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Hochschule für Traunstein

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Traunstein. Der Landkreis Traunstein bekommt eine weitere Bildungseinrichtung, die einen Bachelor-Abschluss anbietet. Neben der Berufsfachschule für Physiotherapie »Chiemseeschulen Zimmermann« offeriert künftig auch die »Hochschule der Bayerischen Wirtschaft« in ihrer neuen Außenstelle Traunstein drei akademische Studiengänge, die berufsbegleitend in zehn Semestern absolviert werden können. Zwei Professoren legten dem Kreistag Traunstein gestern Details vor. Die private, staatlich voll anerkannte Hochschule im Gewerbepark Kaserne wird am Freitag, 18. Juli, offiziell eröffnet.


Landkreis Traunstein »hervorragend aufgestellt«

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»Traunstein ist ein Bildungslandkreis«, betonte Landrat Siegfried Walch (CSU). Mit den Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien und Förderschulen sei der Landkreis hervorragend aufgestellt; auch die berufliche Ausbildung sei ein starker Faktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises. In den letzten Jahren seien zahlreiche Anschlussangebote im Bildungsbereich etabliert worden wie die Fachakademie für Sozialpädagogik und die Technikerschule am Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft mit Technikerausbildung in Maschinenbau und Elektrotechnik. Gefehlt habe jedoch, so Siegfried Walch, »ein Angebot im akademischen Bereich«. Die neue Hochschule mit den Studiengängen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaft sei »ein Meilenstein in der bildungspolitischen Entwicklung im Landkreis«.

Der Vorstandsvorsitzende des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft, Professor Günther Goth – selbst vor 30 Jahren Mitglied des Kreistags – erinnerte daran, dass die Hochschule eine Initiative des vorherigen Landrats Hermann Steinmaßl gewesen sei, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Goth sieht »viele Rohdiamanten«, die weiterentwickelt werden könnten: »Der Karriereweg über den Facharbeiter erhält dadurch eine große Alternative.« Professor Goth zeigte sich zuversichtlich, mit der Hochschule in Traunstein den Fachkräften, den Unternehmen, der Stadt, dem Landkreis und der gesamten Region von Nutzen zu sein.

Der Leiter des Studiengangs »Wirtschaft« und einer der künftigen Lehrkräfte, Professor Dr. Carsten Bartsch, nannte Details. Man wolle die Studierenden nicht »buchschlau« machen, sondern dazu beitragen, »ihr Wissen aus dem Studium in die Praxis umzusetzen und damit auch ihren Unternehmen zu helfen, im Wettbewerb zu bestehen«. Los geht es im Oktober. Anmeldungen sind seit etwa drei Wochen möglich und Interessenten gebe es bereits viele, so Bartsch.

»Das Thema Pflege beschäftigt uns bereits«

Walch regte die Fortentwicklung des Angebots mit einer dualen Ausbildung an. Die Idee von Willi Geistanger, Bündnis 90/Die Grünen, war, auch den Pflege- und Gesundheitsbereich abzudecken. Das sahen die Hochschulvertreter als nicht leistbar an. »Das Thema Pflege beschäftigt uns bereits«, ergänzte der Landrat. Der Kreis befinde sich aktuell in Verhandlungen hinsichtlich einer Kooperation zwischen der Hochschule Rosenheim und der Krankenpflegeschule Traunstein: »Vielleicht können wir schon 2015 starten.« Die Gefahr einer »unbedingten, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichteten Spezialisierung« sah Dr. Thomas Graf, ÖDP. Professor Goth erwiderte: »Wir wollen keine Fachidioten.« kd