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Historische Vielfalt auf über 100 Seiten

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Waging am See – In den gut 27 Jahren seines Bestehens hat der Verein für Heimatpflege und Kultur Waginger See jedes Jahr ein Heft herausgegeben – doch knapp drei Jahre gab es zuletzt kein solches Heft mehr. Denn die Autoren hatten sich voll und ganz auf das neue Heimatbuch konzentriert, das inzwischen in drei Bänden vorliegt. Nun aber ist Jahresheft Nummer 25 ist erschienen.


Auf 124 vierfarbigen Seiten gibt es eine Fülle an historischem und aktuellem Material. Das beginnt beim Jubiläum »200 Jahre Grenze Bayern-Österreich« und endet mit Artikeln, die als »Nachlieferungen« zum Heimatbuch verstanden werden. Das Heft umfasst eine Vorstellung der neuen Ortsheimatpflegerin Dr. Claudia Schemmer, einen Bericht über den Arbeitskreis »Heimat Otting« und seine Wanderungen im einstigen Grenzgebiet, einen Aufsatz über die Herkunft der Ortsnamen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Waging, einen Bericht über das Bajuwarenmuseum, ein Porträt des Schnitzers Korbinian Rothuber und eine Buchbesprechung »Franz Murr – Ich kämpfte fürs Vaterland«.

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Umrahmt werden die Beiträge von Nachrufen auf Willi Wimmer, den lange Zeit in Wolkersdorf bei Kirchanschöring wirkenden Künstler, der vergangenes Jahr verstorben ist, und von dessen Werken eine umfangreiche Sammlung der Gemeinde Waging vermacht worden ist, und auf Hans Roth. Der unerwartet verstorbene, frühere Vorsitzende des Historischen Vereins Rupertiwinkel Laufen war auch langjähriger Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege und aufgrund seiner Freundschaft mit Franz Patzelt ständiger Wegbegleiter der Waginger Heimatpflege.

Ein Nachtrag zu den Heimatbüchern ist im neuen Jahresheft abgedruckt – auf rund 20 Seiten. So finden sich im 25. Jahresheft Kapitel wie »Der verlogen illustrierte Krieg«, »Bierpantscher und Biersteuerhinterzieher anno 1925/26 im Gemeindebereich Otting«, »Aglassinger Gschichtn«, »Der Zweite Weltkrieg und was sich im Weitmoos zugetragen hat«, »Bei da Lapperin«, »Was man früher alles essen können musste«, »Feierten die Bajuwaren eigentlich Weihnachten?« und »Gebackenes Kalbshirn«, eine Erinnerung von Franz Patzelt an sein etwas voreilig ausgewähltes Firmungsessen.

Neue Ortsheimatpflegerin wird vorgestellt

In den anderen Artikeln lernt der Leser die neue Ortsheimatpflegerin kennen, die unter anderem von ihrem Bemühen um ein neues Konzept für das Bajuwarenmuseum und zuletzt mit der Organisation der Faschingsausstellung bekannt sein dürfte. Das Jahresheft befasst sich aber auch mit ihrer Doktorarbeit über die Suche nach Spuren einer zunehmenden Internationalisierung Bayerns nach 1945. Patzelt selbst, inzwischen 68 Jahre alt, verabschiedet sich nach 30 Jahren mit einer beeindruckenden Arbeitsbilanz – von der Initiative für die Bajuwaren-Ausgrabungen bis zum Heimatbuch.

Gerade mal seit einem guten Jahr treffen sich Interessierte zum Arbeitskreis »Heimat Otting«. Sie haben schon mehrfach Wanderungen entlang der Linie in der Pfarrei organisiert, auf der früher die Grenze nach Salzburg verlief, und dazu Vorträge angeboten. Auch das wird im Jahrbuch geschildert.

Und damit in einem Jahr ein neues Jahrbuch vorliegt, appellieren die Verantwortlichen des Heimatpflegevereins an alle, nach alten Unterlagen zu suchen: In alten Schachteln und auf Dachböden liegen manchmal alte, schriftliche und bildliche Zeitdokumente, aus denen sich interessante Erkenntnisse und beste Unterhaltung ziehen lassen. Mitglieder erhalten das Heft kostenlos; zu kaufen ist es unter anderem bei der Tankstelle Grabl und bei Ostermann. he