 7./8. Oktober ist zum Thema »Hochzeit« eine Beratung im Trachtenkulturzentrum Holzhausen vorgesehen. Preisrichterobmann Sepp Spiegelberger aus Wildenwart erläuterte neue Einteilungen für Gaudirndldrahn und Gaupreisplattln und er warb um weitere Nachwuchsförderung auf diesem Gebiet.

Mit dem Satz »Die Liebe hat Spuren hinterlassen« wünschte Huber der bisherigen Gau-Dirndlvertreterin Anna Pfisterer alles Gute. Nachfolgerin wird Marlies Huber aus Wildenwart.

Neue Richtlinien zur Bewertung der Tracht

»Geschlossenheit und Sauberkeit wollen wir weiter in unseren Reihen bewahren« – mit diesen Worten erklärte Gauvorstand Miche Huber die neuen Richtlinien zur Bewertung der Tracht. Dies soll ungewollten Einflüssen gegensteuern. Huber lobte den Zusammenschluss der drei Gaufeste im Landkreis Rosenheim unter dem Motto »Trachtensommer«. Der Trachtenverein Höhenmoos feiert 110-jähriges Bestehen von 18. bis 28. Mai, Greimharting feiert 60 Jahre am 2. bis 5. Juni.

Der Trachtenverein »Daxenwinkler« richtet das Gaufest vom 27. Juli bis 7. August in Atzing aus. Teil der Vorbereitungen ist ein öffentlicher Volkstanzkursabend am Dienstag, 2. Mai ab 20 Uhr im Vereinshaus Atzing. Für 2018 ist bereits der Trachtenverein »D' Gederer« in Rottau in den Vorbereitungen.

Erfolgreich haben sich der Trachtenverein »D' Staffestoana« und die Gemeinde Bernau um die Ausrichtung des Gautrachtenfests 2019 beworben. Nach 1935, 1960, 1984 (mit Standartenweihe) und 1999 wird es das fünfte Mal sein, dass die Bernauer Gastgeber sein werden. Der Verein wird dann 120 Jahre alt.