weather-image

Helmut Kauer will Landrat werden

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Helmut Kauer von der ÖDP will Landrat werden.

Traunstein. Mit Helmut Kauer als Landratskandidaten geht die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) an den Start für die Wahl im März. Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein zeigte sich ÖDP-Kreisvorsitzender Bruno Siglreitmaier darüber hinaus erfreut, dass es gelang, alle 70 Plätze und sechs Ersatzplätze mit Kandidaten zu belegen, die sich für eine »nachhaltige, ökologisch orientierte Entwicklung des Landkreises« einsetzen.


Der knapp 52-jährige Helmut Kauer aus Traunreut, seit zwölf Jahren Kreistagsmitglied, umriss seine programmatischen Ziele als künftiger Landrat. Neben der Schuldentilgung, für die sich die ÖDP seit 24 Jahren stark mache, sieht Kauer einen Schwerpunkt im Ausbau der alternativen Energieformen: »Aus regenerativen Energien soll nicht nur der Bedarf im privaten und gewerblichen Bereich gedeckt werden. Bis 2025 soll damit auch die gesamte Industrie im Landkreis versorgt werden können.«

Anzeige

Augenmerk legt Kauer (Platz zwei der Liste) auf den demographischen Wandel, der das Leben von immer mehr Senioren im Landkreis zur Folge hat. Als Landrat möchte er in der kreiseigenen Wohnbaugesellschaft bei Sanierungen und eventuellen Neubauten die Bedürfnisse der Älteren stärker berücksichtigen und die wohnortnahe Versorgung mit Hausärzten sichern. Eine »zentrale Aufgabe für die nächste Wahlperiode« sei die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Kauers »liebstes Kind« ist allerdings die »direkte Demokratie« mit höchstmöglicher Transparenz. Mit ihm würden auch die Tagesordnungen nichtöffentlicher Sitzungen veröffentlicht. Generell wolle er Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit rapide zurückfahren.

Integration von Behinderten

Thomas Graf aus Traunstein als Erstplatzierter der ÖDP-Liste, ebenfalls seit zwölf Jahren Kreisrat, legte als Kinder- und Jugendarzt den Schwerpunkt auf die Bereiche Gesundheit, Familie und Bildung. Grafs Credo: »Wenn wir Familien in schwierigen Situationen unterstützen und die Bildungseinrichtungen den Bedürfnissen der Kinder anpassen, können wir später immens Kosten bei der Schüler- und Jugendhilfe sparen. Ein ausgeglichenes, gesundes Kind kommt leichter mit Schwierigkeiten des Alltags zurecht.« Die Integration von Behinderten ist ein weiteres Anliegen von Thomas Graf. Man könne etwa durch behindertengerechtes Bauen im öffentlichen Bereich das Leben dieser Menschen wesentlich erleichtern. Auf Platz zwei der Liste folgte Helmut Kauer.

Für Andreas Huber aus Waging, der auf die dritte Listenposition kam, stellt die Energieeinsparung die wichtigste Forderung dar – noch vor der Umstellung auf regenerative Energien. Als Biobauer liegen ihm die bäuerliche Landwirtschaft und der Ökolandbau am Herzen.

Für einen weiterhin gentechnikfreien Landkreis engagierte sich Renate Jodelsberger-Schrott aus Trostberg. »Die großen Saatgutkonzerne werden nicht müde, mit ihrer Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel doch noch gentechnisch veränderte Pflanzen in Deutschland hoffähig zu machen. Dagegen müssen wir uns entschieden wehren und die Menschen über diese Machenschaften aufklären«, forderte die Viertplatzierte der Liste. Auf Platz fünf der Liste ist Diplomsoziologin Renate Jodelsberger-Schrott aus Trostberg.

»Manche Lkw-Fahrten sind vermeidbar«

Bruno Siglreitmaier, ÖDP-Kreisvorsitzender aus Chieming, verwies auf »das Dilemma zwischen Umweltschutz und Erhalt von Arbeitsplätzen«: »Die Globalisierung macht sich bei uns durch den starken Schwerlastverkehr bemerkbar. Unsere exportabhängige Industrie hat an guten Verkehrsverbindungen berechtigtes Interesse. Aber manche Lkw-Fahrt wäre vermeidbar. Viele Produkte werden von weit her gekarrt, obwohl sie auch in unserer Region in gleicher, wenn nicht besserer Qualität produziert werden.« Der Bautechniker ist auf Listenplatz fünf. Platz sechs belegt Sekretärin Martina Hofstetter aus Truchtlaching, auf Platz sieben ist Bankangestellter Peter Wolff aus Wonneberg. Auf Listenplatz acht ist Alexander Schick, Handelsfachwirt aus Grassau, Platz neun belegt Roman Babuczki aus Emertsham. Er ist CNC-Maschineneinrichter.

Die durch Naturführungen bekannte Biologin Dr. Ute Künkele (Platz zehn) betonte, sie werde sich im Kreistag vor allem für »verantwortlichen Umgang mit der Natur« einsetzen: »Als Lehrerin für Biologie weiß ich, wie wichtig es ist, den Kindern im Unterricht die Vielfalt der Natur mit allen Sinnen nahe zu bringen – was weitgehend verloren gegangen ist.«

Helmut Kauer freute sich über »die gesunde Mischung« der Kandidaten quer durch die Gesellschaft – von Ärzten über Pfarrer bis zu Biobauern, Schülern, Studenten, von Angestellten, Arbeitern bis zu Rentnern, von Jung bis Alt, Aktiven bei »Mehr Demokratie«, »Bündnis Informationsfreiheit für Bayern« oder »Attac«, ÖDP-lern und Parteifreien. kd