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Hochzufriedene Gesichter nach dem Georgiritt

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Ehrung für jahrzehntelange Verdienste um den Georgiritt: Inge Pistotnik wurde zum Ehrenmitglied ernannt, Paul Zeiser erhielt die Ehrennadel. Links im Bild ist Oberbürgermeister Christian Kegel zu sehen, daneben Vereinsvorstand Albert Schmied, rechts sein Stellvertreter Martin Schweiger. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – »Ein traumhafter Tag, noch schöner geht es nicht«, sagte der Vorstand des St.-Georgs-Vereins, Albert Schmied, in der Nachlese zum Georgiritt (wir berichteten) beim Nachtreffen zum Ritt am Abend des Ostermontags.


In der Chiemgauhalle habe es in der Vorbereitung keine Probleme gegeben, bei der Aufstellung gab es leichte Schwierigkeiten, man sei aber gut auf den Stadtplatz gekommen. »Es hat gut gepasst.« Der Zeitplan sei perfekt eingehalten worden. Der Schwerttanz habe gewohnt gut funktioniert, die Stadtmusik habe »unbedeutend schneller gespielt«, die Mitwirkenden hätten aber alles im Griff gehabt. »Aber die Ross' waren heuer 'gangiger'«, so Schmied, der das darauf zurückführte, dass die Pferde wegen des schlechten Wetters in der letzten Zeit und dem fehlenden Ausreiten nicht so leicht zu kontrollieren waren.

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»Traumkulisse« in Ettendorf

In Ettendorf habe man eine »Traumkulisse« vorgefunden. »Noch kitschiger geht es nicht, das hat bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.« Schmied verlas eine lange Liste des Dankes an die vielen Personen, Firmen, Behörden und sonstigen Mitwirkenden. Bei den 14 Rittbitten waren jeweils rund 30 bis 35 Personen dabei.

»Manche haben einen kleinen Galopp hingelegt, manche Ross' haben etwas gspunna, aber es hat keinen Unfall gegeben«, freute sich Schmied über den unfallfreien Verlauf. Eine mit 50 Personen angemeldete Demonstration gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sei mit acht Teilnehmern sehr bescheiden verlaufen und hätte den Ritt nicht gestört. Der Personenschutz für den Ministerpräsidenten sei sehr unauffällig aufgetreten. Einzig die Bittmesse vor dem Ritt sei etwas schwach besucht gewesen.

Heuer nahmen 369 Pferde am Georgiritt teil. Doch der Vorstand betonte, dass es nicht um Rekorde gehe, sondern um »gute Qualität«. »Wir wollen den Wallfahrtscharakter erhalten«, machte er deutlich. Und natürlich habe es keine Wahlveranstaltung werden dürfen – Ministerpräsident Söder habe sich wie abgesprochen »sehr zurückgehalten«.

»Kein Volksfest, sondern eine Wallfahrt«

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass es »der perfekte Tag« gewesen sei. Es sei ein Dreiklang gewesen: Erstens ein klares Bekenntnis zum Glauben. »Das ist kein Volksfest, sondern eine Wallfahrt.« Auch das Bekenntnis zum Brauchtum sei klar herausgekommen, was man auch an den »sauber herausgeputzten« Tieren und Menschen gesehen habe. Daneben sei das ehrenamtliche Engagement herausragend: »Ich ziehe sinnbildlich meinen Hut.« Schon Monate vorher sei hier unglaublich engagiert gearbeitet worden. »Ich möchte einfach danke sagen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Verein, Kirche und Stadt Traunstein hat wunderbar funktioniert«.

Monika Stockinger berichtete vom Café-Betrieb im Rathaus. Das Café sei heuer zum 20. Mal organisiert worden. Sie bedankte sich für die Unterstützung. Auch die Stadt Traunstein habe stets ein offenes Ohr für den Verein. 1572,58 Euro habe man eingenommen, die dem Verein zugute kommen. In der Verkaufshütte am Stadtplatz seien mit kleinen Utensilien 1770 Euro erlöst worden, so Stockinger, die ergänzte: »Alle Zeichen wurden heuer verkauft.« Das vereinsinterne Pferdelotto gewann Hans Jobst, der bis auf sieben Rösser die richtige Zahl getippt hatte.

Ehrung für Zeiser und Pistotnik

Weiter nahm Schmied noch zwei Ehrungen vor. Paul Zeiser, Chef der Pfeifer, der seit 1958 bei den Pfeifern dabei ist und jetzt als Landsknecht beim Ritt mitgeht, erhielt die Ehrennadel neben einer Ehrenurkunde. »Du warst immer mit den Pfeiferln verbunden. Bleib dabei so lange es geht und bitte gib die Pfeiferl nicht auf.« Zeiser sagte noch ein weiteres Jahr Mitarbeit zu. »Dann schauen wir weiter.«

Inge Pistotnik, die sich in »herausragender Weise für den Verein einsetzt und als helfende Hand in vielen Funktionen seit dem Krieg im Verein engagiert hat«, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. »Frau Georgiverein ist unermüdlich, wenn es darum geht, Geld zu beschaffen«, so Schmied. awi