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»Hilfen zur Erziehung«

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Die im Rahmen der Jugendhilfeplanung des Landkreises in Auftrag gegebenen Erhebungsdaten für den Teilbereich »Hilfen zur Erziehung« wurden im Jugendhilfeausschuss des Kreistags vorgestellt. Die Studie, eine Fortführung des bereits abgeschlossenen Teilplans »Jugendarbeit«, wurde von der Firma Demosplan – Gesellschaft für demographische und soziale Planungen – mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie erhoben und stellt einen wichtigen Baustein für die künftigen Hilfen dar.


Wie Dr. Herbert Tekles von Demosplan erklärte, seien familiäre Problemlagen wie Trennung, Alleinerziehende oder sogenannte Patchwork-Familien die wesentlichen Ursachen für den Bedarf an Hilfen zur Erziehung. Als weitere Ursachen nannte er den Migrationshintergrund sowie ökonomische Probleme von Familien. Die Studie mache auch deutlich, dass die Anzahl der Kinder in familiären Problemlagen im Landkreis erheblich steigen werde, was gleichzeitig eine sukzessive Anpassung an das im Moment weitgehend gedeckte Angebot voraussetze. Nach Ansicht von Dr. Tekles werde ein verstärkter Einsatz der präventiven und niederschwelligen Hilfeformen langfristig auch die Ausgaben für die kostenintensiven Hilfeformen eindämmen. Eine detaillierte Endfassung der Studie durch Demosplan soll in nächster Zeit den Fraktionen im Kreistag und den Kommunen zur Durchsicht ausgehändigt und dann dem Jugendhilfeausschuss wieder vorgelegt werden.

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»Wir haben bereits bewiesen, dass wir richtig liegen«

Die Ergebnisse des Teilbereichs »Hilfen zur Erziehung« seien nach Auffassung von Landrat Hermann Steinmaßl ein wichtiger Baustein und ein wichtiges Element für die Überlegungen und Planungen über das weitere Vorgehen. Steinmaßl: »Wir haben mit der Prävention für Kleinkinder bereits bewiesen, dass wir richtig liegen.« Wie Steinmaßl weiter mitteilte, habe das Amt für Kinder, Jugend und Familie in den letzten Monaten bereits zukunftsweisende Weichen gestellt: Im Oktober sei von den Kreisgremien eine Personalaufstockung beschlossen worden. Am 1. März sei eine »Controlling«-Stelle neu besetzt worden. Im Rahmen der sozialräumlichen Arbeit seien Familienstützpunkte eingerichtet worden, außerdem werde gerade die Regionalisierung der ambulanten Hilfen vorbereitet.

Von den drei Teilbereichen der Jugendhilfeplanung »Jugendarbeit«, »Hilfen zur Erziehung« und »Kindertagesstätten« konnte bisher der Teilbereich »Jugendarbeit« abgeschlossen werden. Die Ergebnisse dieses Teilbereichs waren für den Landkreis sehr erfreulich. Die befragten Jugendlichen hätten die Angebote des Landkreises, der Städte und Gemeinden als sehr positiv bewertet, so Steinmaßl.

Wie berichtet, wurden Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 21 Jahren zu Themen wie Bildung, Wohnen bis hin zur Freizeitgestaltung befragt. Von den knapp 3000 eingegangenen Fragebögen wurden 2600 ausgewertet. Laut der Erhebung herrscht bei den Befragten allgemein sehr hohe Zufriedenheit. Positiv bewertet wurden die Erfahrungen mit Ausländern und Spätaussiedlern sowie die Themen Kirche, Umwelt und der Ausbau von Sportstätten und Jugend-Treffs. Besorgniserregend hingegen ist, dass ein Drittel der Befragten mit dem Gedanken spielt, nach der Schule dem Landkreis den Rücken zu kehren. ga