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Herzkissen für an Brustkrebs operierte Frauen

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Die Damen des Waginger Frauenbundes (vorne von links) Anneliese Schwarz, Bella Seehuber, Vorsitzende Maria Böhm und Christine Kaindl übergaben 170 Herzkissen und 100 Stofftaschen an Schwester Annemarie Emmer und Helferin Manuela Schnebinger (hinten von links) vom Brustzentrum im Klinikum Traunstein. (Foto: Eder)

Waging am See. Handarbeiten war angesagt beim Frauenbund Waging in letzter Zeit: 170 Herzkissen und rund 100 kleine Stofftaschen wurden von den fleißigen Damen angefertigt. Jetzt wurden diese ebenso hübschen wie praktischen Objekte im Brustzentrum des Klinikums Traunstein überreicht. Dienen doch diese herzförmigen Kissen als Erleichterung und Entlastung der Wunde von am Brustkrebs operierten Frauen, und die Säckchen sind ein praktisches, unauffälliges Transportmittel für die Drainageflaschen, die in der Zeit nach der Operation überallhin mitgenommen werden müssen.


Schwester Annemarie Emmer vom Brustzentrum nahm die Lieferung mit Freude entgegen. Denn, wie sie als »Mädchen für alles« im Brustzentrum aus Erfahrung weiß: »Wenn man sich die Herzkissen unter den Arm klemmt, nimmt das etwas den Wundschmerz weg, der Arm entspannt sich, und nicht zuletzt ist so ein Kissen auch ein Trostmittel in der schwierigen Situation.«

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Deswegen haben die Waginger Handarbeiterinnen auch – neben einem Etikett als kleinen Hinweis auf die Herkunft der Kissen: »Frauenbund Waging« – einen ebenfalls herzförmigen Anhänger an den Kissen angebracht, auf dem den Patientinnen Geduld, Kraft und Vertrauen in sich selbst gewünscht wird, als ein Zeichen des Mitfühlens.

Die Idee, solche Kissen zu nähen, haben Vorstandsmitglieder des Waginger Frauenbunds von einem überregionalen Treffen mitgebracht, wie Vorsitzende Maria Böhm, die Stellvertretende Vorsitzende Bella Seehuber und Schriftführerin Christine Kaindl berichteten. Aus dem Internet hat man sich die Schnitte und die Anleitungen geholt und dann ging es los mit der Produktion. Die Stoffe wurden zum allergrößten Teil gespendet, lediglich die Watte zum Füllen musste gekauft werden – was über Spenden ermöglicht wurde, etwa von Kolping oder der Allianz-Versicherung.

Und dann war es vor allem Anneliese Schwarz, die sich daran machte, die Stoffe zuzuschneiden und in einer Art Patchwork-Technik zusammenzunähen. Herausgekommen sind nette, bunte, freundlich wirkende Kissen. Und Anneliese Schwarz macht, wenn sie ob ihrer vielen Arbeit gelobt wird, die durchaus nachvollziehbare Bemerkung: »Lieber nähe ich tagelang, als dass ich selbst so ein Kissen brauche.«

Im Vorfeld war zusammen mit dem Personal des Brustzentrums genau besprochen worden, wie Kissen und Taschen hergestellt werden sollten. Gerade bei den Taschen ist damit ein ausgeklügeltes System entstanden, das den Bedürfnissen der Praxis angepasst ist – von der Länge der Träger bis zur Anordnung der Knöpfe. Danach wurde dann gearbeitet, und letzter Schritt war das ebenfalls recht arbeitsintensive Stopfen der Herzkissen mit waschbarer Füllwatte.

Bei der Übergabe von Kissen und Taschen berichtete Frauenbund-Schriftführerin Christine Kaindl, dass die Produktion in Waging durchaus noch nicht beendet sei. Es wird weiter genäht und gearbeitet, bis wieder einige Kartons voll fertig sind.

In der Unterhaltung zwischen den Frauenbund-Damen und Schwester Annemarie Emmer ging es natürlich auch um die Krankheit, die hier im Mittelpunkt steht: der Brustkrebs. Emmer betonte, wie wichtig es sei, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Denn je früher man Anzeichen für die Erkrankung entdeckt, desto größer seien die Heilungschancen. Frauen über 40 sollten sich alle zwei Jahre untersuchen lassen, da, wo es in der Familie schon Brustkrebs gab, sollte schon ab dem 25. Lebensjahr mit jährlichen Untersuchungen begonnen werden. he

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