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Hochwassermeldeplan und Energiekonzept vorgestellt

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Grassau. Zahlen, Daten, Fakten wie auch den Rückblick gab es bei der Bürgerversammlung als Broschüre in schriftlicher Form. Dies schaffte Zeit, sowohl das Energiekonzept wie auch den Hochwassermeldeplan der Gemeinde vorzustellen. Nur kurz ging Bürgermeister Rudi Jantke auf besondere Höhepunkte im vergangenen Jahr ein.


Zu den gesellschaftlichen Ereignissen zählte Jantke die Feste rund um 50 Jahre Partnerschaft Grassau Tscherms, die Hauptalmbegehung mit Rekordbeteiligung, den Almbauerntag, die Primiz, aber auch das Hochwasser Anfang Juni und lobte die Einsatzkräfte.

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Sanierung Mietenkam ist im Herbst fertig

Bis zum Herbst werde die Sanierung Mietenkam abgeschlossen sein. Derzeit werde die Straße verlegt und der Dorfladen eingerichtet. Auch mit dem Bau des BRK-Gebäudes wurde mit dem Abriss des Pfadfinderheims und des alten BRK-Gebäudes begonnen. An der Schule wurden neue Sicherheitstüren eingebaut und die Toiletten saniert.

Die Grundstücksverhandlungen zur Erweiterung der Feuerwehrhalle laufen. Ebenfalls in der Realisierung sei das neue Baugebiet Aichbauernweg. Laut Jantke würden hier acht Grundstücke verkauft, darunter vier für Einheimische, die mit Doppelhäusern bebaut werden können. Bedauerlich sei, dass der geplante Caravanpark nicht kommen werde. Geplant waren 50 Stellplätze für Wohnmobile. Grundeigentümer und Investor könnten sich nicht einigen, so Jantke.

An Ereignissen nannte Jantke neben dem gelungenen Faschingszug das Chiemgau- Pfingstfestival, den Grassauer Triathlon, die Lange Nacht und die Grassauer Märkte. Auch werde jetzt mit den Planungen für das Fest » 50 Jahre Markterhebung« in 2015 begonnen und ein Festausschuss gegründet. Der achte Band der Ortschronik, der sich mit Verkehr und Infrastruktur beschäftigt, soll noch heuer erscheinen, im kommenden Jahr der neunte Band mit dem Titel Handwerk und Industrie.

Verwaltungsangestellter Tobias Gasteiger stellte den Hochwassermeldeplan vor. Das Wasserwirtschaftsamt als Hauptmeldestelle berät, das Landratsamt ist Nachrichtengeber, die Gemeinde als Sicherheitsbehörde entscheidet über Evakuierungen, die Feuerwehren und Bauhöfe sind die ausführenden Organe. Detailliert beschrieb Gasteiger die Aufgaben nach Meldestufen, die sich am Pegel der Tiroler Achen orientieren.

Während bei der Meldestufe I und einem Pegelstand von 3,80 bis 4 Metern die Beobachtung beginnt, werden bei Meldestufe II (4 bis 5 Meter) bereits Brücken und Dämme überprüft, Bäche kontrolliert, die Deichverteidigung vorbereitet und Sandsäcke befüllt. Bei Meldestufe III (5 bis 5,5 Meter) beginnt die Dauerüberwachung der Brücke. Weitere Sandsäcke werden befüllt, Straßen gesperrt, Anlieger informiert, Busunternehmer für eine eventuelle Evakuierung benachrichtigt.

Kritisch wird es bei Meldestufe IV (5,5 bis 6 Meter): Nun werden die östlichen Anlieger (Asylbewerberheim) evakuiert und weitere Hilfsdienste angefordert. Bei Meldestufe V muss die Autobahnausfahrt Bernau/Felden gesperrt und müssen Straßensperren eingerichtet werden. Nun werden auch die westlichen Anlieger evakuiert und zum Sammelpunkt Katekparkplatz, Ecke Gänsbachstraße gebracht und dann zu den Evakuierungsorten Turnhalle, Schule, öffentliche Gebäude und Heftersaal transportiert.

»2013 wird mit Sicherheit nicht das letzte Hochwasserereignis sein, denn es war seit 2002 das nunmehr dritte Jahrhunderthochwasser«, so Jantke. Diskutiert werde über ein 1000-jährliches Hochwasser. In diesem Fall würden weite Teile Grassaus und Mietenkams unter Wasser stehen. Der technische Hochwasserschutz, so Jantke, sei ausgereizt. Jetzt laute das Gebot, dem Fluss Raum zu schaffen. Dies habe aber Grassau nicht allein in der Hand. Mit den Achental-Bürgermeistern müsse auf ein Konzept vom Ursprung der Achen bis zur Mündung gemeinsam mit den Österreichern gedrängt werden.

Das vom Ökomodell in Auftrag gegebene Energiekonzept stellte Sebastian Osenstätter von der Firma ECB Prien vor. Erfreulich sei, dass bereits rund 42,5 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbarer Energie hergestellt und 22,5 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie gedeckt würden. Potenzial sah er im Ausbau erneuerbarer Energien durch Kleinwindanlagen, Wasserkraft, Biomasse und Solarenergie, aber vor allem durch Energieeinsparungen und Effizienzsteigerung. Dies sei möglich durch den Austausch alter Haushaltsgeräte, Sanierungen von Heizanlagen und einem anderen Nutzerverhalten.

In Grassau seien 25 Prozent der Ölheizungen älter als 25 Jahre. Maßnahmen könnten der Wechsel zu LED-Lampen, gezielte Informationen über Fördermittel aber auch Sammelbestellungen von Umwälzpumpen (derzeit laufe diesbezüglich eine Sammelbestellung über das Landratsamt Traunstein) sein. Auch die Erweiterung des Nahwärmenetzes könnte hilfreich sein.

Weitere Anschließer an die Fernwärme gesucht

Hierzu informierte Sebastian Stephan, Leiter des Kommunalunternehmens Nahwärme Grassau. Seit 2009 seien 550 Haushalte angeschlossen und 14 Kilometer Fernwärmeleitung verlegt worden. Rund 1,5 Millionen Liter Heizöl seien dadurch bereits eingespart und sieben Millionen Euro investiert worden. Stephan nannte Vorteile, wie 24-Stunden-Service, saubere Energie, keine Wartungskosten, keine Reparatur- und Kaminkehrerkosten, Raumgewinn und Wegfall des Ölgeruchs. Nun wurden die Erweiterung des Heizwerks beschlossen und rund 2,2 Millionen Euro investiert. Auch das Fernwärmenetz werde erweitert. Derzeit werde geprüft, wie viele zu einem Anschluss an der Moosbacher Straße und im Oberdorf bereit wären. Weitere Informationen gibt es im Rathaus. tb