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Heftiger Regen und Schnee: Feuerwehr hatte viel zu tun

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Mehrere Stunden waren die Freiwillige Feuerwehr und der Bauhof im Einsatz, um das Wasser in Piesenhausen in der Gemeinde Marquartstein von der Straße abzupumpen. (Foto: Giesen)

Die Floriansjünger waren am Donnerstag aufgrund starker Regenfälle und Überschwemmungen gefordert. Sie mussten überflutete Keller auspumpen, Straßen sperren und Sandsackbarrieren errichten. Besonders betroffen war der südliche Landkreis.


Nachdem in der Nacht zum Mittwoch ein heftiger Herbststurm zu rund 25 Feuerwehr-Einsätzen im Landkreis Traunstein geführt hatte, waren die Floriansjünger am Donnerstag erneut stark gefordert, berichtete Feuerwehr-Pressesprecher Peter Volk. »Die Feuerwehren wurden gerufen um überflutete Keller auszupumpen, Straßen zu sperren, Sandsackbarrieren zu errichten und Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.«

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60 Einsätze der Feuerwehr

Dabei konzentrierte sich der Schwerpunkt auf den südlichen Landkreis und vor allem auf die Gemeinden Marquartstein, Übersee, Grabenstätt, Vachendorf, Bergen, Siegsdorf und Ruhpolding. Die Feuerwehren südlich der Autobahn bewältigten im Laufe des Vormittags rund 60 Einsätze, so Peter Volk. Nördlich von Traunstein und auch im östlichen Landkreis, rund um den Waginger See, sei es ruhig geblieben.

Am frühen Vormittag ab 8 Uhr setzten die Alarmierungen der Feuerwehren ein, nachdem starker, lang anhaltender Regen vor allem in den Staulagen der Chiemgauer Berge zu Überflutungen von Straßen und Kellern führte.

Straßen wurden gesperrt

Die Staatsstraße 2096 zwischen Übersee und Grabenstätt wurde überflutet und musste gesperrt werden, ebenso die Kreisstraße TS 3 zwischen Grabenstätt und Holzhausen sowie die Kreisstraße TS 6 zwischen Bernhaupten und Bergen. Bis Redaktionsschluss waren die Straßen noch nicht befahrbar.

Auch die Ortsdurchfahrt von Vachendorf war zeitweise bis zu 15 Zentimeter hoch überflutet und unpassierbar. Die Feuerwehren räumten Gullys aus, um ein Abfließen des Wassers zu gewährleisten.

Besonders stark gefordert war die Feuerwehr Grabenstätt, die vielerorts im Gemeindegebiet Keller auspumpen musste. Da die Grabenstätter Wehr alleine nicht alle Hilfeersuchen abarbeiten konnte, kamen die Kameraden aus Erlstätt zu Hilfe und unterstützten die Pumparbeiten. Dort, wo die Gefahr bestand, dass in Gebäude Wassermassen eindringen, wurden Sandsackbarrieren errichtet.

In Ruhpolding wurde die Feuerwehr alarmiert, um unter anderem einen Keller auszupumpen, in dem 1,50 Meter Wasser stand. Dort drohte auch der Öltank aufgeschwemmt zu werden.

Auch  die   Feuerwehren Vogling, Hammer, Siegsdorf und Inzell wurden mit der Alarmmeldung »Wasser im Keller« zu mehreren Einsätzen gerufen. In Traunstorf drang Wasser in die Kellerräume einer Elektronikfirma ein. Dort kam die Feuerwehr Wolkersdorf zu Hilfe.

Die Haslacher Floriansjünger rückten aus, weil gemeldet wurde, dass die Bahnunterführung auf der Straße nach Axdorf überflutet ist. Tatsächlich stand das Wasser nur wenige Zentimeter hoch und die Autos konnten ohne Probleme durchfahren. Nach Ausräumen der verstopften Gullys war der »Unwetterschaden« behoben.

Hochwasser-Meldestufe eins wurde nicht erreicht

Mehrere Stunden waren Freiwillige Feuerwehr und Bauhof in Marquartstein im Einsatz, um das Wasser in der Ortsmitte von Piesenhausen – an der Kreuzung Richtung Grassau – von der Straße abzupumpen. Wegen der anhaltenden Regenfälle konnte der Angerbach die großen Mengen von Wasser nicht mehr aufnehmen, erklärte Bürgermeister Andreas Scheck, der selbst längere Zeit vor Ort war. Die Ausschreibungen für den geplanten »Bypass« für den Angerbach liefen zwar derzeit, sagte Scheck, aber zum jetzigen Zeitpunkt sei es zu viel Wasser gewesen. Das Problem konnte dadurch gelöst werden, dass in Absprache mit der Gemeinde Grassau der Angerbach auf Grassauer Gebiet geöffnet wurde und das Regenwasser so wieder aufgenommen werden konnte.

Die Pegel an Traun, Tiroler Achen, Alz sowie Salzach stiegen in der Nacht zum Donnerstag zwar stark an, die Hochwasser-Meldestufe eins wurde aber nicht erreicht. Ab Donnerstagmittag gingen die Wasserstände dann auch wieder zurück und auch die Feuerwehren mussten nur noch vereinzelt ausrücken.

Im Gegensatz zu einigen Bächen, die stark anschwollen und über die Ufer traten und Schutzmaßnahmen durch die Feuerwehr notwendig machten, gab es an den größeren Flüssen für die Floriansjünger nichts zu tun. Die Arbeit der Feuerwehren beschränkte sich auf regelmäßige Kontrollen. Insgesamt gab es ein vermehrtes Einsatzaufkommen für die Feuerwehren, vor allem entlang der Berge, von einer dramatischen Situation oder einem Großeinsatz war man jedoch weit entfernt.

Neuschnee sorgte für Behinderungen

In einigen Orten wie Reit im Winkl sorgte der Neuschnee für Behinderungen. Hier fielen über zehn Zentimeter Neuschnee, der den Straßenverkehr teils erheblich beeinträchtigte. Räumfahrzeuge  waren dort am  Donnerstag unterwegs. Am Masererpass blieben immer wieder Fahrzeuge liegen, weil  wohl  viele  Leute noch mit Sommerreifen unterwegs sind. pv/gi/ost