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Hochwasserschutzkonzept für das Achental

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Im Herbst soll unter maßgeblicher Beteiligung des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums sowie der Fachbehörden vor Ort, der Gemeinden und den örtlichen Landwirten, ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept für das Achental ausgearbeitet werden. Das ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen Umweltminister Marcel Huber, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, BBV-Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer und Bauernobmännern aus dem Achental im Landtag, das auf Initiative des Stimmkreisabgeordneten Klaus Steiner und des BBV-Bezirkspräsidenten Anton Kreitmair zustandegekommen ist.


»Das Gespräch hat gezeigt, dass es im Achental sehr unterschiedliche Problemstellungen gibt«, betonte Umweltminister Huber. Aus diesem Grund sei ein umfassender Ansatz notwendig, um den unterschiedlichen Hochwassersituationen Rechnung tragen zu können. »Wir haben völlig verschieden gelagerte Herausforderung«, erläuterte Steiner: Zum einen den Schutz vor großen Flutkatastrophen, die wie zuletzt Dammbruch am Osterbuchberg geführt haben, sowie die alle zwei bis drei Jahre auftretenden Hochwässer, die etwa in Unterwössen, Raiten oder im Unterland an der Achenmündung, die landwirtschaftlichen Flächen überfluten.

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Dies ist auch das Anliegen der Unterwössner Bauern. »Wir leben mit dem Hochwas-ser, aber wir brauchen endlich eine vernünftige finanzielle Entschädigung«, forderte Unterwössens Bauernobmann Sepp Schuhbeck. Die Flächen der Unterwössener Landwirte seien zum Teil bereits Überschwemmungsflächen, die dem Schutz der Allgemeinheit dienten. Deswegen müssten die Kosten für die Räumung der vermurten und versandeten Flächen auch von der öffentlichen Hand übernommen werden. Vor diesem Problem stünden die Wössener Bauern alle zwei bis drei Jahre.

Etwas anders gelagert ist die Situation der Unterländer Bauern in Übersee. »Auch wir leben mit dem Hochwasser«, betonte Sepp Kreuz als Mitglied des Entwässerungsverbandes »Lindbodengraben«. Ursache für die häufigen Überschwemmungen sei das durch Anlandungen überhöhte Mündungsdelta der Tiroler Achen, das zu einem Rückstau der Entwässerungsgräben führe. Neben relativ einfachen und kostengünstigen Lösungen, wie eine niedrige Verlängerung des Dammes auf der Überseer Seite, müsse auch über die Schaffung von Retentionsräumen vor der Mündung nachgedacht werden.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Schaffung von Hochwasserflächen bzw. Retentionsräumen eine der wirksamsten Maßnahmen für einen dauerhaften Hochwasserschutz sei.

Martin Schwaiger aus Staudach und Sebastian Siglreithmayer gaben aber zu bedenken, dass zum Beispiel der größte Teil der Flächen der Staudacher Bauern durch Umwelt- und Naturschutzverordnungen in ihrer Nutzung größtenteils bereits stark eingeschränkt seien. »Wir brauchen deshalb eine öffentliche Anerkennung, dass wir Flächen zur Verfügung stellen und eine angemessene Entschädigung«, betonte Schweiger, der gleichzeitig die zunehmenden Umweltauflagen kritisierte, welche eine vernünftige Bewirtschaftung ohnehin immer mehr einschränkten.

Die beiden Minister äußerten sich anerkennend über die Bereitschaft der Achentaler Bauern, ihren Beitrag zum Hochwasserschutz zu leisten, machten aber auch deutlich, dass auch die Frage der Entschädigung für die Landwirte zukünftig einen höheren Stellenwert haben müsse. »Wir müssen jetzt gemeinsam mit unseren Tiroler Nachbarn ein Gesamtkonzept von der Achenmündung bis nach Kössen erarbeiten«, waren sich Umweltminister Huber und Klaus Steiner einig. Dazu gehöre laut Steiner auch die Frage der Holz- und Müllablagerungen in der Hirschauer Bucht. Das Problem sei allerdings nichts Neues und könne nur im Rahmen eines Gesamtkonzeptes diskutiert werden.