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Hilfe für »seelisch verletzte« Menschen

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Max Rauecker (links), der Kreisbeauftragte der Malteser, überreichte nach der Segnung die Schlüssel des neuen Einsatzfahrzeuges und eine Christopherus-Medaille an Alexander Gröbner, den Leiter des Kriseninterventionsteams (KIT). (Foto: Volk)

Nußdorf – Das Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser hat ein neues Einsatzfahrzeug in Betrieb genommen. Im Rahmen einer Feier in Aiging wurde der speziell für die Bedürfnisse der Psychosozialen Notfallvorsorge ausgerüstete Kleinbus gesegnet und offiziell seiner Bestimmung übergeben.


Vor 13 Jahren wurde das Kriseninterventionsteam Traunstein der Malteser gegründet. Das erste Einsatzfahrzeug des KIT-Teams ist in die Jahre gekommen und wurde nun durch ein Neufahrzeug ersetzt. Pastoralreferent und Krankenhausseelsorger Hubert Gallenberger und der evangelische Pfarrer Barthel Pichlmeier spendeten den Segen für das Fahrzeug, betonten jedoch, dass der Segen vorrangig den Krisenhelfern gelte.

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Benedictio heißt Segen und bedeute übersetzt »Gutes sprechen« und »Gutes tun«, so Gallenberger. »Die ehrenamtlichen Krisenhelfer schenken Zeit und tun Gutes für Menschen, deren Welt aus den Fugen geraten ist.« Das Fahrzeug sei wichtiges Rüstzeug, der Segen gelte aber den Malteser-Helfern, die ihre Persönlichkeit, Menschlichkeit, Fürsorge und Empathie in den Dienst für Traumatisierte einbringen, Beistand leisten, Orientierung geben und Nächstenliebe leben.

Max Rauecker, der Kreisbeauftragte der Malteser im Landkreis Traunstein, freute sich, den rund 30 Mitgliedern des KIT-Teams ein neues und bestens ausgestattetes Fahrzeug übergeben zu können. »Die Krisenhelfer geraten bei ihren Einsätzen mitunter selbst an die Grenzen psychischer Belastbarkeit«, so Rauecker. Ein verlässliches, angenehmes Einsatzfahrzeug trage ein klein wenig dazu bei, den Dienst der Ehrenamtlichen leichter zu gestalten.

Rauecker überreichte eine Christopherus-Medaille an Alexander Gröbner, den Leiter des Malteser-KIT-Teams und wünschte, dass ebenso wie die Legende über den Heiligen besagt, auch die von den Krisenhelfern betreuten Menschen in stürmischer Zeit getragen und beschützt werden. Rauecker würdigte die Spender und Sponsoren, besonders die Bürgerstiftung Traunsteiner Land, die Firma Rosenberger-Hochfrequenztechnik und die Adelholzener Alpenquellen, durch deren großzügige Unterstützung das neue Einsatzfahrzeug beschafft werden konnte.

Das Kriseninterventionsteam ist Bestandteil des Rettungsdienstes. Notarzt und Rettungsassistent kümmern sich bei ihren Einsätzen um die körperlich verletzten Menschen. Von einem Unglück nur indirekt betroffene Personen, wie Angehörige, Hinterbliebene oder Augenzeugen werden dagegen mit ihren Belastungen oft alleine gelassen. Um diese »seelisch verletzten« Menschen kümmert sich das KIT und leistet nach extrem belastenden Ereignissen und traumatisierenden Situationen Beistand und Begleitung.

Im Landkreis Traunstein wird der Kriseninterventionsdienst vom Malteser Hilfsdienst in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz geleistet. Jährlich werden die Krisenhelfer zu rund 120 Einsätzen gerufen und betreuen dabei rund 500 Menschen. Der Einsatz ist für die Betroffenen kostenlos. Der Dienst wird von ehrenamtlichen Krisenhelfern erbracht und ist ausschließlich durch Spenden und Förderbeiträge finanziert. pv