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Heimischer Planer soll Schwimmbadsanierung vorantreiben

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Das Schwimmbad in Neukirchen ist vor allem bei Familien beliebt. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Für die Sanierung des Schwimmbads Neukirchen soll der Achthaler Architekt Heinz Fritsche in Kooperation mit dem neu gegründeten Förderverein eine Detailplanung mit »belastbaren Zahlen« erstellen – und zwar bis Oktober. Dies beschloss der Teisendorfer Gemeinderat nun einstimmig. Zusätzlich soll laut Ratsvotum eine Langzeitvermessung mit mehreren Probebohrungen am Schwimmbad Teisendorf durchgeführt werden. Diese ist aufgrund des sumpfigen Geländes erforderlich, bevor dort genauere Sanierungsplanungen möglich sind.


Bisher kein finanzieller Spielraum

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Seit etwa einem Jahr brennt dem Teisendorfer Gemeinderat das Thema Schwimmbäder-Sanierung auf den Nägeln. Bisher war aufgrund der Baumaßnahmen für die Schulen kein finanzieller Spielraum. Nun ist es höchste Zeit, die defizitären Bäder in Neukirchen und Teisendorf in Angriff zu nehmen. Grundlagen dafür ermittelte inzwischen die Planungsfirma Plafog. Die Sanierungskosten für beide Bäder werden auf bis zu vier Millionen Euro geschätzt.

Einleitend stellte Fritsche, der mit seinem Sohn und Mitarbeiter Markus Fritsche gekommen war, auf Einladung der Gemeinde seine früheren Sanierungs-Planungen von 2000 bis 2002 vor, nach denen bei einer Klausurtagung der Gemeinderäte gefragt worden war. Der Architekt hatte 1999/2000 am Teisendorfer Schwimmbad das neue Betriebsgebäude errichtet, den Kiosk saniert und die Becken mit einer neuen Folie ausgekleidet. Anschließend wurden von ihm verschiedene Varianten für eine Verbesserung des Angebots am Teisendorfer Bad erarbeitet – mit variablen Zusatz-Elementen wie Lehrschwimmbecken, Rutsche, Badeteich und Kleinkinderbereich.

Es stand auch zur Debatte, das 50 Meter lange Schwimmbecken zu teilen in ein 25-Meter-Schwimmbecken und einen Kinderbereich, es auf 35 Meter zu verkürzen oder auf längere Sicht nur einen Badeteich zu planen, wobei das Becken so lange genutzt werden sollte, wie es hält. Ebenso im Visier hatte Fritsche einen Wall nach Westen als Windschutz, einen Freizeitbereich für die Jugend, um eine Saisonverlängerung für den Kiosk zu erzielen, und einen Campingplatz.

Wie Bürgermeister Thomas Gasser erläuterte, wäre das Architekturbüro Fritsche auch bereit, sich über das Neukirchner Schwimmbad Gedanken zu machen. Markus Fritsche schlug ein zeitnahes Treffen mit dem Förderverein vor, um herauszufinden, was den Neukirchnern wichtig ist.

»Sehr positive Entwicklung«

Zweiter Bürgermeister Norbert Schader (FWG) zeigte sich erfreut über die »sehr positive Entwicklung« bei den Bädern und dass Fritsche bereit ist, die Planung für Neukirchen zu übernehmen. Mit dem Verein zusammen komme man sicher auf eine »praktikable Lösung.« Ein Vorteil sei auch die räumliche Nähe des Achthaler Planungsbüros. Johann Niederstraßer (FWG) begrüßte es, dass im Bad Teisendorf bis zum Frühjahr Messungen gemacht werden.

Wie Schwimmbadreferent Thomas Prechtl berichtete, hat der am 1. Juli gegründete Förderverein inzwischen 381 Mitglieder, darunter 112 beitragsfreie Kinder. Bisherige Aktionen sind ein neues Angebot der Aquagymnastik und ein Sponsorenschwimmen, bei dem 60 Kinder in zwei Stunden 1179 Bahnen schwammen, was 29,5 Kilometer entspricht. Mehr als 2800 Euro wurden bei dieser Veranstaltung gespendet. Mehrere Vorstandsmitglieder verfolgten die Diskussion als Zuhörer.

Alois Stadler (CSU) betonte, man müsse für die Gespräche über die Sanierung in Neukirchen von Seiten der Gemeinde als Vorgabe geben, dass eine »Minimallösung« angestrebt werden müsse. Fritsche erklärte dazu, die Neukirchner seien froh, wenn das Bad im jetzigen Zustand erhalten werde. Stadler ergänzte, man müsse das Badareal in Teisendorf auch für andere Zwecke nutzen, zum Beispiel für einen attraktiven Spielplatz. Dann sei es auch leichter, gute Pächter zu finden.

Hans Rauscher (SPD) erkundigte sich, warum Fritsche in Teisendorf nach einer öffentlichen Vorstellung der Badsanierungs-Entwürfe 2006 nicht weiter plante. Laut Architekt hieß es damals, die Leute wollten keine Vergrößerung des Angebots, sondern nur das Bestehende erhalten. Mit einer neuen Folie für die Becken und einer Solaranlage seien die Arbeiten am Bad eingestellt worden.

»Den Neukirchnern ist sehr wohl bewusst, dass sich das im Kostenrahmen halten muss«, stellte Prechtl klar. Ortsansässige Baufirmen hätten bereits Unterstützung in Aussicht gestellt. Georg Quentin (SPD) begrüßte die beschlossenen Maßnahmen als Entscheidungshilfen für den Gemeinderat.

Schwallwasserbehälter Hauptproblem

Bereits seit 28 Jahren ist Michael Lindner, von der Gemeinde für den Bauhof angestellt, Bademeister im Schwimmbad Neukirchen. »Das Hauptproblem hier ist die Technik«, erklärte er auf unsere Nachfrage. Die Schwallwasserbehälter seien rostgeschädigt und könnten durchbrechen. In diese Behälter läuft das aus den Becken übertretende Wasser zurück. Frischwasser wird zugeführt, läuft durch einen Filter und wird, nach Zusatz von Chlorgas, in die Becken zurückgeleitet, so dass ein Rundlaufsystem entsteht. Die Stahlblechbehälter sind laut Lindner bereits 40 Jahre alt. Er hat sie bereits wiederholt selbst repariert. »Irgendwann geht’s halt nicht mehr«, betonte er. Die Becken seien dagegen noch in relativ gutem Zustand.

Lindner rechnet jedoch damit, dass, wenn etwas am Bad erneuert wird, andere Vorschriften greifen. So müsse nach neuesten Vorgaben das zugeführte Wasser von Düsen am Beckengrund vertikal nach oben strömen. Das Neukirchner Bad weise hingegen noch eine Längsdurchströmung auf. Auch seien Überlaufrinnen Standard.

Das Bad zähle an schönen Tagen 300 bis 400 Besucher im Schnitt, erzählte er. »Es wird auch von den Schulen in Neukirchen und Oberteisendorf sehr gut angenommen.« Praktisch für die Kinder sei das 25 mal 12,5 Meter große Nichtschwimmerbecken ergänzend zum 25 mal 15 Meter großen Schwimmerbecken. So könnten sie schneller und besser schwimmen lernen. vm