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Heimische Blütenvielfalt als Überlebenselixier

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An trockenen Orten fühlen sich blaue Glockenblumen wohl, wie auf dieser Wiese bei Nußdorf.

Wunderschöne Blumenwiesen sieht man derzeit im gesamten Landkreis. An den Blumen und Blüten erfreuen nicht nur wir Menschen uns, sondern sie sind auch sehr wichtig für Tiere und andere Insekten. Wie man auch im eigenen Garten bienenfreundliche Wiesen anlegen kann, dafür hat Markus Breier, Kreisgartenfachberater am Landratsamt Traunstein, einige Tipps parat.


Die einfachste Methode funktioniert sowohl im Garten als auch auf dem Balkon: einfachblühende Pflanzen setzen, Bienenweiden aussäen und für Blütenvielfalt vom Frühjahr bis zum Herbst sorgen. Darüber freuen sich nicht nur die Honigbienen, die zahlreiche Pflanzen bestäuben, sondern auch ihre »wilden Schwestern«. Breier sagt dazu: »Über 300 Arten von Wildbienen leben in Bayern. Die meisten sind als friedliche Einzelgänger unterwegs und leben nur kurze Zeit im Jahr.« Wer sie genauer kennenlernen will, kann auch ein Insektenhotel aufhängen. »Damit lassen sich einige friedliche Wildbienen ganz aus der Nähe beobachten«, so der Gartenfachmann. Die häufigsten Baufehler sollten jedoch vermieden werden. »Wichtig sind glatte und saubere Bohrungen in Laubholz, bis neun Millimeter Durchmesser und quer zur Faser. Der Standort sollte sonnig und vor Regen geschützt sein, dann lassen die Bewohner nicht lange auf sich warten.«

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Wer will und den Platz dazu hat, kann noch eins draufsetzen. »Als echtes Highlight der Artenvielfalt passen dazu echte Blumenwiesen. Nirgends sonst ist die Artenzahl pro Quadratmeter größer – nicht einmal in den Tropen«, so Breier. Wichtig sei das richtige Saatgut, denn es müssen die heimischen Wiesenblumen enthalten sein. Jetzt, im Mai sollte man sich beeilen, sonst warte man besser bis zum Herbst, wenn der Boden wieder feuchter ist.

Durch den zwei- bis dreimaligen Schnitt im Jahr bleibt eine Blumenwiese dauerhaft bunt und blütenreich. Je nach Standort entwickelt sie sich anders. An feuchten Standorten fühlen sich rosa Kuckucks-Lichtnelken wohl, an trockenen blaue Glockenblumen und echtes Johanniskraut.

»Je mehr Blüten da sind, umso besser«

Das Traunsteiner Tagblatt hat in den vergangenen Tagen einige Beschwerden erreicht, dass von blütenreichen Wiesen oft die Blumen abgepflückt werden. Laut Breier sei das der »schöne Nebeneffekt«, sodass man sich die Vielfalt der Natur ins Haus hole. Allerdings sollte man laut Breier auch bedenken, dass man den Insekten und Bienen damit die Nahrungsquelle wegnimmt. »Je mehr Blüten da sind, umso bessern. Wenn die Blühfläche also nicht all zu groß ist, sollte man sich besser zusammenreißen und die Blumen nicht pflücken.« Mit dem gewissen Maß sei es aber in Ordnung, die Blumen mitzunehmen – außer es handelt sich um geschützte Pflanzen oder sie wachsen in Naturschutzgebieten.

Eine Auswahl bienenfreundlicher Pflanzen findet man im Faltblatt »Blütenvielfalt für Bienen & Co«, das im Landratsamt Traunstein sowie in den Gemeindeverwaltungen ausliegt. Wer Fragen zum bienenfreundlichen Garten hat, kann sich auch direkt an Fachberater Markus Breier unter Telefon 0861/58-385 wenden. jar