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Hochkarätiger Volksmusikabend

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Hochklassige Volksmusik und beste Unterhaltung gab es beim Lindl-Hoagart der Grabenstätter »Bergmoos Musi« um Katharina Wiesholler und Lukas Wimmer. (Foto: Müller)

Grabenstätt. »Heute haben wir fast den ganzen Stolz des Chiemgaus auf der Bühne, was die Volksmusik angeht«, betonte Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke beim rundum gelungenen Lindl-Hoagart der Grabenstätter »Bergmoos Musi« um Katharina Wiesholler und Lukas Wimmer. Mit ihren ebenso hochklassig aufspielenden musikalischen Freunden bereiteten die letztjährigen Gewinner des Volksmusikpreises »Traunsteiner Lindl« sich und den rund 550 Besuchern in der neuen Sport- und Mehrzweckhalle Grabenstätt einen unvergesslichen Volksmusikabend.


Die einzelnen Gruppen überzeugten

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Die Messlatte lag hoch, denn der umjubelte Löwen-Hoagart der Bergmoos Musi, den sie als Gewinner des ähnlich prestigeträchtigen »Wasserburger Löwen« im Bergener Festsaal ausrichten durfte, war eigentlich kaum mehr zu überbieten. So legte man sich beim Schmücken der Bühne ganz besonders ins Zeug und zauberte den Goldenen Oktober mit bunt gefärbten, meterhohen Laubbäumen, Maispflanzen und Blumen in die Veranstaltungshalle. Dass gleich zwei Traunsteiner Lindl die Bühne zierten, lag daran, dass auch die »Stibei Buam« im Vorjahr damit ausgezeichnet worden waren. Sie hatten die Ehre, den Hoagart mit einem zünftigen Marsch zu eröffnen.

Im Anschluss gaben die beiden Hauptdarsteller als Mitglieder der »Lohberg Musi« eine erste Kostprobe ihres großartigen Könnens ab. Gut möglich, dass Katharina Wiesholler und Lukas Wimmer in dieser Besetzung mit den geigenden Schwestern Johanna, Franziska und Elisabeth Edtmayer sowie Martin Geisreiter am Kontrabass schon bald einen neuerlichen Anlauf auf den bekannten regionalen Volksmusikpreis nehmen werden.

Zu überzeugen wussten auch die »Anzwies Musi«, das »Buacheckerl-Gitarrentrio«, der »Thalwieser Dreigsang«, die »Anfang Dirndl« und die Grabenstätter »Hirschgrom Musi«, die den Lindl vor drei Jahren gewonnen hatte.

Die 16-jährige Katharina Wiesholler war gleich mehrfach im Einsatz, als routinierte Harfenistin der Bergmoos Musi und Lohberg Musi, im feinen Harfen-Duett mit Marina Plereiter und als Sängerin des stimmgewaltigen »Drei Häusl Gsangs« mit Regina Wiesholler und Christine Lukas sowie Verena Bartsch. Unterhaltsam durchs Programm führte Heinrich Albrecht, der die steile Karriere der Bergmoos-Musikanten seit Jahren begleitet und den 15-jährigen Wimmer zu einem Vorzeige-Ziachspieler formte.

Für gute Stimmung sorgte auch Mundartdichter und Versschreiber Gustl Lex, über den Albrecht mutmaßte, dass er wohl »so oft mit der Bergmoos Musi unterwegs ist wie sonst koaner in Grabenstätt«. Nachdem er an die Geschichte des Traunsteiner Lindl erinnert hatte, der seit 1526 den Lindl-brunnen am Stadtplatz ziert und seit 1967 als hölzerne Figur an die besten heimischen jungen Volksmusikanten vergeben wird, machte es Albrecht sichtlich Freude, mit seinem Lehrmeister Hansl Auer zu plaudern, den er als »Multiinstrumentalist und hervorragenden Pädagogen« rühmte. Auer zufolge »ist die Volksmusik reifer geworden«. Neben Probenfleiß und Begeisterung für die Volksmusik, brauche es auch »einen Schuss Begabung«, um einen Lindl zu gewinnen, so Auer.

»Ihr habt es wirklich ausgereizt«, stellte Oberbürgermeister Kösterke fest, als er den mit besonders viel Talent gesegneten Hauptdarstellern des Abends mitteilte, dass sie ihren »wandernden« Traunsteiner Lindl nun wieder hergeben müssten, da er in zwei Wochen neu vergeben werde. Um ihnen den Abschied ein wenig leichter zu machen, überreichte er ihnen die traditionellen Lindl-Taler.

Zum Schluss gab´s lautstarke Goaßlschnalzer-Einlage

Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger erinnerte daran, dass der Traunsteiner Lindl dank der Bergmoos Musi bereits zum insgesamt vierten Mal nach Grabenstätt gegangen sei. Möglich sei so eine Leistung nur, wenn junge Musikanten von den Eltern entsprechend unterstützt würden.

Vor der Pause hatten über 500 mehr und weniger begabte Kehlen »Da Summa is uma« gesungen. Das Publikum hatte auch nach fast drei Stunden noch lange nicht genug und erklatschte sich den »Schneeberg Boarischen« der Bergmoos Musi als Zugabe. Nach einer lautstarken Goaßlschnalzer-Einlage des Grabenstätter Trachtenvereins »Chiemgauer« wurde zu den Klängen der Anzwies Musi noch ausgelassen getanzt. mmü