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Herr über Uniformen, Mützen und Mäntel

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Robert Gubincsik bei der Arbeit. (Foto: Circus Krone)

Schon als kleiner Bub träumte er davon, einmal beim Circus zu arbeiten. Doch es zogen noch einige Jahre ins Land, bis sich eines Tages der Wunsch des inzwischen zu einem jungen Mann herangewachsenen erfüllte: Er erlernte einen Beruf und wurde Schneider bei Krone. Dort ist er nun zuständig für die Uniformen von Requisiteuren, Kraftfahrern, Betriebsfeuerwehr und Einlasspersonal. Täglich sind es 9 bis zu 50 Stück, die gebraucht werden und die er zusammen mit seiner Frau Aulika bereithält und instand setzt. Insgesamt gehen bei Krone über 300 Uniformen mit auf Reisen.


Platz gibt es nicht viel im Wagen 85. Die rollende Schneiderei ist nur einige Quadratmeter groß. Links die Nähmaschine, rechts der Bügeltisch. Am Boden der Heizlüfter. Im Schrank ein Musterbuch. Ein Vorhang teilt den winzigen Raum, dahinter »reparaturbedürftige« Uniformen mit kleinen Namenszetteln.

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Qualität wird großgeschrieben. Nur beste Materialien werden verwendet. »Normale« Konfektionsgrößen (48 bis 54) sind stets auf Lager, und zwar in den Circusfarben Rot, Blau oder Grau. »Über- und 20 Untergrößen« müssen speziell angepasst und angefertigt werden. Außerdem die passenden Mäntel und Mützen. Gewaschen wird bei den »Damen« in der Schneiderei gegenüber und nur ganz selten wird einmal eine Uniformjacke in die Reinigung gegeben.

Wenn etwa eine Stunde vor Vorstellungsbeginn die Glocke laut ertönt, beginnt der Run auf den Kleiderwagen, der sich im Sattelgang unmittelbar neben der Schneiderei befindet. Dann bleibt Robert Gubincsik noch genügend Zeit für den letzten Schliff: Ein Knopf wird angenäht, die Naht geflickt oder ein Fleck entfernt. Während der Vorstellung steht er hinter den Kulissen parat: »Zur Not muss auch einmal eine Sicherheitsnadel helfen«.

Das »tapfere Schneiderlein« bei Circus Krone freut sich auf weitere Veränderungen modischer Art. So sollen in allen Stallungen Overalls zum Standard gehören und speziell für die Einlassportiere neue Mäntel mit viel »Lametta« entworfen werden. Deutsch-rumänische Wertarbeit.

Im vierten Teil unserer kleinen Serie »Hinter den Kulissen des Circus Krone« werfen wir in unserer morgigen Ausgabe einen Blick in die Krone-Küche.