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Helferkreis gründete sich auch in der Pfarrei Otting

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Waging am See – Jetzt gibt es auch in Otting einen Helferkreis für Flüchtlinge: Rund 30 Interessierte waren der Einladung der Pfarrei gefolgt und hatten sich im Pfarrsaal größtenteils zur Mitarbeit in verschiedenen Bereichen bereit erklärt, die die für November erwarteten Flüchtlinge betreffen: Ausräumen und Vorbereiten der Räume, Empfang, Fahrdienste, Einkaufen, Organisation von Treffen, Sprachunterricht, Kontaktpflege und manches mehr. Als Koordinatoren des Helferkreises stellten sich der frühere Ottinger Pastoralreferent Peter Förg und sein Nachfolger Georg Ziegltrum zur Verfügung.


Ziegltrum stellte zu Beginn mit einer Parabel klar, dass es im Helferkreis darum gehe, »Heftpflaster zu verteilen«: »Die Verhältnisse in den jeweiligen Ländern können wir derzeit nicht ändern.« Er lobte die positive Stimmung in den Ottinger Gremien gegenüber einer Aufnahme von Flüchtlingen, die offenbar auch in der Bevölkerung vorherrsche, wie der gute Besuch der Versammlung zeige.

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Gemeindereferent Martin Riedl hob hervor, dass auch die unmittelbar betroffene Familie Förg, die im Ottinger Pfarrhaus direkt neben den, für die Flüchtlinge vorgesehenen, ehemaligen Jugendräumen wohnt, »mitmacht«; denn sonst wäre eine Aufnahme von Flüchtlingen hier kaum denkbar gewesen.

Natürlich gebe es auch Menschen in der Pfarrei, die Bedenken hätten, was absolut verständlich sei. Auch Förg meinte, er und seine Familie blickten mit gemischten Gefühlen der Ankunft der Flüchtlinge entgegen. Mehrfach wurde betont, dass es völlig unbekannt ist, woher diese kommen beziehungsweise ob es sich um Einzelpersonen oder möglicherweise um eine Familie handle. Aber, so Förg, es gebe keine Alternative: Die Leute seien in Not und müssten aufgenommen werden. Letztlich aber blickten er und seine Familie der Ankunft der Flüchtlinge auch mit Spannung und einer gewissen Vorfreude entgegen.

Martin Riedl, der in seiner Familie schon eine ganze Reihe von jugendlichen Flüchtlingen jeweils einige Wochen oder Monate lang beherbergt und betreut hat, räumte ein, das Miteinander sei nicht immer ganz einfach, aber es erweitere den Horizont. Man müsse sich bewusst sein, dass nicht nur die einheimischen Gastgeber, sondern auch die Flüchtlinge mit der jeweils ungewohnten Kultur der anderen zurechtkommen müssten. »Wollen wir gemeinsam schauen, wie wir diese Menschen begrüßen können«, so sein Appell, woraufhin er ein »Wörterbuch Langenscheidt-ohne-Worte« durchreichen ließ, das für den Anfang das wohl wichtigste Hilfsmittel sein werde.

Danach konnten sich die Anwesenden in die Listen für verschiedene Tätigkeiten eintragen. Bereits für den darauffolgenden Tag wurde ein Treffen vereinbart, um die alten Jugendräume von überflüssigen Gegenständen zu befreien und Material wie Geschirr, Besteck und Ähnliches zu erfassen, um zu sehen, was noch besorgt werden muss. Dies sei, so Kirchenpfleger Konrad Thaller gerade auch im Hinblick auf das nächste Treffen mit einem Vertreter des Landratsamts wichtig.

Weiters kamen Themen wie Internet oder Haftpflichtversicherung zur Sprache, wobei man hier eventuell von den Erfahrungen des Helferkreises in Tettenhausen profitieren kann, von denen Heinrich Thaler berichtete.

Neben Förg und Ziegltrum erklärte sich auch Kirchenpfleger Thaller als Verantwortlicher für die baulichen Angelegenheiten bereit, und Christa Hirt will sich darum kümmern, dass den Neuen ein freundlicher Empfang bereitet wird. Weitere Vorschläge waren die Möglichkeit, dass sich die Flüchtlinge einen Garten anlegen können und sich in Schule und Kindergarten vorstellen sollten, um die erste Distanz abzubauen.

Abschließend stellte Martin Riedl die Hilfe für Flüchtlinge auch in den biblischen Rahmen: Die Gastfreundschaft sei ein wichtiges Element in der Bibel, wo es unter anderem heiße: »Seid gastfreundlich, ohne zu murren!« »So sind wir also ganz biblisch unterwegs«, so Riedl abschließend. he