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Heute Prozessbeginn

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Bergen. 28 Jahre nach einem Mord in Kalifornien wird einem aus Bergen stammenden 52-Jährigen der Prozess gemacht. Der Mann, der als falscher »Rockefeller« Schlagzeilen machte, muss heute vor Gericht. Eine Jury von sieben Frauen und fünf Männern entscheidet in Kalifornien über das Schicksal des wegen Mordes angeklagten Deutschen.


Die Wahl der Geschworenen war am Freitag abgeschlossen worden. Heute wollen Anklage und Verteidigung im Gericht von Los Angeles ihre Plädoyers halten, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte.

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Der gebürtige Bergener, der sich in den USA jahrelang als »Clark Rockefeller« ausgegeben hatte, soll 1985 in Kalifornien einen Mann getötet haben. Bei der Anklage vor zwei Jahren stritt der 52-Jährige seine Schuld ab. Die Leiche des damals verschwundenen John Sohus war neun Jahre später zufällig bei Bauarbeiten im Garten eines Hauses in San Marino bei Los Angeles gefunden worden.

In den achtziger Jahren lebte der Angeklagte unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Er war Untermieter im Haus der Eltern von Sohus und seiner Frau Linda. Von der Frau fehlt weiterhin jede Spur. Der Deutsche war den Behörden 2008 aufgefallen, als er sich in Boston als »Clark Rockefeller« ausgab. In einem dramatischen Sorgerechtsstreit hatte er seine damals siebenjährige Tochter entführt. Dafür erhielt er vier Jahre Haft.

Der Angeklagte wohnte der mehrtägigen Jury-Auswahl aus einem Pool von rund 90 Kandidaten mit seinen Anwälten bei. Mehr als 100 Zeugen könnten in dem Prozess aussagen. Das Verfahren soll mehrere Wochen dauern. Die Verteidiger haben wiederholt darauf verwiesen, dass die Vorwürfe gegen ihren Mandanten nur auf Indizien beruhen würden.

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