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Hochwasserschutz, Tourismus und Breitbandausbau

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Staudach-Egerndach. Die 13 Kreistagskandidaten der CSU im Achentalraum stellten sich in der Diskussionsveranstaltung im Gasthof Mühlwinkl den aktuellsten Themen. Im vollen Saal wurde über die Hochwasserproblematik, den Tourismus wie auch den Breitbandausbau gesprochen.


Zum Hochwasserschutz im Achental sagte Andreas Dögerl (Bürgermeister Marquartstein und Kreistagskandidat), dass 2013, in der Zeit der Hochwasserkatastrophe, noch nie eine solche Bodenvernässung festgestellt wurde. Nach dem Hochwasser schwebten die Empfindungen zwischen Erlösung, Resignation, Solidarität und Hilfsbereitschaft. Er forderte, dass sich die Ämter auf entsprechende Situationen einrichten. Dazu gehöre eine Sicherung der Zufahrtswege und hier müssen die zentralen Stellen zusammenarbeiten. Zudem sollten als Retentionsräume vorrangig staatliche Felder genützt werden. Georg Schützinger (Bürgermeister Grabenstätt, Kreistagskandidat) ging auf die Situation in Grabenstätt und auf die Verlandung der Hirschauer Bucht ein. »Der Naturschutz müsse eine gewisse Beweglichkeit bekommen«, sagte er. Es werde die Aufgabe der Zukunft sein, hier Lösungen zu erarbeiten.

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Der Tourismus, so Marc Nitschke (Bürgermeister Übersee, Kreistagskandidat) sei im Achental ein nicht zu verkennender Wirtschaftsfaktor. Maßvoll und im Einklang mit Kultur und Natur müsse sich dieser weiterentwickeln. Dies dürfe aber nicht heißen, dass kein Hotel mehr gebaut werden darf. Wichtig sei die Qualität der Beherbergungsbetriebe. So gebe es, außer dem Sporthotel in Grassau kein passendes Haus, das größere Gruppen unterbringen kann. »Wenn Wirte investieren und Hotels bauen wollen, müssen diese auch die Möglichkeit hierzu haben«. Nitschke meinte zudem, dass die starken Marken Chiemgau und Chiemsee schnellstmöglich fusionieren sollten. Der Chiemsee dürfe kein trennender Graben, sondern müsse verbindende Klammer sein.

Zur Lebensqualität zähle auch ein schnelles Internet und der Breitbandausbau, sagte Hermann Minisini aus Unterwössen (Kreistagskandidat). Seiner Meinung nach gehört das Förderverfahren vereinfacht und muss zielgerechter sein. Im Landkreis sollte eine Bestandsaufnahme hinsichtlich Glasfaservorprodukte gemacht werden. Zudem sollte es eine Koordinationsstelle im Landkreis geben.

Gefragt nach den Fließwasserkraftwerken, informierte Dögerl, dass das Ökomodell eine Konzeptstudie hierzu in Auftrag gegeben habe. Durch den Hochwasserschutz habe sich die Meinung hier verändert. Seiner Ansicht nach sollte auf die klassischen Werke zurückgegriffen werden und die angedachten Fließwasserkraftwerke seien nicht zu realisieren.

Laut Landtagsabgeordnetem Klaus Steiner würden diese Kraftwerke auch hinter den Energieerwartungen zurückbleiben. Er sprach von der »eierlegenden Wollmilchsau«. »Wir wollen keine Kernenergie, die Geothermie bringt nicht die erhoffte Effizienz, die Biomasse hat ihre Grenzen (Vermaisung) und die Windenergie (Verspargelung) ist auch nicht möglich«, so Steiner. Wichtig sei deshalb, Energiespeichermöglichkeiten auszuloten. tb