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Hilfsgüter sind in Rumänien angekommen

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Für einen spastisch gelähmten Buben gab es einen Rollstuhl.

Traunreut. Hilfsgüter für Rumänien hat die Traunreuter AWO-Vorsitzende Elfi Dzial gesammelt und jetzt persönlich übergeben können. Ein Lastwagen brachte die Spenden nach Medias in Siebenbürgen. Niki Bisiok, der in Traunreut lebt und aus Siebenbürgen stammt, reiste als Verbindungsmann und Dolmetscher mit.


Um zu helfen, hatten die beiden Traunreuter einen ganzen Lastwagen voll mit Pflegebetten, Nachtkästchen, Rollstühlen, Rollatoren, auch Fernseher, Kleidung und Lebensmittel auf den Weg geschickt. »Aber das ist eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein«, weiß Elfi Dzial. Das Heim, das die meisten der Dinge bekommen hat, bräuchte noch weitere Möbel, die Bewohner haben meist nicht einmal Schränke in ihren Zimmern, sie verwahren ihre Kleidung in Koffern oder legen sie einfach auf den Boden.

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»Es fehlt noch immer hinten und vorne. Viel hat sich nicht getan, seit ich das letzte Mal in Rumänien war«, erzählt Elfi Dzial und betont: »Jeder, der bei uns jammert, wie schlecht es ihm geht, sollte einmal dorthin fahren und sich das ansehen.« Zehn Jahre liegt ihr letzter Besuch in dem Land zurück, das auch heute noch weit hinter dem europäischen Standard hinterher hinkt. Die Stadt Medias leidet darunter, dass die großen Unternehmen, die dort früher angesiedelt waren, bis auf ein einziges alle nach Bukarest abgewandert sind. Es herrscht daher große Arbeitslosigkeit in der Stadt. Und die, die einen Job haben, kommen oft mit ihrem Gehalt nicht aus. Ein Beispiel: Eine Pflegerin im Altenheim verdient rund 150 Euro im Monat, selbst ein Arzt kommt nur auf 400 bis 500 Euro. Die Mieten sind zwar billig, dafür die Lebenshaltungskosten hoch.

Eine besonders große Freude konnte die Traunreuterin einer Familie mit einem zehnjährigen, spastisch gelähmten Sohn machen, der sie einen Rollstuhl übergab. Bisher mussten die Eltern den Buben in einem Leiterwagen fahren, in dem nur ein Brett als Sitzgelegenheit montiert und mit einem Kissen ein wenig gepolstert war.

Elfi Dzial kann nicht sagen, ob sie noch einmal einen Transport nach Rumänien organisieren wird. Für Niki Bisiok und sie bedeutet so ein Transport unglaublich viel Arbeit. »Wenn ich von Rumänien zurückkomme, brauche ich immer einige Tage, bis ich alles verdaut habe und wieder ganz hier bin«, erzählt Elfi Dzial. mix