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Heute startet das neue Kindergartenjahr

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Einige Stühlchen im Katholischen Kindergarten an der Adalbert-Stifter-Straße sind noch unbesetzt. Das ändert sich aber spätestens, wenn alle Familien aus dem Urlaub zurück sind. (Foto: Rasch)

Traunreut – Trennungsschmerz, ungewohnte Räume, viele Kinder und unbekannte Erwachsene: Für Kinder, die zum ersten Mal eine Tagesstätte besuchen, gilt es, viele Eindrücke zu verarbeiten.


In den Einrichtungen der Stadt Traunreut, die nach der Sommerpause bereits geöffnet haben, haben einige die ersten Tage der Eingewöhnungsphase bereits hinter sich. Offiziell beginnt das Kindergartenjahr 2017/2018 am heutigen Freitag.

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Im Stadtgebiet von Traunreut gibt es aktuell elf Tagesstätten mit rund 700 Plätzen und unterschiedlichen Trägern. Vereinzelt sind noch Plätze frei. Bei Bedarf können sich die Eltern an die Stadtverwaltung wenden, die nach Angaben von Bürgermeister Klaus Ritter die Belegung aller Tagesstätten koordiniert.

Kein großer Schub an Flüchtlingskindern

Laut einer Umfrage des Traunsteiner Tagblatts gibt es in den Einrichtungen in der Kernstadt nach wie vor einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Hier steht nach Auskunft der Personalleitungen insbesondere auch die Sprachförderung im Fokus. Ein großer Schub an Flüchtlingskindern, wie zunächst vermutet, ist nicht feststellbar.

Die Katholischen Kindergärten an der Dresdner Straße und der Adalbert-Stifter-Straße gehören neben dem Katholischen Kinderhort und dem Katholischen Kindergarten Traunwalchen dem Katholischen Kita-Verbund Traun-Alz an. In dem seit einem Jahr bestehenden Verbund sind insgesamt sieben Kindergärten zusammengefasst. Dadurch ist nicht nur das pastorale Personal von Verwaltungsaufgaben entlastet, sondern auch ein flexibler Personaleinsatz in Notsituationen möglich. »Wir wachsen schön langsam zusammen und die regelmäßigen Treffen kommen gut an«, bestätigt Verwaltungsleiter Georg König. Alle katholischen Einrichtungen sind ausgebucht.

»Wir starten zwar mit weniger Kindern, aber übers Jahr sind wir voll«, erklärt Evi Dirler vom Kindergarten an der Adalbert-Stifter-Straße. Auch an der Dresdner Straße und in Traunwalchen gibt es aktuell keine freien Plätze mehr. Ebenso ist nach Angaben von König auch der Hort in Traunreut mit 40 Kindern voll belegt.

Der städtische Kindergarten Sankt Georgen verfügt über vier Gruppen. Hierhin können Kinder ab zweieinhalb Jahre gebracht werden. Geöffnet ist die Einrichtung von Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr. Über eine Gruppe mehr verfügt der zweite städtische Kindergarten an der Johann-Hinrich-Wichern-Straße. Der Kindergarten ist für 125 Plätze ausgelegt und hat zehn Stunden – von 7 bis 17 Uhr – geöffnet.

Unmittelbar daneben befindet sich die städtische Kinderkrippe »Bunter Schmetterling«, die für 50 Plätze ausgelegt ist. Eine weitere städtische Kinderkrippe mit vier Gruppen gibt es an der Brandenburger Straße. Diese Krippe grenzt unmittelbar an den Katholischen Kindergarten an der Adalbert-Stifter-Straße an.

Im »Haus der Kinder«, einer Integrativen Einrichtung der Jugendsiedlung Traunreut, gibt es drei Kindergarten- und zwei Krippen-Gruppen. Hier können die Kinder zwischen 6 und 18 Uhr sein, eine »extra Sprachwerkstatt« besuchen oder in einer Kinderkonferenz selber entscheiden, was sie machen wollen.

Von vollen Häusern berichten auch der Vereinskindergarten und der Evangelische Kindergarten. Im Vereinskindergarten wird auf freiwilliger Basis unter anderem auch Englisch angeboten. Im Evangelischen Kindergarten gibt es zwei Regelgruppen mit 24 Kindern und eine sogenannte kleine Gruppe mit 12 Kindern unter drei Jahren. Die Einrichtung, die in den Ferien etwas aufgepeppt wurde, nennt sich auch »Haus der kleinen Forscher«. Aktuell steht das Thema Wasser im Fokus.

Neues Haus mit über 100 Plätzen

Noch ist die Stadt Traunreut mit Tagesplätzen gut ausgestattet. Laut einer aktuellen Studie über die demografische Entwicklung ist in der Stadt Traunreut aber mit weiteren Zuzügen, insbesondere durch Menschen aus dem osteuropäischen Ausland, zu rechnen. Diese Zuzüge werden sich auch auf die Kindertagesstätten auswirken. Der Stadtrat hat diesbezüglich bereits reagiert. Eine weitere Tagesstätte am westlichen Stadtrand von Traunreut ist bereits in Planung. Das Haus mit über 100 Plätzen soll als teiloffenes Konzept nach der sogenannten zukunftsorientierten Elementarpädagogik geführt werden. Ein konkreter Baubeginn steht noch nicht fest.

Laut der Studie des Instituts Demosplan gibt es in Traunreut aktuell mehr als dreimal so viele EU-Osteuropa-Ausländer wie Flüchtlinge. Im Mai waren es über 1700 EU-Ost-Ausländer und 485 Flüchtlinge. ga

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