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Hilfe für den kleinen Sule aus Ghana

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Der heute siebenjährige Sule aus Ghana, der inzwischen in sein Heimatland zurückkehren konnte, kann sich nach vielen langwierigen Operationen sogar mit Pfeil und Bogen erproben. (Foto: Giesen)

Traunstein. Der Soroptimist Club Traunstein gab im vergangenen Jahr rund 4500 Euro für soziale Projekte überwiegend in der Region, aber zum Beispiel auch für ein Projekt von Traunsteiner Bürgern für Uganda aus. Das Geld stammte überwiegend aus dem Flohmarkt am Blattlsonntag.


Unterstützt wurden neben dem Uganda-Projekt eine Not leidende Familie, deren Kinder das Pädagogische Zentrum in Niedernfels besuchen, das Projekt Klasse 2000 in Traunstein, Deutschunterricht für Asylbewerber, das Mütterzentrum, die Traunsteiner Tafel, die Krisenwohnung für Notfälle oder das Jugendzentrum. Besonders gespendet wurde auch für den kleinen Sule aus Uganda, dessen Schicksal viele besonders berührte und die deshalb speziell Spenden für ihn gaben.

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Sule, der bald seinen siebten Geburtstag feiert, wurde im Alter von drei Jahren von seiner Tante zur Strafe – weil er ein Geldstück verloren hatte – mit Händen und Füßen ins Feuer gehalten. Seitdem hatte er nur noch Stümpfe als Hände und konnte weder essen noch sich selbstständig anziehen. Eine Ordensschwester aus Deutschland, die in Ghana seit 20 Jahren Straßenkinder betreut, stellte die Verbindung zu Chirurgen aus München her. Sie bemühten sich nun seit Dezember 2012 bis Juni 2014 mit acht langwierigen Operationen, die Hände so weit wieder herzustellen, dass Sule ein einigermaßen selbstständiges Leben führen kann.

Durch transplantierte Haut von Sules Oberschenkeln und Bauch gelang es ihnen, an Sules Händen die einzelnen Finger so herauszulösen, dass der mittlerweile sechs Jahre alte Bub nun sogar malen, schreiben und glücklich spielen kann, wie das Foto zeigt, auf dem er sich mit Pfeil und Bogen versucht.

In der langen Zeit seiner Operationen war Sule im Kloster am Unteren Anger bei den Armen Schulschwestern untergebracht, wo er rund um die Uhr betreut wurde und neben Lesen und Schreiben auch ein wenig Deutsch lernte. Vor etwa einer Woche durfte Sule in Begleitung einer der Schwestern zurück nach Ghana fliegen, wo ihn sein Vater am Flughafen in Empfang nahm. Über Skype telefonierte er in den Jahren der Behandlung regelmäßig mit Sule, wenn der Bub auch seine Muttersprache Tui fast verlernte, dafür aber fließend englisch und etwas deutsch spricht. Nach einer Zeit der Erholung in Ghana wird Sule noch mal für einige weitere Operationen nach München kommen müssen. gi