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Heuer gibt es kein Volksfest in Traunreut

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Den Platz an der Eichendorffstraße am Wochenmarktplatz (vorne) und die städtische Fläche gegenüber als Alternativstandort für das Volksfest herzurichten, würde 130 000 Euro kosten. Dem Hauptausschuss ist das zu teuer. Deshalb muss das Volksfest in Traunreut heuer ausfallen. (Foto: Rasch)

Traunreut – In Traunreut findet heuer kein Volksfest statt. Darauf hat sich der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung verständigt. Das Gremium ist nicht gewillt, 130 000 Euro auszugeben, um den Platz an der Eichendorffstraße in der Stadtmitte dafür herzurichten. So viel hätte laut einer Berechnung der Stadtverwaltung die Infrastruktur für Strom-, Wasser- und Kanalanschlüsse und Vorbereitungsarbeiten gekostet. Als Ersatz für das Volksfest wurde ein verlängertes Stadtfest vorgeschlagen.


Wie wiederholt berichtet, wird auf dem alten Volksfestplatz gerade eine Flüchtlingsunterkunft gebaut. Als Alternativstandort hatte die Volksfest-Arbeitsgruppe den Platz an der Eichendorffstraße vorgeschlagen. Nachdem aber die hohen Investitionskosten bekannt wurden, schlug die Arbeitsgruppe dem Hauptausschuss vor, darauf zu verzichten. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob am Rathausplatz eine neu zu konzipierende Veranstaltung für drei bis vier Tage unter zeitweiser Schließung der Straße und ohne größere Investitionen möglich wäre.

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Dem Tenor der Diskussion war zu entnehmen, dass 130 000 Euro in keinem Verhältnis stünden, zumal der Standort wegen absehbarer Bautätigkeit nur für wenige Jahre zur Verfügung stehen würde. »Für ein Experiment sind die Investitionskosten zu hoch«, warnte Ernst Ziegler (SPD). In absehbarer Zeit seien dort Bautätigkeiten vorgesehen, außerdem sei mit Anwohnerbeschwerden zu rechnen, gab Ziegler zu bedenken.

Dr. Michael Elsen (CSU) konnte nicht nachvollziehen, dass bei Vereinsfesten auf dem Dorf mit Provisorien gearbeitet werden könne, während dies in der Stadt offenbar nicht möglich sei. »Das raubt mir jegliches Verständnis.« Um das Volksfest, das in Traunreut eine 55 Jahre alte Tradition genießt, nicht ausfallen zu lassen, bat Elsen darum, zu prüfen, ob mit mobiler Infrastruktur für fünf Tage gearbeitet werden könnte.

Bürgermeister Klaus Ritter erklärte daraufhin, dass Vereinsfeste auf dem Land mit einem Volksfest wegen der Schausteller, Buden und zusätzlichen Flächen für die Wohnwägen der Schausteller nicht vergleichbar seien. Auch sein Stellvertreter Hans Peter Dangschat (CSU) sprach sich dafür aus, eine mobile Infrastruktur zumindest prüfen zu lassen. »Wo anders werden auch Generatoren aufgestellt.« Sein Antrag, ob die Durchführung mit mobilen Anlagen – ob in der Eichendorffstraße oder wo anders möglich wäre – wurde knapp mit 5:6 Stimmen abgelehnt.

Wie Ritter eingangs mitteilte, hätte sich ein Festwirt zwar bereit erklärt, heuer noch ein Volksfest in Traunreut zu organisieren. Aber 130 000 Euro für eine kurze Zeit aufzubringen, wäre auch für ihn zu viel Geld. Als Alternative schlug er vor, zum Beispiel den verkaufsoffenen Sonntag oder das Stadtfest zu verlängern. Johannes Danner (Bürgerliste) fand den Vorschlag des Bürgermeisters gut. »Das Stadtfest auszuweiten, könnte durchaus erfolgreich sein.«

Dass das Volksfest nicht »sterben« soll, darüber war sich das Gremium einig. Deshalb soll die Arbeitsgruppe jetzt weiter auf Standortsuche gehen. Ernst Biermaier (FW) schlug vor, zum Beispiel im Bereich der Gewerbegebiete nach einer geeigneten Alternative zu suchen. ga