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»Herzensangelegenheit, Asylbewerber zu unterstützen«

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Traunstein – Das Thema Asyl ist im Mittelpunkt einer Versammlung des Traunsteiner Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein gestanden. Für die Grünen sei es eine Herzensangelegenheit, Asylbewerber zu unterstützen, fasste Helga Mandl, Sprecherin des Grünen-Kreisverbands, die Ziele der Partei zusammen.


Pfarrer Andreas Herden aus Trostberg, der für die Grünen im Kreistag sitzt, bezeichnete das Thema Asyl als Zukunftsthema der Gesellschaft. »Es geht um Mobilität und Migration. Das ist nichts Neues.« Denn: Mit der aktuellen Flüchtlingsbewegung würden Deutschland und gerade Bayern zum vierten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg Zufluchtsort für Flüchtlinge. Nach dem Krieg waren es die Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, später kamen Siebenbürger und Russlanddeutsche hinzu, Anfang der 1990er Jahre waren es Menschen aus den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken.

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Willkommenskultur groß wie nie

Die Grünen-Gemeinderätin Margarete Winnichner aus Übersee sah dabei einen Unterschied zwischen Anfang der 1990er Jahre und jetzt: Die Willkommenskultur sei damals nicht so groß gewesen wie 2014/2015. Positiv für die Sozialpädagogin, die als Zweite Vorsitzende der Diakonie Traunstein für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zuständig ist, sind das sehr große ehrenamtliche Engagement der Helfer- und Arbeitskreise, ohne die die gute Betreuung nicht möglich sei, sowie das personelle Aufstocken im Traunsteiner Amt für Kinder, Jugend und Familie, das sich jetzt besser um die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kümmern kann.

Winnichner sieht jedoch ein Problem darin, dass die Sozialpädagogen-Stellen noch nicht ausreichten. Beschulung und Integration an Grund-, Mittel- und Berufsschulen seien mehr als dürftig. Integration gelinge nur, wenn die Sprache der Schlüssel für Integration ist.

Klare Vorstellungen, wie die Flüchtlingspolitik anzupacken sei, formulierte auch Herden. Den Asylbewerbern müssten die deutsche Sprache und eine Ausbildung vermittelt werden, um soziale Schwierigkeiten zu vermeiden. In Gesprächen nehme er wahr, dass die Menschen betroffen über die Flüchtlingsbewegungen und das Leid sind.

Oft würden sich aber Hilfsbereitschaft und Angst in ein und derselben Person bündeln. Herauskomme ein Gefühl der Überforderung, das diffuse Zukunftssorgen fördere und Nährboden für Ressentiments gegenüber Flüchtlingen sein könne. Um dies zu vermeiden, brauche es Information und Kommunikation. Das Richtigstellen von Falschaussagen und -meldungen, die zum Beispiel über soziale Netzwerke transportiert werden, sei unabdingbar.

Soziale Netzwerke: positive und negative Seite

Über soziale Netzwerke gibt es aber auch eine Welle der Solidarität: Anna-Sophia Körner, Sprecherin der Grünen Jugend Traunstein und Mitinitiatorin von »Freilassing hilft«, berichtete über mehr als 2000 »Likes«, die ihre Initiative via Facebook erhalten habe. Mit dem Gedanken »Ich kann was machen« war die Studentin erst auf dem Münchner Hauptbahnhof bei der Essensausgabe tätig gewesen und hatte dann Handlungsbedarf auch in Freilassing gesehen. Mit einigen Gleichgesinnten machte sie sich auf den Weg und verteilte am Freilassinger Bahnhof erst einmal Wasser. Dann nahm die Initiative immer mehr Strukturen an, ein Organisations-Team wurde gebildet.

»Wichtig ist, dass man Stadt, Landratsamt und Bundespolizei auf seiner Seite hat«, erzählte Körner über ihre Erfahrungen in Freilassing. Die Routine war schließlich da, und die Verantwortlichen von »Freilassing hilft« fanden ihren Platz dann auch in den Lagebesprechungen mit allen Beteiligten.

Willi Geistanger, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, appellierte an die Versammlungsteilnehmer, in ihren Kommunen auf die Bürgermeister zuzugehen und zu bitten, dass Unterkünfte gebaut werden. Es dürfe keine Kommune denken, dass es bereits genügend Unterkünfte gibt. Geistanger stellte aber auch die Wohnungsbau GmbH des Landkreises hervor, die hier sehr engagiert sei. fam

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