weather-image

Hilfewelle für Bluterkind ist enorm

0.0
0.0

Traunreut. Ein zweijähriger Bub aus Traunreut leidet an einer seltenen und besonders schlimmen Form der Bluterkrankheit. Der Bericht im Traunsteiner Tagblatt über die Familie, die großer Belastung, psychischer und auch finanzieller Art, ausgesetzt ist, erfuhr eine überwältigende Resonanz. Zahlreiche Spenden und Hilfsangebote gingen zwischenzeitlich bei der Traunreuter Brücke ein.


5000 Euro sind an Spenden eingegangen

Anzeige

Der Fall des kleinen Buben, der zweimal am Tag gespritzt werden muss und ständig der Gefahr einer nicht zu stillenden Blutung ausgesetzt ist, bewegte die Gemüter kurz vor Weihnachten offenbar enorm. Wie Vera Scheffler von der Traunreuter Brücke mitteilt, sind bisher beinahe 5000 Euro an Spenden für den Buben eingegangen. Darunter sind einige große Spenden von Firmen aber auch zahlreiche kleinere Beträge, die von Privatleuten und einzelnen Gruppen gesammelt wurden.

Die Haßmoninger Kinder beispielsweise spendeten die 150 Euro, die sie beim Klopfersingen einnahmen. Die Kinderkrippe übergab den Erlös ihres Weihnachtsmarktes in Höhe von 350 Euro und viele großzügige Spender mehr sorgen dafür, dass es für die kleine Familie dieses Jahr ein besonders glückliches Weihnachtsfest wird. »Jetzt können wir der Familie so unter die Arme greifen, wie wir es wollten und wie es auch notwendig ist«, freut sich Vera Scheffler von der Brücke, die genau weiß, was alles an Pflege- und Hilfsmitteln für den Buben angeschafft werden muss.

Aber nicht nur Geld wird gegeben. Eine Mutter aus Traunstein, die selber ein Kind mit der Bluterkrankheit hat, bot sich zur Unterstützung an. Mit der ebenfalls Betroffenen, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen hat, kann sich die Mama des Zweijährigen austauschen, kann Trost und Zuspruch erfahren und vielleicht auch den einen oder anderen Tipp erhalten. Bluter gibt es öfter, sie können in der Regel auch ganz gut mit ihrer Krankheit leben. Aber bei dem Kleinen aus Traunreut handelt es sich um eine besonders seltene und schwerwiegende Form der Erkrankung, da seine Blutgerinnung praktisch gleich null ist. In ganz Deutschland gibt es nur hundert Fälle dieser Art der Krankheit.

Gartengrundstück zur Mitbenutzung angeboten

Auch der sehnliche Wunsch der Mutter nach einem Garten kann zumindest teilweise erfüllt werden. Eine Familie aus Kirchanschöring, die einen großen Garten besitzt, bot der Familie an, diesen im Sommer jederzeit mitnutzen zu dürfen. Der Bub kann nicht einfach wie andere Kinder ins Freibad gehen oder auf den Spielplatz, da für ihn ein ansonsten harmloser Infekt schon ein großes Problem darstellen kann. Die Mutter wollte daher einen Schrebergarten, um mit ihrem Sohn wenigstens im Sommer draußen spielen zu können.

Und besonders wichtig ist für sie schließlich auch die Hilfe einer jungen, gelernten Erzieherin, die sich anbot, stundenweise auf den Kleinen aufzupassen. Sie hat eine Sanitätsausbildung und weiß auch mit Spritzen und mit der Krankheit des Buben umzugehen. Je nach Bedarf betreut sie den Zweijährigen und gibt somit der Mutter die Gelegenheit, sich zwischendurch zu erholen und wieder neue Kraft für die Betreuung ihres Kindes zu tanken.

Die Eltern sind überglücklich über die große Hilfsbereitschaft, die der Zeitungsartikel über ihren Sohn ausgelöst hat, und sind zutiefst gerührt. Allen Spendern und Helfern danken sie von ganzem Herzen. mix