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Heimat- und Geschichtsverein wird 20 Jahre alt

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Die Almen – wie hier auf der Hochplatte – hat der Heimat- und Geschichtsverein Achental in einer Datenbank erfasst. Sie wird im März präsentiert. (Foto: Chiemgau-Tourismus)

Grassau – Die Almendatenbank und das 20-jährige Bestehen des Heimat- und Geschichtsvereins Achental standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung im Mietenkamer Dorfsaal.


Vorsitzender Dr. Hans Grabmüller informierte, dass sich die Entscheidung, Veranstaltungsangebote des aufgelösten Schlechinger Kulturfördervereins zu übernehmen, als Erfolg erwiesen habe. Als Veranstaltungsbeispiel nannte er das volksmusikalische Konzert im Oktober. Großen Zuspruchs erfreuen sich auch die Vorträge, die von 50 bis 100 Personen besucht wurden. Sehr erfreut zeigte sich Grabmüller, dass nun die Almen-Datenbank zu einem guten Abschluss gebracht werden kann: Am 23. März wird sie präsentiert. Der Vorsitzende erinnerte darüber hinaus an Fachvorträge, Lesungen mit Musik, ein Konzert in der Schlechinger Pfarrkirche, den Besuch der Skulpturenausstellung von Andreas Kuhnlein sowie an drei Exkursionen.

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Schriftführer Richard Schreiner schied aus

Personelle Veränderungen ergaben sich durch das Ausscheiden von Schriftführer Richard Schreiner. Für ihn wählten die Mitglieder Susanne Tofern, die sich zudem bereit erklärte die Internetseite des Vereins zu pflegen. Gleichwohl meldete sich Dr. Klaus Thiele als Beisitzer ab. Er wird stattdessen als Beirat für die Gemeinde Marquartstein tätig werden. Aufgrund anderer Verpflichtungen schied Christiane Giesen, zuständig für Pressearbeit im Verein, ebenfalls als Beisitzerin aus.

Vorsitzender Grabmüller erklärte, dass drei Beisitzerstellen für den gewachsenen Aufgabenbereich nicht reichen. Er verwies auf die Aufgaben, die der Verein vom Schlechinger Kulturförderverein übernommen hat – allein für diesen Bereich wäre eine weitere Beisitzerstelle nötig. Auch die Aufgaben, die sich durch den Aufbau der Almendatenbank ergeben haben, erfordern ein weiteres Beisitzeramt.

Grabmüller schlug vor, Hans Münch, der als Beirat diese Aufgabe übernommen hat, nun als Beisitzer in den engeren Vorstand aufzunehmen. Auch die Betreuung der Vereinsbibliothek und der archäologischen Sammlung sollte von Beisitzern erfolgen. Angesichts dieser Ausführungen stimmten die Mitglieder über die Erweiterung des Beisitzes von drei auf fünf Mitgliedern zu. Gewählt wurden Erika Schwarz, Axel Friedmann, Hermann Minisini, Hans Münch und Karin Raab.

Mehrwertsteuer war nicht förderfähig

Probleme ergaben sich bei der Finanzierung der Almendatenbank mit über 18 000 Euro, berichtete Grabmüller weiter. 2016 wurde das Projekt von der Leader-Förderung zwar genehmigt und ein Zuschuss von 60 Prozent erwartet, nach einer neuen EU-Förderrichtlinie war dann aber die Mehrwertsteuer nicht mehr förderfähig. So fehlten 3000 Euro für die Finanzierung der Datenbank. Ohne das Ökomodell Achental hätte der Verein das Projekt aufgeben müssen, so Grabmüller. Hinzu kam, dass das Landwirtschaftsamt Rosenheim mit Leader in Streit geriet, ob überhaupt alle Unterlagen vorliegen. Grabmüller schilderte, wie kurz nach einem Beschwerdeschreiben an Staatsminister Brunner dann doch die Finanzierungszusage kam.

Hans Münch zeigte dann die Almen-Datenbank. Er erklärte den Aufbau und gab einen Überblick über die Almen des Achentals samt Infos zu geografischen Daten, zur Bewirtschaftung, Hintergrund und Bedeutung, Historie, Fotos und Almleuten. Grabmüller verwies auf das Almen-Wörterbuch, in dem Begriffe erklärt werden sollen. Dieses Wörterbuch sollte zunächst als Buch veröffentlicht werden, wurde nun aber doch in die Datenbank integriert.

Es gibt heuer auch noch einiges zu feiern: der Verein wird 20 Jahre alt. Dazu gibt es im Juni Vorträge zum Thema »200 Jahre politische Gemeinden in Bayern« und »Naturschutz und Kulturlandschaftspflege«. Im Juli ist eine Festveranstaltung unter dem Motto »Heimatgeschichte heute«, ein Bücherflohmarkt und ein Klassik-Konzert auf dem Streichen geplant. Ein weiteres Konzert folgt im August. Außerdem ist eine Ausstellung zum 200. Gedenken an die Gründung politischer Gemeinden gemeinsam mit dem Überseer Kulturkreis vorgesehen. Geplant seien auch Kooperationen mit dem Traunsteiner Geschichtsverein.

Die Grassauer Chronik hat nun zehn Bände und mit zwei weiteren, einem zur Landwirtschaft und einem zur Geschichte von 1945 bis heute, wird die Chronikreihe noch heuer abgeschlossen, so Fritz Seibold. In Bergen wird weiter am Heimatbuch gearbeitet, das voraussichtlich bis Weihnachten fertig sein wird. In Grabenstätt feiert die »Allerseelen Bruderschaft ihr 500-jähriges Bestehen«, in Übersee bereitet sich der Kulturverein auf die Ausstellung »200 Jahre politische Gemeinden« vor. Auch das Häuserbuch für Reit im Winkl, an dem Franz Höflinger schreibt, wird noch heuer veröffentlicht.

Fritz Irlacher informierte, dass das Heimatbuch Schleching vergriffen sei und man eine Neuauflage befassen solle. Zudem solle die Streichenkapelle mit Schildern beschrieben werden. Abschließend stellte Olaf Gruß noch historische Bilder von Mietenkam vor. tb