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Hitzige Debatte um neuen Lebensmittelmarkt

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Chieming. Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand die Aufstellung eines Bebauungsplans für das »Sondergebiet Lebensmittelmarkt« auf dem Grundstück des Schrann-Anwesens an der Hauptstraße. Stadtplaner Andreas Jurina vom Traunsteiner Planungsbüro Strasser und Partner erläuterte die Planung. Nach zum Teil hitziger Diskussion billigte das Gremium den Bebauungsplanentwurf.


Zuvor gab Bürgermeister Benno Graf die Stellungnahme des Landratsamtes bekannt, das das Vorhaben ortsplanerisch positiv beurteilte. Graf, wie auch alle anderen Räte waren für die Erstellung eines schalltechnischen Gutachtens und kündigten die Beteiligung der Träger für öffentlicher Belange an.

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Der Planer erklärte, auf Wunsch von Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat wurden die 37 Stellplätze weiter nach hinten verlegt, dadurch rücke das Gebäude mehr zur Straße hin und dort werde es nur noch die Behindertenparkplätze geben. Der neue Markt werde eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter haben. In dem Gebäude werde auch ein Bäcker untergebracht. Es werde ein Satteldach haben. Bis auf den Glaseingang werde es überwiegend mit Brettern verschalt sein.

»Markt vor allem für Ältere notwendig«

Graf betonte, eine Nachtanlieferung von Waren sei nicht vorgesehen, der Anlieferbereich werde eine Einhausung haben. Zweiter Bürgermeister Georg Hunglinger sagte, der Markt sei notwendig, vor allem für ältere Leute. Das Warenangebot werde erheblich größer sein als bisher. Der Betreiber wolle zudem das Kosmetiksortiment stark erweitern, da es seit dem Wegfall des Schleckermarktes immer wieder Klagen gegeben habe, dass es in Chieming keinen Drogeriemarkt mehr gebe.

Christian Fischer (CSU) fand die Planung gut, auch die Strukturierung des Verkehrs sei gut gelöst. Weitere Befürworter meinten, ortsplanerisch werde sich der Lebensmittelmarkt dort gut einfügen. Ihnen gefiel die einfache Gestaltung, sie erwarten eine Belebung dieses Bereiches und meinten, am alten Standort neben der VR-Bank hätte der gegenwärtig beengte Edeka-Markt keine Zukunft. Positiv wurde auch der Abriss des alten Schrann-Anwesens gesehen. Ein neuer Markt halte das Geld vermehrt im Ort, auch die Gemeinde werde von Steuereinnahmen profitieren.

Gegen den Bebauungsplanentwurf war Anton Maier von der Bäuerlich-Bürgerlichen Wählergruppe (BBW). Er warf Bürgermeister Graf vor, die Gemeinde hätte das Schrann-Anwesen kaufen müssen, um eigene Ideen umzusetzen. Einige Räte meinten, dort hätte auch ein Seniorenzentrum mit betreutem Wohnen entstehen können. Maier sagte weiter. »Mir gefällt die geplante moderne Art des Marktes nicht:«

Wolfgang Wimmer (CSU) fürchtete Verkehrsprobleme. Vor allem sei er kritisch wegen der Anlieferzeiten. Und die geplanten 37 Parkplätze würden sehr eng. Graf antwortete, die Breite der Parkplätze entspreche den Bestimmungen, die Zufahrt sei 7,50 Meter breit. Wolfgang Hillenbrand (UW) bemängelte die zu kleine Grünfläche, Elisabeth Heimbucher (Grüne) fragte, ob eine Verkehrsinsel zu erwarten sei, wie die Entwässerung und Werbeanlagen geplant seien.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Änderung des Bebauungsplanes »Ortsmitte« im Bereich des Rathauses. Architektin Ulrike Heide Oel aus Tittmoning stellte als Vorplanung zur Erweiterung des Rathauses zwei Varianten vor. Die erste Variante wäre eine zweigeschossige Überbauung über das Bauamt, die andere eine eingeschossige Überbauung, aber mit breiterer Erweiterung über dem Bauamt. Der Gemeinderat entschied sich für die erste Variante. OH