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Historischer Verein zurück in ruhigem Fahrwasser

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Die Pläne, ein Salzmuseum in Traunstein zu konzipieren, werden nur schwer zu verwirklichen sein, wie in der Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins festgestellt wurde. Einige Anwesende brachten einen Anschluss eines solchen Museums an das Heimathaus (unser Bild) ins Spiel. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Der Pflege und Förderung geschichtlicher und heimatgeschichtlicher Belange hat sich der »Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein« verschrieben. Dass dies ein reiches Betätigungsfeld für den Verein ist, der im kommenden Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, wurde in der Jahresversammlung in der Zieglerwirtsstube des Heimathauses deutlich. Vorsitzender Hans Helmberger machte deutlich, dass der Verein in der Stadt einen guten Ruf genieße. Dieser schlage sich auch in den Mitgliederzahlen nieder. So habe man im vergangenen Jahr 20 neue Mitglieder gewonnen.


Wenig Erfreuliches hatte er aus Gesprächen zu berichten, die er und der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, Richard Kraft mit Landrat Hermann Steinmaßl und Oberbürgermeister Manfred Kösterke in Sachen eines Salzmuseums für Traunstein geführt haben: Man sei hier auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Es gebe aus finanziellen Gründen keine Chance für eine solche Einrichtung. Unter den vielfältigen Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres nannte er insbesondere den Max-Fürst-Preis und den Jugendpreis des Landrates.

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Helmberger ging auf das letzte Treffen des Freundeskreises für Heimatpflege ein, bei dem Klagen der Ortsheimatpfleger aufgrund der Abschaffung der Position eines hauptberuflichen Kreisarchivars durch den Landkreis laut wurden. Bei einem Treffen mit Landrat Steinmaßl habe man einen Teilerfolg erreicht. So soll nun Heimatforscher Albert Rosenegger auf ehrenamtlicher Basis die Pflege des Kreisarchivs sowie die Gemeinde- und Pfarrarchive des Landkreises weiterführen.

Museumsleiter Dr. Jürgen Eminger gab einen Überblick über die Aktionen, die für das laufende Jahr vorgesehen sind, und stellte hierbei einige geplante Ausstellungen, beispielsweise über den Alpenverein heraus. Auch eine Aktion mit Schautafeln über das Leben von Papst Benedikt XVI. sei vorgesehen.

Archivverwalter Werner Hellmuth berichtete über einige Neuanschaffungen und stellte insbesondere die Fotobücher heraus, in denen Straßen der Stadt dargestellt werden.

Schatzmeisterin Silvia Fröhler legte den Kassenbericht vor. Im vergangenen Jahr musste man die Kosten für zwei Jahrbücher tragen. Bei rund 4400 Euro Habensaldo zum Jahresende sei dieser jetzt auf rund 9000 Euro gestiegen. Kassenprüfer Paul Kohlbeck schlug für die beiden Jahre 2011 und 2012 die Entlastung vor, nachdem diese für das Vorjahr aufgrund offener Fragen bei der letzten Jahreshauptversammlung nur bedingt erfolgt war. Die Entlastung erfolgte ohne Gegenstimme. Vorsitzender Helmberger betonte, der Verein sei gerade im Hinblick auf die Anforderungen für das Jubiläumsjahr 2014 »finanziell auf einem guten Weg«.

Die Satzung von 1979 sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, erläuterte Helmberger. Deshalb habe man sie überarbeitet und angepasst. Die Satzungsänderung wurde einstimmig verabschiedet.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke lobte die neue Vorstandschaft. Sie habe »den Verein in aufgewühltem Gewässer übernommen und wieder in ruhiges Gewässer geführt«. Er stimmte die Anwesenden auf das Jahr 2019 ein, in dem sich die Fertigstellung der Soleleitung von Bad Reichenhall nach Traunstein und die Salinengründung zum 400. Mal jährt. Hier erarbeite eine inzwischen eingesetzte Arbeitsgruppe eine Reihe von möglichen Veranstaltungen und Präsentationen. Auch eine Wanderausstellung sei vorgesehen.

Kritische Stimmen gab es zu den vorläufig abgeschmetterten Plänen ein Salzmuseum zu bauen. Der Oberbürgermeister machte deutlich, dass nicht nur die Kosten für den Bau, sondern auch für den Betrieb des Hauses zu berücksichtigen seien. »Die Sache ist aber weiter im Fluss« wollte er die Hoffnung auf eine Realisierung des Projektes nicht völlig dämpfen.

Tobias Trübenbach, Geschäftsführer des Katholischen Kreisbildungswerks Traunstein machte in einem Kurzvortrag deutlich, dass man aufgrund des Umfanges und des Erfolgs der Aktion »Erzählcafé« nun in Kooperation mit dem Historischen Verein und der Stadt Traunstein für die beliebte Veranstaltungsreihe verantwortlich sei.

Helmberger gab zum Versammlungsschluss noch einen Ausblick in die kommenden Aktivitäten und teilte unter anderem mit, dass der Max-Fürst-Preis 2013 wegen ihres Engagements in ihrem Museum an Tyrena Ullrich geht, die für die Ruhpoldinger Glockenschmiede verantwortlich zeichnet. awi

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