weather-image
14°

Heimatpflegeverein hat wieder einen Vorsitzenden

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die neu gewählte Vorstandschaft des Vereins für Heimatpflege und Kultur Waginger See (von links): zweiter Vorsitzender Franz Patzelt, Schatzmeisterin Annemarie Geierstanger, Schriftführerin Christl Heiß und Vorsitzender Alfons Schmuck. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Aufatmen beim Verein für Heimatpflege und Kultur Waginger See: Nach zwei Jahren »Sedisvakanz« hat der Verein wieder einen Vorsitzenden.


In der Jahreshauptversammlung wurde Alfons Schmuck, bisher Stellvertreter, zum Vorsitzenden gewählt. Franz Patzelt, der 28 Jahre lang den Verein geleitet und zuletzt zwei Jahre nur noch kommissarisch amtiert hatte, übernahm dafür den Stellvertreterposten. Die weitere Vorstandschaft blieb gleich.

Anzeige

Somit sieht das Führungsgremium des Kulturpflegevereins wie folgt aus: Vorsitzender Alfons Schmuck, Stellvertreter Franz Patzelt, Schriftführerin Christl Heiß, Schatzmeisterin Annemarie Geierstanger, Kassenprüfer Reinhold Obermaier. Alle Kandidaten wurden bei der von Elmar Schwarz geleiteten Wahl einstimmig gewählt.

Schwarz, früher Kulturreferent im Waginger Gemeinderat und Mitinitiator der »Bunten Märkte der Heimatkultur«, meinte nach der Wahl, 28 Jahre Vorstandstätigkeit wie bei Franz Patzelt seien »aller Ehren wert« und rief die Mitglieder zu »standing ovations« auf. Es sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass jemand so lange und so engagiert ein Amt ausübe. Dem neuen Vorsitzenden Schmuck wünschte er für das »schwere Erbe« Fingerspitzengefühl und Engagement.

Patzelt selbst hatte sich bei seiner »letzten Amtshandlung« als kommissarischer Vorsitzender kurz gefasst. Der Heimatpflegeverein, so stellte er fest, habe sich in den vergangenen Jahren »so dahingeschleppt«, da es nicht gelungen sei, einen neuen Vorstand zu »kreieren«. Allerdings sei der Verein deswegen keineswegs untätig gewesen. So sei der dritte Band des Heimatbuchs fertiggestellt worden, zwei Jahreshefte seien herausgegeben worden, und auch eine eigene Homepage sei fast fertig. Abschließend dankte er allen, die ihn in den vergangenen 28 Jahren unterstützt haben, und fügte an, für die Zukunft brauche der Verein »alle Energie und alles Engagement, zu dem er fähig ist«, um die neuen Konzeptionen für Baiuvaren-Museum und -Haus mit Leben zu erfüllen.

Schriftführerin Christl Heiß erinnerte in ihrem Jahresrückblick an die Musiktage mit sechs Konzerten, die Veranstaltung »Frisch vorg’lesen und aufg’spuit«, Fahrten nach Aldersbach und zur Landesausstellung in Nürnberg, Vorträge über die alte Grenze zwischen Bayern und Österreich sowie über die Baiuvaren, die Jahreshefte und den letzten Heimatbuch-Band, die monatlichen Stammtische und nicht zuletzt an den bereits sechsten »Bunten Markt der Heimatkultur«.

Dieser Markt wurde maßgeblich initiiert von dem inzwischen verstorbenen Gemeinderat Hannes Obermayer, Elmar Schwarz und Ortsheimatpflegerin Claudia Schemmer. Sie berichtete, dass bei diesen Verkaufsaktionen bereits fast 8000 Euro eingenommen worden seien, von denen 5000 gespendet wurden. Auch diese Aktion zeige, so Schemmer, wie aktiv der Verein ist, der aktuell 236 Mitglieder hat. Dank sagte sie dem Bauhof und der Tourist-Info für die Unterstützung und nicht zuletzt auch Elmar Schwarz, dessen »Sachverstand in Sachen Kunst unverzichtbar« sei.

Der Verein hat laut Schatzmeisterin Annemarie Geierstanger bei einem Umsatz von knapp 30 000 Euro ein fast ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt und verfügt über beruhigende Rücklagen.

Florian Eibeck, selbst begeisterter Hobby-Historiker, hat für den Heimatpflegeverein die Aufgabe übernommen, die Homepage zusammenzustellen und zu betreuen. Er präsentierte die wesentlichen Elemente. Einige Änderungen und Ergänzungen stehen an, aber in wenigen Tagen soll die Homepage laut Eibeck online gehen.

Helmut Loipfinger, der die monatlichen Stammtische organisiert, stellte fest, der Heimatpflegeverein sei sehr aktiv, brauche sich mit seinem Programm keinesfalls zu verstecken. Im Gegenteil, man solle sich durchaus Pausen gönnen und nicht zu viele Termine organisieren.

Der neue Vorsitzende Schmuck erinnerte an die Aufbruchsstimmung, die vor 28 Jahren bei der Gründungsversammlung geherrscht habe. Allerdings habe sich in all den Jahren »manches abgeschliffen«. Seine Überzeugung sei stets gewesen: »Der Verein darf nicht sterben.« Daher habe er sich jetzt auch als Vorsitzender zur Verfügung gestellt, und er tue dies gerne. Ein Grund liege auch darin, dass mit Claudia Schemmer eine so aktive Ortsheimatpflegerin gefunden worden sei. »Pack ma’s o und helf’ ma alle zsamm«, war sein abschließender Appell an die Vereinsmitglieder. Dies kann ganz konkret schon bald geschehen; denn, wie Schmuck noch bekanntgab, trifft man sich doch am Samstag, 13. Mai um 9 Uhr zum Mähen und Renovieren am Baiuvaren-Haus. he