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Heuer kein richtiges Sommereis in der Max-Aicher-Arena

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Längere Diskussionen gab es über das Sommereis 2017 in der Max-Aicher-Arena. Letztlich gab es eine Kompromissentscheidung und es wird Eis auf dem Hockeyfeld bereitet. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Eine längere Diskussion gab es in der ersten Sitzung des Inzeller Gemeinderats in diesem Jahr darüber, ob das Sommereis heuer wieder durchgeführt werden soll.


In diesem Jahr hat die Deutsche Eisschnelllaufgesellschaft (DESG) das Sommereis nach Berlin vergeben. »Dies war eine klare Entscheidung des Verbands und wir werden dadurch auf eine Vereisung der 400-Meter-Bahn im Sommer verzichten müssen, um künftig den Zuschuss nicht zu gefährden«, erklärte Bürgermeister Hans Egger. Nun stellte sich die Frage, ob man in Inzell trotzdem für drei Wochen – vom 24. Juni bis 16. Juli – wenigstens das Eishockeyfeld beeisen will. Es gibt bereits viele Anfragen von Short-Track-Teams und Eishockeymannschaften. Zudem wären auch an den Wochenenden Eishockey-Lehrgänge vorgesehen. Außerdem könnten während der Woche am Abend viele Hockey-Teams aus der Umgebung das Eis nutzen.

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Trotz Zuschüsse gab es im vergangenen Jahr ein Defizit

Allerdings sollte das Defizit laut Egger für die Gemeinde nicht zu groß werden. Im vergangenen Jahr gab es bei komplettem Sommereis ein Defizit, trotz Zuschusses seitens des Verbands von 31 900 Euro, für die Gemeinde – und das ohne Personal gerechnet. Nach dem erstmaligen Eisaufbau im Hockeyfeld würde für den Betrieb ein Eismeister ausreichen und die zusätzlichen Personalkosten seien überschaubar.

Damit die Gemeinde aber für die notwendige Belegung frühzeitig werben kann, muss die Festlegung für das Sommereis bereits jetzt erfolgen. Laut Aussagen der Stadionleitung würde neben den Short-Track-Teams aus Italien, Großbritannien, den Niederlanden und Russland auch das russische Eisschnelllaufteam kommen, da denen auch das kleine Eis ausreichen würde. Aus Sicht der Gemeinde könnte dieses Sommereis auch ohne die 400-Meter-Bahn ein Erfolg werden.

Da in der kommenden Saison 2017/18 wegen der Olympischen Spiele viele Teams mit der Saisonvorbereitung früher beginnen wollen, sollte man sich Gedanken machen und den Eisbeginn auf der 400-Meter-Bahn auf den 16. September vorverlegen. Außerdem plant auch die DESG einen Eislehrgang ab dem 16. September in Inzell. Andernfalls würde die Fortbildung in Berlin stattfinden, was den Standort Inzell somit nicht stärken würde.

Rudi Heitauer (CSU) wollte wissen, was wäre, wenn trotzdem das Sommereis in Inzell gemacht wird. Bürgermeister Egger erläuterte, dass der Gemeinde die Hände gebunden sind und der Zuschuss für das nächste Sommereis gefährdet wäre. »Man soll mit dem Verband gut zusammenarbeiten und nicht auf Kriegsfuß sein. Wir haben grundsätzlich die Zusicherung bis 2018. Die jetzige Situation ist eine Kompromisslösung, mit der man gut leben kann. Gut wäre es allerdings in jedem Fall, wenn man früh möglichst eine Zusicherung hat, um angemessen planen zu können.«

Die Frage von Willi Hess (SPD) zielte darauf ab, wie stark die 400-Meter-Bahn von Feriengästen genutzt wird und wie viele ausländische Sportler im Sommer vor Ort waren. Der neue Stadionleiter Hubert Kreutz nannte die Zahl von 200 Sportlern, davon 150 aus dem Ausland pro Woche und dabei sehr viele Kadersportler aus den verschiedenen Spitzensportverbänden der Nationen. Ein Publikumslauf wurde nicht eigens angeboten. Und über die Auslastung beim Sommereis konnte er keine genauen Angaben machen.

»Das führt zu Irritationen bei Gästen und Vermietern«

Annelie Gromoll (OBIC) kann nicht nachvollziehen, dass es kein Sommereis gibt, aber Eis auf dem Eishockeyfeld. »Das führt zu Irritationen bei Gästen und Vermietern und keiner kennt sich mehr so richtig aus.« Der Bürgermeister stellte klar, dass es erst nach der letzten Gemeinderatssitzung im Dezember eine Präsidiumssitzung der DESG gab und da wurde endgültig entschieden, dass das Sommereis auf der 400-Meter-Bahn heuer nach Berlin vergeben wird.

Claudia Doppler (SPD) wollte wissen, mit wie vielen Sportlern auf dem Hockeyfeld zu rechnen ist und wie groß die Chancen stehen, sich ein neues Standbein aufzubauen. »Am Wochenende gibt es ein Eishockeycamp und zusätzlich drei bis vier Mannschaften im Hockeyfeld inklusive der Spiele. Unter der Woche können Sportler am Morgen und Nachmittag aufs Eis«, so der Stadionleiter. Hans Egger sprach von einem finanziellen Risiko, das bei der Gemeinde liegt, aber man könne jetzt damit werben.

»Schneiden uns ins eigene Fleisch«

Christian Mailhammer (CSU) zeigte sich schwer enttäuscht von der DESG. »Warum sollen wir das so hinnehmen. Die Sportler kommen gerne nach Inzell und finden hier sehr gute Trainingsmöglichkeiten vor. Deshalb sollte man das Sommereis auch ohne Zustimmung des Verbands 2017 in Inzell machen, denn es gibt auch schon Anfragen von Mannschaften.« Der Bürgermeister machte klar, dass der Spitzensportverband über Zuschüsse entscheidet und auch die hochkarätigen Veranstaltungen wie Weltcup oder Weltmeisterschaften vergibt. »Wenn wir uns jetzt querstellen, dann schneiden wir uns unter Umständen ins eigene Fleisch.«

Nach der intensiven Diskussion fiel bei drei Gegenstimmen eine Entscheidung: Das Sommereis wird heuer vom 24. Juni bis 16. Juli auf dem Eishockeyfeld durchgeführt. Einstimmig jedoch war die Entscheidung, den Eisbeginn für die kommende Saison spätestens auf den 16. September zu legen – das ist 14  Tage früher als normal. Generell beginnt die Eissaison ab dem 1. Oktober. hw