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Heute vor 50 Jahren: Vier junge Ruhpoldinger mit dem Auto verunglückt

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Dieses Marterl an der Bundesstraße 305 bei Seehaus erinnert an einen der schwersten Autounfälle in den 1960er Jahren im Landkreis Traunstein. Drei junge Ruhpoldinger verloren dabei genau heute vor 50 Jahren ihr Leben. (Foto: Oberkandler)

Ruhpolding – Genau 50 Jahre ist es am heutigen Samstag her, dass vier junge Menschen bei einem der schrecklichsten Autounfälle der 1960er Jahre bei Seehaus verunglückt sind. Drei von ihnen starben, einer erlitt schwere Verletzungen. Noch heute erinnert ein liebevoll gepflegtes Marterl neben der Bundesstraße 305 an das größte Autounglück jener Zeit in der Region. Dort findet heute um 17.30 Uhr eine Gedenkandacht statt, die Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger halten wird.


Es war ein Samstag, an dem die vier jungen Ruhpoldinger einen Ausflug nach Oberwössen unternahmen, um im Brotzeitstüberl einen gemütlichen Abend zu verbringen. Um Mitternacht machten sie sich auf den Heimweg. Der Fahrer hatte nur Spezi getrunken, wie die Wirtin am Morgen nach dem Unfall versicherte. Wenige Kilometer bevor das Quartett sein Ziel erreicht hatte, keine Hundert Meter hinter der Ortschaft Seehaus, war die Straße plötzlich reifglatt. Der 18-jährige Fahrer des Ford 12 M verlor die Kontrolle über das Auto, der Wagen kam von der Straße ab, überschlug sich und rammte einen 70 Zentimeter hohen Stein neben der Fahrbahn. Die vier jungen Männer wurden aus dem Auto geschleudert; drei von ihnen starben noch an der Unfallstelle.

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Wie das Traunsteiner Wochenblatt damals berichtete, erwies sich der 25-jährige Wolfgang Thoma aus Seehaus als heldenhafter Ersthelfer. Er hatte die Geräusche, die bei der Karambolage entstanden, gehört und war als erster an den Unfallort geeilt. In einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erzählte Thoma dieser Tage, wie er den einzigen Überlebenden acht Meter vom Fahrzeug entfernt hinter Büschen unmittelbar neben dem vorbeifließenden Bach zufällig entdeckt hatte. Der bewusstlose junge Mann hätte bei vier Grad Minus wohl nur geringe Überlebenschancen gehabt. Thoma alarmierte den Rettungsdienst, der den einzigen Überlebenden in eine Klinik nach München brachte. Ums Leben kamen der 18-jährige Malergehilfe Hubert Kraus sowie der um ein Jahr ältere Johann Gassner und der 18-jährige Alois Grabner.

Ehemalige Schulkameraden der drei Toten haben heuer das Marterl restaurieren lassen und die Gedenkstätte neben der Straße neu hergerichtet. Einer der Jahrgangskollegen ist Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, der das Marterl im Rahmen der heutigen Gedenkfeier segnen wird. -K.O.-