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Hermann Feil will Bürgermeister werden

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Quasi in letzter Minute hat die CSU Ruhpolding mit Hermann Feil einen Kandidaten ins Rennen um den Rathaus-Chefsessel geschickt. (Foto: Grafetstätter)

Ruhpolding. Hermann Feil will Bürgermeister in Ruhpolding werden. Mit über 97 Prozent der Stimmen nominierte der CSU-Ortsverband Ruhpolding den 47-jährigen Familienvater, der seit zwölf Jahren Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat ist, kurz vor Torschluss als Kandidaten für das Amt des Gemeindeoberhaupts.


Am morgigen Donnerstag ist definitiv Schlusstag für das Nominieren von Bürgermeisterkandidaten im Rahmen der Kommunalwahlen am 16. März in Bayern. Die Ruhpoldinger CSU hat also bis zur letztmöglichen Woche gewartet, um sich für das Aufstellen eines Kandidaten zu entscheiden – oder nicht. Die offensichtlich »schwere Geburt« brachte einen aussichtsreichen Kandidaten zu Tage: Hermann Feil ist 47 Jahre, Verwaltungsfachangestellter im Straßenbauamt Traunstein, verheiratet und Vater dreier Töchter. Er ist ehrenamtlich CSU-Fraktionsvorsitzender im Ruhpoldinger Gemeinderat und seit nunmehr 17 Jahren Vorstand des Trachtenvereins »D’Miesenbacher«. Seit 1993 ist er Mitglied der CSU.

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»Hermann Feil ist der Aufgabe gewachsen, ist fachlich kompetent und stets gut vorbereitet. Auf ihn ist immer Verlass, er ist ehrlich, geradlinig und ein Freund klarer Worte. Und er stellt sich seiner Verantwortung«, sang Ortsvorsitzender Wolfgang Heigermoser ein Loblied auf den CSU-Kandidaten, auf den 36 der 40 abgegebenen Stimmen entfallen waren. Drei Stimmen waren ungültig gewesen, ein Stimmberechtigter hatte mit Nein votiert. »Den unfehlbaren Kandidaten gibt’s nicht«, stellte Heigermoser klar. »Und wir brauchen auch keinen Heiligen, sondern einen der anpackt und handelt.« Angesichts großen finanziellen Probleme Ruhpoldings müsse man die Handlungsfähigkeit der Gemeinde wiederherstellen. Nach Ansicht Heigermosers steht Ruhpolding am Scheideweg: »Wir müssen jetzt gestalten. Also agieren, statt nur reagieren.«

»Oberste Priorität hat für mich die Ordnung der Finanzen«, blies Hermann Feil nach seiner Nominierung in dasselbe Horn. Im Gemeinderat und in seinem kommunalpolitischen Handeln strebe er »eine gesunde Streitkultur« mit gründlichen Aussprachen an. Von den sozialen Medien – Facebook, Twitter und Co. – halte er nicht viel, er schaue den Menschen beim Gespräch lieber in die Augen. »Wenn die CSU zusammenhält, bringen wir das Schiff Ruhpolding wieder auf Kurs«, motivierte er politisch Gleichgesinnte, mit ihm zum Wohle der Gemeinde an einem Strang zu ziehen.

Nach der offiziellen Nominierung des Ruhpoldinger CSU-Bürgermeisterkandidaten stellte sich kurz und prägnant eine Reihe von CSU-Kandidaten für den Ruhpoldinger Gemeinderat und für den Traunsteiner Kreistag vor. Als Wahlvorstand bei der Bürgermeister-Nominierungsversammlung hatte CSU-Landratskandidat Siegi Walch fungiert, der dann im Rahmen des Hauptreferats Teile seiner Agenda für den Landkreis Traunstein erläuterte.

Wenn Verein und Stadt die Mehrkosten bei einem vorzeitigem Baubeginn übernehmen, will Walch im Falle seiner Wahl zum Landrat als erstes den Neubau einer Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein anpacken, »weil die einfach notwendig ist«. Nach Ansicht Walchs steht der Landkreis Traunstein vor »wahren Mammut-Aufgaben«: Im Wettbewerb des ländlichen Raumes gegen großstädtische Ballungszentren wie München brauche man dringend neue Gewerbegebiete, eine gut funktionierende Infrastruktur »mit auch neuen Straßen dort, wo sie ökologisch zu verantworten sind« und eine hundertprozentige, flächendeckende Abdeckung aller Orte mit schnellem Internet, »denn das bringt neue und nachhaltige Arbeitsplätze«. geg