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Hochwasser: Bisher noch keine Entwarnung

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Den »Wassersportpark« in Empfing hat Robert Spiegelsberger zusammen mit seiner Freundin am Sonntag genutzt. Das Innere des neuen Funktionsgebäudes war aber im Gegensatz zu den Sport- und Parkplätzen vom Hochwasser nicht betroffen. Im Laufe des gestrigen Tages zog sich mit dem sinkenden Pegelstand der Traun auch das Wasser aus dem Sportpark wieder zurück.

Traunstein. Die Regenfälle haben nachgelassen, die Pegelstände sind gesunken und mit ihnen hat sich auch die Hochwassersituation im Landkreis entspannt. Entwarnung gibt es aber auch für die Stadt Traunstein noch nicht. Jedoch kann bereits gesagt werden, dass sich die Hochwasserschutzmaßnahmen bewährt haben. Größere Überschwemmungen sind trotz eines Pegelstandes von 3,16 Metern in Gebieten mit Wohnhäusern ausgeblieben.


Großflächige Überflutungen gab es vor allem südlich der Stadt nahe der Traun auf landwirtschaftlichen Flächen sowie in Kaltenbach im Ortsteil Kammer. Außerdem wurden die Sportanlagen auf beiden Seiten der Traun in Empfing geflutet. »Das neue Funktionsgebäude war aber nicht vom Hochwasser betroffen«, erklärt Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Der Bau war für ein hundertjähriges Hochwasser ausgerichtet und blieb im Gegensatz zu den Sport- und Parkplätzen verschont.

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Besonders schlimm hat es die Kleingartenanlage nördlich der Empfinger Brücke getroffen. Die war auch gestern im nördlichen Teil noch überflutet. »Hier können die Betroffenen mit Hilfe seitens der Stadt rechnen«, so Kösterke. Insgesamt sei die Situation in der Stadt aber weniger schlimm als befürchtet. Die neuen Hochwasserschutzmaßnahmen hätten sich laut Kösterke bewährt.

Der Pegelstand der Traun ist bis gestern Nachmittag bereits auf 101 Zentimetern und damit deutlich unter die erste Meldestufe gesunken. Zum Vergleich: Sonntagfrüh lag der Pegelstand noch bei 3,16 Metern. Entwarnung gab es bis zu Redaktionsschluss wegen der andauernden, leichten Regenfälle aber noch nicht.

Stundenlang im Einsatz waren die freiwilligen Helfer in der Großen Kreisstadt. Allein die Feuerwehren Traunstein, Haslach, Hochberg, Kammer und Wolkersdorf mussten rund 70 Mal ausrücken, etwa um Keller auszupumpen, die aufgrund des stark angestiegenen Grundwasserspiegels vollgelaufen waren. Gestern begann für viele Betroffene dann das große Aufräumen nach der Katastrophe. Auch Mitarbeiter der Stadt verschafften sich einen Überblick über mögliche Schäden.

An Hanglagen im gesamten Stadtgebiet besteht aufgrund des aufgeweichten Bodens weiterhin die Gefahr von Murenabgängen. Insbesondere die Dämme und Wege an der Traun dürfen aus Sicherheitsgründen noch nicht wieder betreten werden.

In Folge eines Murenabgangs am Sonntagmorgen war die Bundesstraße 306 zwischen der Salinenbrücke bis zur Einmündung Sparzer Straße zeitweise nicht mehr befahrbar. Fünf kleinere Murenabgänge gab es auch im Bereich der Unterforsthuber-Kneippanlage. Dort wurde der Fußweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Um die Untere Stadt vor dem Hochwasser zu schützen, wurde der Mühlbach kurzzeitig von den Traunsteiner Stadtwerken abgelassen. Wäre dies nicht geschehen, hätte sich das Wasser durch den Druck von der Traun zurückgestaut und zu Überflutungen geführt. Nachdem sich die Lage gestern deutlich entspannte, konnte der Mühlbach am Nachmittag wieder gefüllt werden.