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Hintergrund: Was macht eigentlich der Bundespräsident?

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Foto: dpa

In Deutschland und der ganzen Welt herumreisen, um viele Menschen zu treffen. Klingt nach einem spannenden Job.


Wahl des Bundespräsidenten – So verläuft der Sonntag in Berlin 

Berlin (dpa) – Alle fünf Jahre – und manchmal sogar öfter: Die Bundesversammlung wählt ein neues Staatsoberhaupt. Dieser Sonntag beginnt um 9.00 Uhr mit einer ökumenischen Andacht in der katholischen St.-Hedwigs-Kathedrale. Danach treffen sich um 11.00 Uhr die Fraktionen zu getrennten Sitzungen. Um 12.00 Uhr eröffnet Bundestagspräsident Norbert Lammert die 16. Bundesversammlung.

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Um 12.15 beginnt der erste und voraussichtlich einzige Wahlgang. Die 1260 Wählerinnen und Wähler werden namentlich aufgerufen. Gegen 14.00 Uhr soll das Ergebnis verkündet werden. Der voraussichtliche Wahlsieger Frank-Walter Steinmeier hält eine kurze Ansprache. Danach erklingt die Nationalhymne. Mit einem Empfang des Bundestagspräsidenten um 15.00 Uhr endet das Programm.

Der Bundespräsident hat viel zu tun

In Deutschland und der ganzen Welt herumreisen, um viele Menschen zu treffen. Klingt nach einem spannenden Job. Tatsächlich ist das eine der wichtigsten Aufgaben des deutschen Bundespräsidenten. Er ist das Staatsoberhaupt unseres Landes. An diesem Sonntag wird ein neuer Bundespräsident gewählt.

Bei seinen Reisen in Deutschland und im Ausland hält er häufig Reden. Außerdem unterhält sich der Bundespräsidentmit vielen Leuten – mit Politikern und anderen Menschen. So macht er im Ausland Werbung für unser Land. In Deutschland soll er den Menschen das Gefühl geben, dass er sich um sie und das Land kümmert.

Oft besuchen auch Leute aus dem Ausland den Bundespräsidenten in der Stadt Berlin. Dort arbeitet er nämlich, in einem Schloss. Nicht alleine - das würde er nicht schaffen. Er hat Mitarbeiter, die ihm helfen.

Denn der Bundespräsident muss sich um viele Dinge kümmern. Ein Beispiel: Die Politiker im Bundestag haben einen neuen Bundeskanzler gewählt. Dann muss der Bundespräsident ihn ernennen - also offiziell bestätigen.

Mit der Auswahl der Person hat er aber nichts zu tun. Er hat auch nicht mehr zu sagen als die Kanzlerin. Der Bundespräsident darf nämlich der gewählten Regierung nicht hineinreden. Diese legt fest, was in Deutschland passieren soll. Dafür schlägt die Regierung zum Beispiel ein neues Gesetz vor.

Wenn das Parlament diesem Gesetz zustimmt, ist der Bundespräsident wieder dran: Gemeinsam mit seinen Mitarbeiten prüft er den Vorschlag. Dabei geht es darum, dass das Gesetz nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Darin stehen die wichtigsten Regeln für Deutschland. Ist alles okay, unterschreibt der Bundespräsident das Gesetz. Erst dann gilt es. th/dpa