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Hochzeitsboom in Kloster Seeon ist ungebrochen

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Mit Manuela Niedermaier bekommen die drei Standesbeamtinnen der Gemeinde Seeon-Seebruck ab 1. Juli Unterstützung. Die Verwaltungsfachangestellte im Seebrucker Rathaus hat mit Erfolg einen Lehrgang zur Standesbeamtin abgeschlossen. Bürgermeister Bernd Ruth gratulierte und übereichte ihr die Lehrgangs-Urkunde.

Seeon-Seebruck – Der Hochzeitsboom in Kloster Seeon ist ungebrochen: Auch heuer rechnet das gemeindliche Standesamt in Seeon wieder mit rund 170 Trauungen. »Wir gehen wieder von einem sehr starken Jahr aus«, sagte Elfriede Blaim dem Traunsteiner Tagblatt. Die Brautpaare, die zu 80 Prozent von auswärts kommen, bevorzugen den Trauungsort nicht nur wegen des stilvollen Ambientes. In Seeon kann auch am Samstag geheiratet werden. »Das schätzen die Paare sehr«, weiß Blaim aus langjähriger Erfahrung.


Der große Ansturm an Heiratswilligen erfordert von den Standesbeamtinnen aber auch Organisationstalent. Bis zu neun Trauungen müssen pro Woche abgewickelt werden. Die meisten davon an den Samstagen. Mit ihrer Kollegin aus dem Seebrucker Rathaus, Manuela Niedermaier, bekommen die Standesbeamtinnen Daniela Straßer (Standesamtsleiterin), Nicole Oberhans und Elfriede Blaim jetzt Unterstützung. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde die 43-jährige Verwaltungsfachangestellte vom Gemeinderat ab dem 1. Juli offiziell zur Standesbeamtin bestellt. Niedermaier, die einen zweiwöchigen Lehrgang zur Standesbeamtin mit Erfolg abgeschlossen hat, arbeitet seit 1988 in der Gemeindeverwaltung Seeon-Seebruck; seit zwei Jahren in Teilzeit. Die Mutter einer Tochter freut sich auf ihre neue Aufgabe. Bevor es aber soweit ist, werde sie ihren Kolleginnen bei den Zeremonien genau über die Schultern schauen, sagte Niedermaier.

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Die meisten Paare, die das stilvolle Ambiente für ihren »schönsten Tag« wählen, kommen von auswärts, und zwar aus der ganzen Republik. Viele stammten aus dem Raum München und Rosenheim und einige sogar aus dem benachbarten Ausland. Als Trauungsort wird der Gotische Keller im historischen Kellergewölbe des ehemaligen Benediktinerklosters bevorzugt. Vereinzelt nutzen Hochzeitsgesellschaften auch das gastronomische Angebot auf der Halbinsel zum Feiern. Geheiratet werden kann auch im Trauungszimmer in der Dienststelle Seeon, in der bis zum nächsten Jahr auch noch die Formalitäten abgewickelt werden.

Wie wiederholt berichtet, wird die Dienststelle in Seeon aufgelöst und nach Seebruck verlagert, wo im nächsten Jahr ein neues Rathaus gebaut wird. Durch die Zusammenlegung der beiden Dienststellen müssen die Formalitäten für Hochzeiten dann im Seebrucker Rathaus erledigt werden. Auf den beliebten Trauungsort Kloster Seeon müssen Hochzeitspaare deshalb aber nicht verzichten.

Darüber hinaus gibt es für kleinere Hochzeitsgesellschaften in Seeon einen weiteren einzigartigen Trauungsort: die Arche am Ufer des Seeoner Sees. Das »schwimmende Standesamt«, das sich für kleinere Hochzeitsgesellschaften eignet, stammt aus der Ausstellung »Positive Zeichen – Erdobjekte und andere Wesen« von E.LIN, die zwischen 2006 und 2007 im Kloster Seeon lief. Die mit Moor-Gras verkleidete »Arche Noa«, die während der Ausstellung begleitet von zwei Versorgungsbooten im See schwamm, wurde ans Ufer geholt und steht seither auch dem Kultur- und Bildungszentrum auch als »Raum der Ruhe und Begegnung« zur Verfügung. Eine Zeit lang musste auf das »schwimmende Standesamt« verzichtet werden. Die Arche wurde in einer »Werft« fit gemacht und hat im Rahmen eines Projekts der Kultur- und Jugendkulturtage 2013 eine kleine Schwester bekommen. Das Kunstobjekt stand Modell für Menschen mit und ohne Behinderung, das als Beitrag zu den Kultur- und Jugendkulturtagen unter dem Projekttitel »Auf zu neuen Ufern« nachgebaut und danach auf Reisen ging. ga