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»Hier kann ich am besten abschalten«

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Ein gutes Schlückchen badischen Weins auf 45 Jahre Urlaubstreue zu Plattenberg (von links): die Gastgeber Rosi und Hans Fenninger, das Ehepaar Roland und Ingrid Striebel sowie Bürgermeister Martin Fenninger.

Wonneberg – Als Ingrid und Roland Striebel aus dem badischen Kreis Bühl zum allerersten Mal ihren Urlaub in Plattenberg verbrachten, setzte sich der Wonneberger Ortsteil gerade einmal aus drei landwirtschaftlichen Anwesen zusammen. 45 Jahre und rund 100 Urlaubsaufenthalte später sitzt das Ehepaar bei einem Glas delikatem, badischem Wein erneut bei seinen langjährigen Vermietern, Rosi und Hans Fenninger, in der guten Stube und ist äußerst überrascht, als Bürgermeister Martin Fenninger mit Gattin Irmi vorbeischaut, um die Gäste aus Baden-Württemberg für ihre jahrzehntelange Treue zum Urlaubsort Wonneberg mit Urkunde, Präsentkorb und Buchgeschenk zu ehren.


Ein Zeitungsinserat, das Rosi Fenninger aufgegeben hatte, machte Ingrid und Roland Striebel Anfang der 1970er Jahre auf das Urlaubsquartier in Plattenberg aufmerksam. Mit ihren drei Kindern legten sie von da an einmal im Jahr die mehr als 500 Kilometer lange Strecke Richtung Süden zurück.

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Komfort war seinerzeit in den Urlaubsunterkünften eher zweitrangig. Viele Familien rund um den Waginger See vermieteten an Urlaubsgäste, um sich die eine oder andere D-Mark dazu zu verdienen. Während die Gäste in den Schlaf- und Kinderzimmern untergebracht waren, campierten die Vermieter und ihre Familien selbst oft wochenlang in der Küche oder im Keller.

Einen, den das Ehepaar Striebel seit seinem ersten Aufenthalt in Wonneberg kennt, ist Bürgermeister Martin Fenninger. »Bei unserer ersten Begegnung war er ein kleiner, fünfjähriger Bub«, erzählt Ingrid Striebel mit unverkennbar badischem Akzent und lächelt verschmitzt. Sie freue sich sehr über seinen Werdegang, aber auch über die Entwicklung seiner Geschwister, der Kinder von Rosi und Hans Fenninger sowie des eigenen Nachwuchses. Der macht übrigens bis heute Urlaub in Wonneberg, ebenso wie die acht Enkel. Die sind allerdings in Egerdach untergekommen, denn Rosi und Hans Fenninger haben die Zimmervermietung an Urlaubsgäste inzwischen aufgegeben.

»Übrig geblieben« sind lediglich die Striebels, zu denen sich im Laufe der Jahrzehnte eine innige Freundschaft entwickelt hat. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass man sich zu Geburts- und Festtagen regelmäßig gegenseitig besucht.

Seit die Striebels ihren wohl verdienten Ruhestand angetreten haben, besuchen sie ihre Freunde in Plattenberg nicht mehr nur einmal, sondern bis zu dreimal im Jahr. Und obwohl das Ehepaar auch in Ungarn und Italien Urlaube verbrachte und in Kanada sogar ein Haus erbte, blieben sie Plattenberg treu. »Hier kann ich einfach am besten abschalten«, bekräftigt Roland Striebel. mia

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