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Herbststurm richtete zum Glück nur Sachschaden an

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Zum Glück nur Sachschaden richtete der Sturm im Landkreis an. Der kann aber, wie hier am Chiemsee bei Schützing, durchaus beträchtlich sein.

Der starke Herbststurm am Dienstagabend mit Orkanböen von über 100 km/h und plötzlichem Starkregen beschäftigte auch die Feuerwehren im Landkreis Traunstein, allerdings in deutlich geringerem Umfang, als dies aufgrund der Unwetterwarnungen zu befürchten war.


Wie Feuerwehr-Pressesprecher Peter Volk meldete, wurden kurz nach 22 Uhr die ersten Feuerwehren zu Unwettereinsätzen alarmiert. Dabei handelte es sich ausschließlich um Einsätze mit dem Alarmstichwort »Baum über Fahrbahn«, und die Floriansjünger rückten aus, um umgestürzte Bäume, die auf Straßen gefallen waren, zu beseitigen, damit der Verkehr wieder fließen konnte.

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Unter anderem war die Staatsstraße 2105 bei Taching kurzzeitig durch einen großen, geknickten Baum blockiert. Die Tachinger Floriansjünger beseitigten ihn. Die Feuerwehr Nußdorf musste auf die Bundesstraße 304 bei Herbsdorf ausrücken, um einen Baum wegzuräumen, der auf die Fahrbahn gefallen war. Insgesamt gab es rund 20 Alarmierungen für ebenso viele Feuerwehren, die aus der Feierabendruhe gerissen wurden und zu Unwetter-Einsätzen ausrücken mussten. Dabei waren die Einsatzorte auf den gesamten Landkreis verteilt, etwas mehr aber im südlichen und östlichen Landkreis. Auch die Autobahn 8 war betroffen: Die Raststätte Chiemsee war wegen eines umgestürzten Baumes zeitweise gesperrt.

Eine zweite kleine Alarmwelle gab es am Mittwochmorgen. Nach Einsetzen des Berufsverkehrs standen einige Autofahrer auf Gemeindeverbindungsstraßen vor umgestürzten Bäumen, die die Fahrbahn blockierten. So war zum Beispiel die Straße zwischen Langmoos und Rettenbach blockiert, wo auch ein Schulbus nicht mehr weiter konnte und umdrehen musste. Die alarmierte Feuerwehr Kammer beseitigte die Hindernisse und sorgte für freie Fahrt. Auch die Feuerwehren Grabenstätt und Inzell rückten am Mittwochmorgen aus, um Straßen von Baumblockaden zu befreien. Menschen wurden nach Informationen der Feuerwehr glücklicherweise nicht verletzt.

Polizeipressesprecher Stefan Sonntag sprach von rund 250 Einsätzen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, der von Weilheim bis ins Berchtesgadener Land reicht. »Meldungen kamen aus dem gesamten Bereich, überwiegend aber aus dem Bereich Bad Tölz, Rosenheim und Traunstein.« In den meisten Fällen sei es um umgeworfene Bäume, Baustelleneinrichtungen und Verkehrsschilder gegangen. Vereinzelt sei es auch um Stromausfälle gegangen.

Die Polizeiinspektion Trostberg meldete, die Straßen Kreisstraße TS 31 in Truchtlaching, Ortsverbindungsstraßen in Liedering, Schnaitsee und Seeon, sowie die S 2357 in Richtung Kienberg waren davon betroffen. Der Sturm brachte auch einen fahrenden Anhänger zum Umkippen. Ein 42-jähriger aus dem Gemeindebereich Schnaitsee fuhr mit seinem Gespann auf der TS 13 in Richtung Kienberg, als der Wind den Anhänger erfasste. Der Anhänger kippte um und riss die Halterung ab. Nach etwa 10 Metern kam der Anhänger in einer Wiese zum Liegen. Der Autofahrer wurde glücklicherweise nicht verletzt. Es entstand zum Glück nur Sachschaden. Auch zahlreiche Zäune und Absperrungen fielen um.

Im Nachbarlandkreis Altötting hatte ein älteres Ehepaar aus Vogtareuth einen wachen Schutzengel – gegen 23 Uhr fiel bei Vogtareuth einer von fünf umgestürzten Bäumen auf den Mercedes. Zwar konnten sie sich unverletzt befreien, doch entstand Sachschaden von rund 10 000 Euro. Auch in Garching an der Alz war ein Schutzengel hellwach: Unverletzt blieb auch ein 58-jähriger Autofahrer aus Geratskirchen, der vor einem umgestürzten Baum anhalten musste. Gerade als er ausgestiegen war und den Notruf absetzte, fiel ein weiterer Baum auf sein Auto, zertrümmerte die Windschutzscheibe und drückte das Dach ein. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 3000 Euro.

Unterdessen hat der Deutsche Wetterdienst eine erneute Unwetterwarnung für die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim herausgegeben. Wie bereits am Dienstag wird auch darin vor Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h in Lagen über 1500 Metern gewarnt. pv/coho