weather-image
21°

Heimatpfleger Hartmut Rihl zum Ehrenbürger ernannt

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die Ehrenurkunden übergaben Bürgermeister Josef Loferer (rechts) und seine Stellvertreterin Elfie Bachmann an Hartmut Rihl (2. von links) und Martin Sabold im Rahmen einer vorab geheim gehaltenen Feier. (Foto: Reichenbach)

Schleching. Die Überraschung von Bürgermeister Josef Loferer und des Gemeinderates gelang: Die Entscheidung Hartmut Rihl zum Ehrenbürger zu ernennen und Martin Sabold die Bürgermedaille zu verleihen, ist bis zum gemeinsamen Festakt am Berggasthof Streichen nicht nach außen gedrungen.


Die Gemeinde hat im Rahmen ihres Selbstverwaltungsrechts verschiedene Möglichkeiten, verdiente Persönlichkeiten zu ehren. Zuletzt geschah dies 2008, als Altbürgermeister Fritz Irlacher zum Ehrenbürger ernannt wurde und der frühere Zweite Bürgermeister Christian Schwaiger die Bürgermedaille erhielt. Beide sind aktuell die einzigen lebenden Bürger mit einer gemeindlichen Auszeichnung.

Anzeige

Bürgermeister Loferer übernahm die Ehrungen von Hartmut Rihl und Martin Sabold und verlas die Meilensteine ihres Wirkens: Rihl war von 1972 bis 1978 Gemeinderatsmitglied sowie von 1974 bis 1998 Vorsitzender des Schlechinger Pfarrgemeinderats. Seit 2001 ist er örtlich Beauftragter der Dorferneuerung Schleching III. 2013 erhielt er für diesen Einsatz vom Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die »Staatsmedaille für verdiente Bürger im Ländlichen Raum«.

Seit den achtziger Jahren wirkte er zunächst gemeinsam mit Heimatpfleger Vinzenz Bachmann, ab 1990 übernahm er das Amt als Ortsheimatpfleger. Viele umfangreiche historische Aufgaben bewältigte er seither, wie die Aufstellung der Gebäude für die Denkmalliste und der schützenswerten Almen.

Im Laufe der Jahre fertigte er unter anderem mehrere Chroniken für die örtlichen Vereine, er organisierte Ausstellungen und Festveranstaltungen. Außerdem hielt er Vorträge, etwa zur Geschichte der Chiemgauer Almen. Seit 1994 beschäftigt sich Rihl zudem intensiv mit der Archäologie des Achentales in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Seit den fünfziger Jahren ist er aktives Mitglied beim Skiclub, seit Jahrzehnten Mitglied der Musikkapelle sowie langjähriges Mitglied und Schriftführer bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft.

1996 war er Mitbegründer des Schlechinger Kulturfördervereins und Mitorganisator von Kulturfahrten sowie historischen und kunstgeschichtlichen Führungen, 1998 Mitinitiator und Gründungsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Achental, in dem er bis heute die Gemeinde Schleching im erweiterten Vorstand vertritt.

Martin Sabold kam 1957 nach Schleching und ist seitdem fest im Gemeindeleben verwurzelt. Als Vorstandsmitglied der Dorferneuerung Schleching III ist er seit 2001 maßgeblicher Motor der Eigenleistungen im Verfahren. Auch er erhielt 2013 die »Staatsmedaille für verdiente Bürger im Ländlichen Raum«.

Bis heute ist Sabold stetiger Ansprechpartner und Ideengeber bei Arbeiten, meist in Eigenleistung, zum Beispiel der großen Begrüßungstafel bei Raiten oder bei der Pflege der Wanderbänke. Über Jahrzehnte leitete er das Herrichten des Maibaumes und gilt als »Vater der Maibaumfiguren«.

Sabold war über 40 Jahre aktives Mitglied der Schlechinger Bergwacht. 30 Jahre gehörte er der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat an. Seit Ende der fünfziger Jahre ist er beim Trachtenverein »D’Gamsgebirgler«. Viele Jahre war er Mitglied in der Hausmusik, im Chor und bei den »Schlechinger Sängern«. Bei den Schlechinger Alphornbläsern ist er als Gründungsmitglied seit 1968 aktiv. Er schuf die Grundlage für die Alphornchronik.

Als Gründungsmitglied des »Musikvereins Schleching« 1990 übernahm er einige Jahre das Amt als Zweiter Vorsitzender. Als langjähriger Akteur in der Theatergruppe galten seine Ideen und seine Schaffenskraft besonders dem Bühnenbild. Als Mitbegründer der »Schlechinger Samer Kraxentrager« organisierte er viele Züge der Schlechinger Samer, unter anderem mit den befreundeten Samern aus Mittersill.

»Hartmut Rihl und Martin Sabold haben Schleching aktiv geprägt«, würdigte Bürgermeister Loferer und wünschte beiden weiterhin gute Schaffenskraft. Den Ehefrauen Anni Sabold und Gertrud Rihl, ohne deren Unterstützung die vielen Aufgaben der Geehrten nicht zu bewältigen gewesen wären, überreichte Loferer Blumensträuße.

»Braucht hätt’s es nicht, aber freun’ tut’s uns schon«, dankte Hartmut Rihl. Die totale Geheimhaltung hätte beide überwältigt. »Wir hoffen, dass wir der Würdigung gerecht werden.« Der historische »Streichen«, wo beide quasi daheim seien, wurde für die Feier im Freien mit Bedacht gewählt. Zur musikalischen Gestaltung trug Roland Boser mit der Ziach bei. Mit einem Festmahl im Berggasthof Streichen klang die Feier aus. bre