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»Heilig Kreuz ist eine schöne und kostbare Perle«

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Er nahm Abschied von den Mitgliedern der Pfarrei Heilig Kreuz: Pater Ferdinand wird in den kommenden Wochen Traunstein verlassen. Auch der Orden der Missionare vom Kostbaren Blut verlässt die Pfarrei, die dieser seit der frühen Nachkriegszeit betreut hatte.

Traunstein. Mit einem Festgottesdienst und einer Verabschiedungsfeier sagte die Pfarrei Heilig Kreuz Pater Ferdinand Zech Lebwohl, der hier seit 2007 tätig war. Auch der bisherige geistliche und wirtschaftliche Träger, die Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut, verlässt Traunstein. Gute 60 Jahre trug die Gemeinschaft Verantwortung für Heilig Kreuz. Pater Ferdinand wird künftig eine neue Aufgabe in Maria Baumgärtle (Nähe Mindelheim) übernehmen. Der Abschied in Traunstein wurde in der Kirche mit einem Festgottesdienst begangen, der vom Kirchenchor Haslach/Heilig Kreuz musikalisch gestaltet wurde. Nach dem Gottesdienst fand ein gut besuchtes Pfarrfest statt.


Im Schatten von St. Oswald nicht zu kurz kommen

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In der festlich geschmückten Kirche ging Pater Ferdinand auf das alttestamentliche Gebet des Königs Salomo ein, der sich für sein Volk Israel ein »hörendes Herz« von Gott erbat, um seine Weisungen zu verstehen, und umsetzen zu können. Er äußerte die Hoffnung, dass Heilig Kreuz »im Schatten von Sankt Oswald nicht zu kurz kommt«. An den künftig gesamtverantwortlich zuständigen Stadtpfarrer Georg Lindl gewandt, sagte er: »Heilig Kreuz ist eine schöne und kostbare Perle.« Er rief die Gemeindemitglieder auf, in ihrer Kirche selbst Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren. Stellvertretend dafür überreichte er dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Wolfgang Thurner, ebenfalls eine Perle. Daneben freue er sich, dass mit Pfarrer Christoph Nobs, der zuletzt zwölf Jahre leitender Pfarrer für Putzbrunn/Grasbrunn und des Pfarrverbandes Ottobrunn/Hohenbrunn war, ein Seelsorger nach Heilig Kreuz komme. Sehr persönlich, fast wehmütig wurde Pater Ferdinand als er sagte: »Heilig Kreuz ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich hätte mich hier gerne noch einige Jahre eingebracht.« Die Gemeinde schloss ihn, die Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut, die scheidende Gemeindereferentin Barbara Burghartswieser aber auch die gesamte Pfarrei Heilig Kreuz in ihr gemeinsames Gebet ein, dass das Erreichte bewahrt bleibe.

Zum Ende des Gottesdienstes war der Dank des Kindergottesdienst-Teams sowie das gemeinsame Singen im Kreis vor dem Altar noch ein emotionaler Höhepunkt der Messe, bevor sich die anwesenden Gemeindemitglieder und Kirchenbesucher im gemeinsam gesungenen Kirchenklassiker auch in der gemeinsamen Zeit mit Pater Ferdinand einig waren: »Großer Gott wir loben dich!«

Bewegender Abschied beim großen Pfarrfest

Das Pfarrfest am Nachmittag wurde musikalisch umrahmt von der Traunsteiner Stadtmusik. Die Grußworte hatten alle einen Grundtenor: Man bedauere den Weggang des Pfarrers aber auch der Gemeinschaft als verantwortlichen Träger für Heilig Kreuz sehr. Die Liste der Grußworte und offiziellen Verabschiedungen war lang. So brachten die Ministranten von Heilig Kreuz genauso ihren Beitrag wie der Freundeskreis Heilig Kreuz oder die »Strickweiber«.

Die Kindergartenkinder sangen »ihrem« Pfarrer einige Lieder. In der kurzen Ansprache der Kindergartenleiterin Elisabeth Namberger-Scholz wurde deutlich, dass der Geistliche stets ein offenes Ohr für die Belange der Kinder hatte. Sichtlich bewegt zeigte sich Pater Ferdinand beim gemeinsamen Segenslied.

Kirchenpfleger Manfred Thurner wies auf die Geschichte der Gemeinschaft hin, die in Heilig Kreuz gerade auch viele Baumaßnahmen durchgeführt habe, die mit der 1951 erbauten Pfarrkirche begannen. Pater Provinzial Andreas Hasenberger sagte, die Niederlassung der Kongregation werde aus personellen Gründen an die Diözese zurückgegeben. »Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen, denn hier ist viel Herzblut eingebracht worden«, sagte der verantwortliche Geistliche. Er dankte Pater Ferdinand für sein großes Engagement und großartigen Dienst.

Josef Häusler, der durch die Feier führte, hielt Rückschau auf die vor kurzem gefeierte Primiz von Emmeran Hilger in Heilig Kreuz und sagte: »Es soll nicht wieder 30 Jahre dauern.« Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Thurner sprach vom »Spannungsfeld der Etablierung von Heilig Kreuz in die Stadtkirche.« Man gehe der kommenden Zeit trotzdem gemeinsam mit gutem Mut entgegen. Oberbürgermeister Christian Kegel stellte die Frage nach dem Weggang des Pfarrers und der Gemeinschaft: »Hat das wirklich sein müssen?« Zu Pater Ferdinand sagte er: »Sie haben das kirchliche Leben in Traunstein geprägt.«

Es wird in Heilig Kreuz ganz normal weitergehen

Pfarrer Georg Lindl, der künftig mit der Stadtkirche eine zusätzliche Verantwortung für Heilig Kreuz bekommt, sagte in Anlehnung an die vormittags überreichte Perle über die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz: »Ja, das ist eine Perle hier.« Er beruhigte die Gemeindemitglieder, dass es trotz der großen Veränderungen »hier ganz normal weitergeht.«

Pater Ferdinand hatte das Schlusswort: »Missionar sein ist mit Bewegung und Änderung verbunden« sagte der sichtlich gerührte Geistliche in seinen abschließenden Dankesworten, die er bei manchen Gemeindegliedern und Mitarbeitern, die intensiver mit ihm zusammengearbeitet haben, noch mit der Übergabe von roten Rosen verstärkte. awi