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Höchste Wertschätzung zum Abschied bekundet

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Dekan Peter Bertram (rechts) verabschiedete Pfarrer Wolfgang Schmidt-Pasedag und seine Frau Iris. (Foto: vom Dorp)

Übersee. Über dreieinhalb Stunden dauerte der festliche Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Wolfgang Schmidt-Pasedag in der voll besetzten evangelischen Ewigkeitskirche von Übersee. 13 Reden und Grußworte sorgten für nachdenkliche und traurige, aber auch für humorige und optimistische Momente. Über allem stand die höchste Wertschätzung für das scheidende Pfarrerspaar der Gemeinden Übersee, Bergen und Grabenstätt.


So viele Menschen waren gekommen, dass der Gottesdienst sogar per Video in den Pfarrsaal übertragen werden musste. Pfarrer Rainer Maier aus Marquartstein, der die Pfarrstelle bis zur Neubesetzung im März 2015 betreuen wird, sprach von 102 »offiziellen Gästen« aus Kirche, Politik, Kultur, Vereinen und sozialen Einrichtungen.

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Vor elf Jahren war der heute 57-Jährige als evangelischer Pfarrer nach Übersee gezogen. Die Jahre hier seien für ihn nach eigenen Worten sehr wertvoll gewesen (wir berichteten bereits). Kurz vor seinem 14. Umzug in seinem Leben nach Kirchheim im Osten Münchens, treiben ihn derzeit die Fragen nach Heimat und Heimatlosigkeit um, gestand der scheidende Pfarrer in seiner Predigt.

»Auch wenn wir einen festen Platz als Heimat gefunden haben, sind wir doch alle nur Gäste in unserem Land«, so der Geistliche. Angesichts der momentan rund 52 Millionen Flüchtlinge weltweit sehe er diesen festen Platz durch äußere Umstände schnell in Gefahr kommen. Eine Rettung in dieser Heimatlosigkeit sehe er nur in der Kirche und in Gott, wo es Stabilität und keine Grenzen gebe. Sein Dank galt den Menschen »zwischen See und Bergen, die uns ein Stück Heimat geschenkt haben«.

Auch Pfarrersfrau Iris dankte in emotionalen Worten den Menschen, die sie von ihrer anfänglichen »Erwartungsblockade« bis zu einem fruchtbaren Miteinander begleitet haben.

Dekan Peter Bertram würdigte Schmidt-Pasedag als »einen Mann voller Nachdenklichkeit und geistiger Weite, der aber auch mal barfuß mit dem Fahrrad daher kommt.« Nach der Entpflichtung des Pfarrers aus seinem Amt, segnete der Dekan ihn und seine Frau. Als Assistenten für den Segen hatte sich der Pfarrer die Wegbegleiter Sandra Hatzel, Christa Steinhilb und Dr. Lothar Katz ausgesucht. Seine Frau wurde begleitet von Barbara Bandtlow, Dinah Bühler und Luitgard Mittermaier.

Zahlreiche berufliche Wegbegleiter der vergangenen Jahre riefen dann noch einmal gemeinsame Projekte und Begegnungen in Erinnerung, drückten ihre außerordentliche Wertschätzung aus und überreichten Geschenke. Dazu gehörten Übersees Bürgermeister Marc Nitschke als Vertreter der drei politischen Gemeinden Bergen, Grabenstätt und Übersee, Rektor Bernhard Benoist für die drei Schulen, für die katholischen Kollegen Pater Augustin aus Grabenstätt, für die katholische Pfarrgemeinde in Übersee Luitgard Mittermaier, für das Pfarrkapitel des Dekanats Traunstein Pfarrer Wolfram Hoffmann und eine Vertreterin des Gemeindekindergartens in Bergen.

»Der Pfarrer ist auch nur ein Mensch«, sagte Kirchenvorstand Helmut Homm aus Bergen und sprach als Einziger dessen »Ecken und Kanten« an. Trotzdem sei man ein richtig tolles Team gewesen. Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von Heribert Pieper an der Orgel sowie den Chören »De Colores« unter der Leitung von Betty Wülfing und »Voce D' Alegria« unter Maria Bodensteiner. Anschließend gab es einen Empfang im Pfarrsaal. bvd

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