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Historisches Grabdenkmal restauriert

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Ein wertvolles Grabdenkmal auf dem Traunsteiner Waldfriedhof wurde mit dem Preisgeld des Bundeswettbewerbes »Entente Florale – gemeinsam aufblühen« restauriert. Die Enthüllung war am gestrigen Mittwochvormittag (von links): Bundesbauminister Peter Ramsauer, Lüder Nobbmann, der Vorsitzende des Zentralverbandes Gartenbau, und der Traunsteiner Oberbürgermeister Manfred Kösterke. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Die Stadt Traunstein hat ein wertvolles Grabdenkmal am Waldfriedhof restaurieren lassen. Zur Finanzierung verwendete die Kommune das Preisgeld, das sie im vergangenen Jahr beim Wettbewerb »Entente Florale – gemeinsam aufblühen« gewonnen hatte.


Im vergangenen Sommer hatte die Stadt Traunstein beim Wettbewerb des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) den Sonderpreis »Friedhof – Grüne Oasen in der Stadt« erhalten. Der im Jahr 1908 eröffnete Traunsteiner Waldfriedhof sei mit seinem über 100 Jahre alten Baumbestand »eine grüne Oase in der Stadt«, befand die Jury.

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»Historisches Gesicht des Friedhofs lebendig halten«

Die Enthüllung des restaurierten Grabdenkmals – es handelt sich um das aufgelassene Familiengrab des Uhrmachermeister Franz Sales Schwer (1849 bis 1932) – fand am gestrigen Mittwochvormittag im Beisein des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer, statt. Ramsauer sagte, die Grabrestaurierung würde den Blick auf den gesellschaftlichen Wert der oft sehr alten Friedhöfe mit ihren Baudenkmälern lenken. »Mit dem wiederhergestellten Grabmal können wir ein Stück dazu beitragen, das historische Gesicht des Traunsteiner Waldfriedhofes lebendig zu halten.«

Oberbürgermeister Manfred Kösterke lobte in seiner Rede »die Weitsichtigkeit der seinerzeitigen Stadtoberen«, die den vor rund 105 Jahren eröffneten Waldfriedhof in einen würdigen Rahmen gesetzt haben. Diesen Bereich zu erhalten, sei der Stadt eine wichtige Verpflichtung. Der Stadt mache dabei zunehmend aber die Veränderung der Begräbniskultur zu schaffen, es gäbe eine deutliche Verschiebung hin zu Urnenbestattungen. Umso schöner sei es, wenn an einem Tag wie diesem, die Grabkultur gewürdigt werde. Die Stadt Traunstein versucht möglichst viele alte Grabstätten zu erhalten, indem sie Nachpächter sowie Paten für Grabstätten sucht oder manche auch als Stadt selbst erwirbt. Kösterkes Dank und seine Anerkennung galten dem beteiligten Steinmetz und der Friedhofsgärtnerei. Die Restaurierung des Grabdenkmals samt historischer Bepflanzung kostete gut 1000 Euro.

Historische Bepflanzung für das restaurierte Grabdenkmal

Der Präsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes, Roland Albert, sagte, dass der Friedhof auch ein Ort einer sozialen Begegnungsstätte sei. »Im gesellschaftlichen Wandel hat dieser eine wichtige Funktion«, so der Verbandspräsident. Die Bedeutung der Grabkunde stellte Lüder Nobbmann, Vorsitzender des Zentralverbandes Gartenbau heraus und betonte, dass diese in alttestamentliche Zeiten zurückreichen würden. Zu einem historischen Denkmalschutz gehöre auch die entsprechende Bepflanzung. Dies sei bei dem Traunsteiner restaurierten Grabmal perfekt umgesetzt.

Oberbürgermeister Kösterke machte abschließend noch einmal die Wichtigkeit deutlich, die schönen historischen Gräber am Waldfriedhof zu erhalten. »Liest man die alten Inschriften auf den Grabsteinen, Kreuzen und Denkmälern, dann ist der Waldfriedhof auch ein aufgeschlagenes Buch der Stadtgeschichte.« awi