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Hochwasserschutz für Mauthner Feld vorgestellt

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Vor der Betonmauer wird sich bei einem 100-jährlichen Hochwasser ein Stausee bilden. Die Bebauung ist dadurch geschützt. Die Öffnung zum Schnappengraben kann reguliert werden, sodass es hier nicht zur Überflutung kommt.

Staudach-Egerndach. Das Hochwasser 2013 setzte große Teile des bebauten Mauthner Felds unter Wasser. Im Gasthof »Mühlwinkl« stellten nun Staudach-Egerndachs Bürgermeister Hans Pertl und Ingenieur Andreas Huber von der Trauntal BG den geplanten Hochwasserschutz für dieses Gebiet vor.


Eingangs erinnerte Bürgermeister Pertl an das Hochwasser 2013. Einige Häuser standen bis zum Erdgeschoß unter Wasser. Das Abflussrohr konnte die hohen Wassermengen aus dem Schnappengraben nicht mehr ableiten und so staute sich das Wasser zurück in das Baugebiet. Nun wolle man versuchen, durch geeignete Maßnahmen die Situation zu entschärfen. Bauingenieur Andreas Huber entwickelte nach einer hydraulischen Untersuchung des Schnappenbachs Möglichkeiten der Sicherung des Baugebiets.

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Auf 100-jährliches Hochwasser ausgelegt

Laut Huber lagen dem Büro Daten des Deutschen Wetteramtes vor und so wurde vorerst ermittelt, mit welcher Wassermenge bei einem 100-jährlichen Hochwasser aus den hier zusammenlaufenden zwei Bächen zu rechnen sei. Wie Huber informierte, würde sich bereits nach zwölf Stunden dann ein großer See bilden und ohne Vorkehrungen würden viele Gebäude unter Wasser stehen. Als Sicherungsmaßnahme sollte vor dem Baugebiet vom Achendamm bis zur natürlichen Hangkante, also nach der natürlichen Mulde und vor dem Baugebiet, eine Betonwand errichtet werden und das Gebiet abriegeln. Diese Betonwand wird rund 80 Meter lang und 30 Zentimeter breit. Zum Damm hin wird die Wand rund einen halben Meter und zur natürlichen Handseite rund 1,70 Meter hoch sein. Auf Höhe des Schnappengrabens soll in diese Betonwand eine regelbare Öffnung, ein Schütz, eingefügt werden. Poller sollen darüber hinaus verhindern, dass diese Öffnung verklausen kann. Der jetzige Fußweg wird durch einen neuen ersetzt, der auch befahrbar ist. Dann kann der Schnappengraben auch immer geräumt und somit der Abfluss sichergestellt werden. Durch diese Maßnahme, so Huber, stellt der Schnappenbach keine Gefahr mehr da.

Mit einer Betonwand könnten rund 140 000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Durch die Öffnung werde dann nur soviel Wasser abgeleitet, wie vom Schnappengraben und von der Schleuse am Ende des Grabens auch bewältigt werden kann. Huber fügte hinzu, dass die Betonmauer ein Streifenfundament erhalten werde. Mit Spundwänden könne nicht gearbeitet werden, da die Gefahr bestehe, dass sich das Grundwasser zurückstaut.

Gefragt wurde, wie der Ablauf geregelt werde. Hierzu erklärte Pertl, dass dies dann der Bauhof oder die Feuerwehr übernehme. Auf die Frage, wann mit der Maßnahme begonnen werden kann sagte Pertl, das Plangenehmigungsverfahren laufe und er hoffe, dass die Genehmigung schnell erteilt werde.

Kein Schutz vor der Tiroler Achen

Pertl betonte, dass es keinen 100-prozentigen Schutz gebe und diese Maßnahme der Entschärfung der Gefahr diene. Die Mauer biete aber keinen Schutz vor einem Überlaufen der Tiroler Achen, wie erklärt wurde und bezieht sich nur auf die Bäche. Auf die Frage, wie der Hochwasserschutz bezüglich der Achen aussehe, erklärte Pertl, dass in Staudach-Egerndach nichts vorgesehen sei. Verwaltungschef Florian Stephan erklärte, dass das Entenloch die natürliche Barriere sei und dieses auch nicht vergrößert werden darf. Mit dem Wasser, das hier durchkomme, müsse man leben.

Die Bürger interessierte, wie lange es dauern würde, bis die Mauer steht. Der Bau an sich, so Huber, sei schnell realisiert. Die Kosten bezifferte der Rathauschef auf rund 100 000 Euro, wobei die Maßnahme bezuschusst werde.

Schließlich betonte Pertl, dass alle Hauseigentümer eigene Vorsorge treffen müssen, wie zum Beispiel wasserdichte Kellerfenster einbauen. Eine Bezuschussung durch die Gemeinde verneinte er. Stephan informierte, vom Bayrischen Innenministerium gebe es ein Förderprogramm mit relativ hohen Zuschussbeträgen für den Hochwasserschutz; dies könne auch im Landratsamt nachgefragt werden. tb