Historischer Verein Chiemgau verleiht Max-Fürst-Preis an Museumsleiter Richard Ruhland

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Den Max-Fürst-Preis übergab Hans Helmberger (links), der Vorsitzende des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein, an Richard Ruhland. (Foto: Pültz)

Tittmoning – Richard Ruhland aus Tittmoning hat den Max-Fürst-Preis erhalten, den der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein Jahr für Jahr vergibt, um herausragende Leistungen in der Heimatpflege zu würdigen. In einer Feierstunde im Scheibensaal der Burg in der Stadt an der Salzach überreichte Hans Helmberger, der Vorsitzende des Historischen Vereins, die Auszeichnung.

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In der Laudatio würdigte Konrad Schupfner, Tittmonings Altbürgermeister, das Engagement, das Ruhland viele Jahre als Vorsitzender des Historischen Vereins in Tittmoning zeigte und als Leiter des Heimatmuseums in der Burg nach wie vor an den Tag legt. »Richard Ruhland ist nicht nur eine lokale Größe der Heimatpflege für Tittmoning. Sein Wirken geht weit über die Stadtgrenzen hinaus in den Rupertiwinkel und in unsere Region beiderseits der Salzach«.

Bereits zum 19. Mal vergab der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein den Preis, der nach dem Traunsteiner Maler und Heimatforscher Max Fürst (1846-1917) benannt und, gefördert von den Adelholzener Alpenquellen, mit 1000 Euro dotiert ist. Neu war heuer, dass die Verleihung erstmals außerhalb der Stadtgrenze erfolgte.

Dass der Verein mit dem Preis nach Tittmoning zum Preisträger kam, sei, wie Helmberger erläuterte, nicht nur der Corona-Pandemie geschuldet, die die Suche nach einem geeigneten Raum in Traunstein erschwert habe. Die Übergabe in Tittmoning, dem Wohnort von Ruhland, sei auch ein »Zeichen des Respekts gegenüber dem Preisträger«. Helmberger berichtete ferner auch, dass der Verein den Max-Fürst-Jugendpreis heuer zu einem späteren Zeitpunkt vergeben werde.

Als Hausherr in der Burg, die der Erzbischof von Salzburg erbaut hatte und die seit 1851 der Stadt gehört, hieß Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum die Gäste willkommen. Unter anderem sagte er, Ruhland habe sich »besondere und bleibende Verdienste um unsere Heimat erworben«.

Der Bürgermeister freute sich, dass das Wirken von Ruhland über den Rupertiwinkel hinaus Beachtung und Würdigung finde. Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner – sie verbrachte, wie sie einschob, schöne Kindheitstage in Tittmoning – meinte, Richard Ruhland habe auf der Burg »sein zweites Zuhause gefunden«. Sie zollte ihm »allerhöchsten Respekt« und betonte, dass er sich mit Leidenschaft und Hingabe der historischen Überlieferung widme. Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber sagte, Ruhland habe mit dazu beigetragen, dass sich die Burg in Tittmoning zu einem Kulturzentrum von überregionaler Bedeutung entwickelt habe.

Laudator Schupfner erinnerte daran, dass Richard Ruhland – 1946 kam er in Tittmoning auf die Welt – 1974 in den Vorstand des Historischen Vereins in Tittmoning gewählt worden sei. 1979 habe er dann den Vorsitz übernommen. Bis 2019 – und damit 40 Jahre – sei er an der Spitze gestanden. Allein schon diese führendenden Tätigkeiten über eine so lange Zeit seien »bemerkenswert und beispielhaft für sein ehrenamtliches Engagement«.

Zusätzlich zur Führung des Vereins habe Ruhland dann die Leitung des städtischen Heimatmuseums auf der Burg übernommen. 2008 habe er den »großen Schlüsselbund« und damit die Verantwortung für die Einrichtung in die Hände gelegt bekommen. Während er den Vorsitz im Verein im vergangenen Jahr an Rainer Zimmermann abgegeben habe, habe Ruhland auf der Burg nach wie vor das Sagen.

»Dieses Museum lebt und liebt er«, betonte Schupfner. Aus diesem Grund müsse man »schon eine große Überzeugungskraft« ihm gegenüber an den Tag legen, wenn man etwas in der Einrichtung verändern oder modernisieren wolle. Im Gegenzug mache Ruhland gerne Druck, wenn‘s – unterstützt vom Historischen Verein – um interessante Zukäufe zur Ergänzung der Bestände geht.

»Bleibende Werke« habe Richard Ruhland mit seinen heimatgeschichtlichen Büchern geschaffen. Den Auftakt habe ein neuer Museumsführer gebildet, der eine Anleitung aus früheren Zeiten ersetzte. Sein »Meisterwerk« sei das Buch »Burg – Stadt – Vorstadt Tittmoning. Stadtgeschichte um 1800« gewesen. »Auf fast 400 großformatigen Seiten werden dem Leser die Stadtgeschichte und die Geschichten der einzelnen Häuser, ergänzt mit vielen Bildern, nähergebracht«, so Schupfner. Dieses Buch habe mittlerweile den Charakter eines Nachschlagewerks, »dem selbst das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Beweis-charakter zugesteht«.

Richard Ruhland sagte, dass die Auszeichnung nicht ihm allein gebühre. Er verwies darauf, dass eine Person nicht viel erreiche, wenn nicht zahlreiche weitere hinter ihr stehen würden. Und so nannte er eine Reihe von Weggefährten und Helfern, die ihm im Verein und im Museum zur Seite standen beziehungsweise ihn nach wie vor unterstützen.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten Katharina Wiesholler an der Harfe und Markus Gromes an der Ziach.

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